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Döbeln Asylbewerber kommen nicht – Zukunft des Gebäudes wieder offen
Region Döbeln Asylbewerber kommen nicht – Zukunft des Gebäudes wieder offen
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18:30 29.03.2016
In der alten Chorener Schule quartiert der Landkreis nun wahrscheinlich doch keine Asylbewerber ein. Das ist fast so sicher, wie das Amen in der Kirche. Quelle: Sven Bartsch
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Choren/Döbeln

Das Landratsamt will mittlerweile auf die sogenannte Inanspruchnahme des Gebäudes verzichten. „Die Einrichtungsgegenstände werden in Immobilien des Landkreises eingelagert und bei Bedarf auch in anderen Unterkünften entsprechend verwendet. Für die Nutzung der Immobilie erhält die Stadt eine monatliche Nutzungsgebühr“, teilt André Kaiser, Pressesprecher des Landratsamtes Mittelsachsen, auf Nachfrage der Döbelner Allgemeinen Zeitung mit. Der Landkreis braucht die Unterkunft derzeit nicht, weil aktuell weniger Asylbewerber nach Mittelsachsen kommen.

Bei der Chorener Bürgerinitiative „Gegenwind“ nimmt man die Nachricht etwas skeptisch zur Kenntnis. „Es gibt die Absichtserklärung. Wenn das so stattfindet, ist es aus unserer Sicht gut“, sagt Jens Liebscher von der Bürgerinitiative. Diese hatte immer konstruktiv und sachlich auf die Probleme hingewiesen, die 240 Asylbewerber für den kleinen Ort bedeutet hätten: Fehlende Infrastruktur und mangelhafte Busverbindungen. Die Chorener Bürgerinitiative hat sich aber nicht generell gegen die Aufnahme der Flüchtlinge ausgesprochen, sondern sich bereit erklärt 40 statt 240 Asylwerber aufzunehmen. Mit ihrer Argumentation brachte „Gegenwind“ parteiübergreifend zehn Döbelner Stadträte aus den Reihen der Linken, CDU und FDP hinter sich. Sie stellten in der jüngsten Döbelner Stadtratssitzung einen entsprechenden Antrag, das Thema zu diskutieren. Das war damals bereits etwas überholt, weil der Kreis schon angekündigt hatte, die Schule nicht zu belegen.

„Die Entscheidung des Landkreises von Dezember 2015 wurde seinerzeit und wird auch heute noch rückblickend durch mich akzeptiert, da es zur damaligen Zeit keine andere Lösung gab. Obwohl mir natürlich bewusst war und ist, dass die Bedingungen in Choren für eine solche Unterbringung äußerst ungünstig sind“, sagt Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) zur Entscheidung des Landratsamtes, höchtswahrscheinlich auf die Inanspruchnahme der Schule zu verzichten. Laut Hans-Joachim Egerer will das Amt den Bescheid zu deren Aufhebung im April erlassen. Dann geht die Schule zurück an die Stadt Döbeln. „Im Augenblick hat die Stadt Döbeln keine konkreten Pläne zur weiteren Nutzung der ehemaligen Schule. Unter Einbeziehung des Ortschaftsrates Mochau muss darüber diskutiert werden, wie mit der Immobilie verfahren werden soll. Vielleicht findet sich ein Käufer, dessen Nutzungsidee die Zustimmung der Gremien und der Chorener Einwohner findet“, sagt der OB über die Zukunft der Immobilie. Auch die Bürgerinitiative will sich jetzt Gedanken über eine Nutzung der Schule machen, sagt Jens Liebscher.

Von Dirk Wurzel

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