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Areal an der A4 bei Berbersdorf soll weiter erschlossen werden

Areal an der A4 bei Berbersdorf soll weiter erschlossen werden

Bei einem gestrigen Bietergespräch in der Gemeindeverwaltung von Striegistal ging es um die weitere Erschließung des Gewerbeareals Berbersdorf.

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Im Nichts endet zurzeit noch die neue Zufahrtsstraße, die von der Staatsstraße 34 aus für die geplante Edeka-Ansiedlung geschaffen wurde. Geht es nach den Plänen des Handelsriesen und der Gemeinde Striegistal als Erschließungsträger, werden in einem Jahr schon deutlich die Umrisse des Logistikzentrums zu sehen sein.

Quelle: Olaf Büchel

Berbersdorf/Schmalbach. Das Gebiet mutet schon jetzt, in nur teilweise erschlossenem Zustand, gigantisch an. Eine Fläche, die der Größe von etwa 30 Fußballfeldern entspricht, ist eingeebnet und wartet darauf, mit einem Edeka-Logistikzentrum bebaut zu werden. Aus der Rottendorfer Zentrale der Handelsgesellschaft für Nordbayern, Sachsen und Thüringen heißt es, dass im Frühjahr des nächsten Jahres mit dem Bau begonnen werden soll. Seit 20. September liegt dafür ein neuer Bauantrag beim Landratsamt Mittelsachsen vor. Der alte habe den modernen Anforderungen eines Waren-Verteilzentrums nicht mehr entsprochen.

Neben der Edeka-Fläche verläuft eine neue Erschließungsstraße für das Gebiet. Sie verfügt sogar über eine Bushaltestelle und einen riesigen, mit weißen Rosen bepflanzten Kreisverkehr. "Das sind Dinge, die wir uns nicht in der Gemeinde ausgedacht haben, sondern die die Behörden fordern", erklärt Bernd Wagner, Bürgermeister von Striegistal. Die Bushaltestelle für das Gewerbegebiet durfte demnach nicht an der Staatsstraße errichtet werden. Und fürs Wenden der Busse musste der Kreisverkehr her. Damit dieser auch Gigalinern - also den Riesen-Lastern der Zukunft - stand hält, sei er entsprechend groß angelegt worden.

Wer sich auf dem knapp acht Hektar großen Baufeld ansiedeln will, dessen Erschließung als nächstes an der Reihe sein soll, verrät Wagner nicht. "Wir sind immer im Kontakt mit potenziellen Investoren", sagt er vorsichtig. Die Buhlerei der benachbarten Kommunen um Firmenansiedlungen sei einfach zu groß, um die Katze bereits aus dem Sack lassen zu können.

Dass das Großprojekt Gewerbepark Berbersdorf und damit auch die schon spruchreife Ansiedlung von Edeka noch daran scheitern könnte, dass eine Anwohnerin sowohl gegen den im Mai 2010 in Kraft getretenen Bebauungsplan als auch gegen die Baugenehmigung für Edeka vor Gericht gezogen ist, hält Wagner für ausgeschlossen. "Die Waldschlösschenbrücke in Dresden ist bald fertig und die Klage gegen ihren Bau noch immer nicht entschieden", sagt der Bürgermeister. Was Wagner damit sagen will: Selbst wenn die Klage gegen das Berbersdorfer Gewerbegebiet Erfolg hätte, es würde nicht zurückgebaut werden. "Da geht es dann um Verfahrensfehler und die sind heilbar." Übrigens hätte auch die Gemeinde Striegistal schon ein teures Fledermaus-Gutachten wegen der Gewerbegebietspläne anfertigen lassen müssen.

Anwohnerin Steffi Miesl, die auf ihrem abgelegenen Grundstück in der Schmalbacher Hirschstraße Mopse züchtet, sieht durch das entstehende, angrenzende Gewerbeareal ihre Lebens- und Wohnqualität bedroht. Mit anwaltlicher Unterstützung ist sie vor das Oberverwaltungsgericht Bautzen und das Verwaltungsgericht Chemnitz gezogen. Bürgermeister Wagner behauptet, dass die Gemeinde bereits alles unternommen habe, um Steffi Miesl entgegenzukommen: "Ich weiß nicht, was wir noch anbieten können." Er listet einen angepflanzten Wald, der später als Sicht- und Lärmschutzdienen soll, den geplanten Ausbau eines Zufahrtsweges und das beabsichtigte Verlegen von Versorgungsleitungen auf. Auch beim geplanten Lärmschutzwall habe man bereits auf die Wünsche von Miesl reagiert. Zu diesen Äußerungen von Wagner sagte die Mops-Züchterin gestern lediglich: "Das ist ja ein Witz." Sie persönlich wolle sich öffentlich nicht mehr zu der Angelegenheit äußern: "Das ist eine Sache zwischen mir, der Gemeinde und dem Freistaat Sachsen." Olaf Büchel

 

-Kommentar

 

Das Gewerbeareal Berbersdorf an der A4 soll einmal eine Größe von rund 120 Hektar haben. Bislang sind für das neue Logistikzentrum der Edeka Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen 22 Hektar erschlossen.

Zu den geschaffenen Anlagen gehören unter anderem ein Rückhaltebecken und eine neue Zufahrt von der Staatsstraße 34. Entstanden sind weiterhin eine Erschließungsstraße mit Bushaltestelle und Kreisverkehr.

Bis 2015 soll ein etwa 60 Hektar großer Teil des Gebietes verfügbar sein. Für ein knapp acht Hektar großes Baufeld könnte die Erschließung bald beginnen. Für ein zweites Regenrückhaltebecken läuft bereits die europaweite Ausschreibung.

Erschließungsträger ist die Gemeinde Striegistal. Mit rund 26 Millionen Euro fördert der Freistaat die Erschließung des gesamten Gewerbeparks.

Edeka plant Baustart des Logistikzentrums für Frühjahr 2013

Anwohnerin klagt

gegen Vorhaben

vor zwei Gerichten

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