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Döbeln Asyldebatte: Döbelns Stadtchef lässt NPD-Mann wegtreten
Region Döbeln Asyldebatte: Döbelns Stadtchef lässt NPD-Mann wegtreten
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12:29 09.11.2015
Ein klares Bekenntnis gegen Gewalt und für Humanität gegenüber Flüchtlingen hat Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) zur jüngsten Stadtratssitzung abgegeben. Quelle: Archiv
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Döbeln

Der OBM verwies auch auf die christlichen Grundwerte der Gesellschaft. "Der Glaube fordert, zu helfen, wo geholfen werden muss." Mit Redebeiträgen ist NPD-Stadtrat Stefan Trautmann im Döbelner Stadtrat bisher nicht aufgefallen. Stumm sitzt er meistens auf seinem Platz. Zur jüngsten Sitzung stapfte er aber ans Rednerpult und forderte den Oberbürgermeister auf, sich an die Landesregierung zu wenden und dafür zu sorgen, 80 Prozent der Asylbewerber abzuschieben, weil diese nach seinen Informationen ohnehin kein Bleiberecht erhalten würden. "Gewalt lehne ich kategorisch ab. Ich bedaure es, wenn Aggressionen entstehen", sagte Trautmann. Am 1. Mai fiel er übrigens in Weimar unangenehm auf, als eine Gruppe Neonazis einen Stand des Deutschen Gewerkschaftsbundes überfallen hat. Trautmann war Teil dieser Gruppe. Fotos der Thüringischen Landeszeitung zeigen den Döbelner NPD-Kader in Angriffspose (die DAZ berichtete).

Zur Stadtratssitzung antwortete Egerer dem neuerdings gewaltlosen aber wegen Körperverletzung vorbestraften Stefan Trautmann schlagfertig: "Wenn Sie gegen Gewalt sind, fordere ich Sie auf, in Ihrer Gruppe zu wirken, so dass dort auch keine Gewalt ausgeübt wird." Stefan Trautmann stapfte daraufhin wieder zurück auf seinen Platz.

Angestoßen hatte die Debatte Hans-Martin Behrisch, Stadtrat der SPD. "Ich fände es schön wenn wir uns gegen Gewalt und Rassismus positionieren könnten." Oberbürgermeister Egerer sagte, dass er dies schon längst getan habe und verwies auf die Internet-Seiten der Stadtverwaltung. "Derzeit halte ich es für unsere humanitäre Pflicht, bereits im Land befindlichen Asylsuchenden Obdach zu gewähren und distanziere mich ausdrücklich von Fremdenfeindlichkeit, Hass, Hetze und Gewalt", heißt es dort.

diw

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