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Attacke im Asylheim: Bedingte Haftstrafe für den Beißer von Döbeln

Prozess am Amtsgericht Attacke im Asylheim: Bedingte Haftstrafe für den Beißer von Döbeln

Die meisten Bewohner des Döbelner Asylheims sind friedliche Leute. Auch sie ärgern sich über Störenfriede, wie Gurminder J.. Der fällt in Deutschland seit zwölf Jahren mit Straftaten auf. Am Montag stand der Inder wegen Körperverletzung vor Gericht, weil er einen Heimbewohner aus dem Kosovo geschlagen und in den Arm gebissen hatte.

Am Montag stand ein 39-jähriger Inder wegen Körperverletzung vor Gericht, weil er einen Heimbewohner aus dem Kosovo geschlagen und in den Arm gebissen hatte.

Quelle: Dirk Wurzel

Döbeln. Gurminder J. hat mal wieder das Amtsgericht Döbeln beschäftigt. Diesmal ging es um eine Auseinandersetzung im Döbelner Aslylheim an der Friedrichstraße. Am 25. April soll der Inder auf einen Kosovaren losgegangen sein, habe ihn mit einer Blechkanne geschlagen. Als sich der Attackierte wehrte, habe ihm der 39-Jährige in den Arm gebissen, so die Anklage.

Acht Monate bedingte Haft waren nun die strafrechtliche Quittung für den Beißer von Döbeln. Zwei Jahre dauert die Bewährungszeit. Richterin Magdalena Richter verurteilte ihn wegen Körperverletzung und bezog in das Strafmaß eine Geldstrafe ein, zu der das Amtsgericht den Inder wegen Beleidigung und Hausfriedensbruchs im April verurteilt hatte. Er war nicht zum ersten Mal im Asylheim negativ aufgefallen. Am 27. April erhielt er Hausverbot, weigerte sich aber, zu gehen. Statt dessen beleidigte er den Heimleiter, dem erst die Polizei den Mann vom Halse schaffen konnte. Diebstahl, Sachbeschädigung, fahrlässige Trunkenheit im Verkehr – das sind die Delikte, mit denen Gurminder J. das Döbelner Gericht über die Jahre auf Trab hielt. Meist waren es Geldstrafen, die er für seine früheren Straftaten bekam. Mittlerweile lebt er eigentlich in einem anderen Asylheim, derzeit jedoch in der JVA Zeithain, wo er eine dieser früheren Geldstrafen absitzt. Seit 2004 beschäftigt er die Justiz, stand in dieser Zeit fast jährlich nicht nur in Döbeln vor einem deutschen Gericht.

Platzwunde und Bluterguss

„Die Verletzungen des Geschädigten waren erheblich. Das war hart der Grenze zur gefährlichen Körperverletzung“, sagte Richterin Richter, als sie das Urteil begründete. Gefährliche Körperverletzung deshalb, weil J. mit einem Wasserkocher zugeschlagen hatte, der als gefährliches Werkzeug gelten kann. Was die einfache zur gefährlichen Körperverletzung qualifizieren würde, deren Strafrahmen bei sechs Monaten Haft beginnt.

Dass das Schlagwerkzeug keine Blechkanne, sondern ein Wasserkocher war, der überwiegend aus Plastik bestand, sagte der geschädigte Kosovare aus. „Er stand vor meiner Tür und schlug mir den Wasserkocher mit enormer Wucht auf den Kopf“, sagte der 45-Jährige, der zu Tatzeitpunkt mit seiner Frau und vier Kindern im Döbelner Asylheim wohnte. Der Mann sei zwei Schritte zurück gegangen, da habe ihm Gurminder J. das Küchengerät an den Kopf geschmissen. Als er sich gegen weitere Attacken wehrte, biss ihm J. in den Arm. „Er hörte er erst auf, als seine Kraft nachließ“, so der Kosovare. Die Verletzungen – der Geschädigte hatte eine Platzwunde an der Stirn, Hämatome am Kopf und Bissverletztungen – dokumentieren Fotos in der Ermittlungsakte. Probleme habe es mit Gurminder J. oft gegeben, sagte der 45-Jährige. Laute Musik und Drohungen gegen ihn und seine Familie, die Kinder habe er beschimpft.

Eine Beißattacke im Döbelner Asylheim beschäftigte jetzt die Justiz

Eine Beißattacke im Döbelner Asylheim beschäftigte jetzt die Justiz.

Quelle: Jürgen Kulschewski

Als ruhigen Zeitgenossen hat eine 27-jährige Heimmitarbeiterin den Inder auch nicht erlebt, sagte sie am Zeugentisch. „Der war rasend an diesem Abend. Vernünftig reden: Null. Aber ich hatte ihn schon ein paarmal so erlebt.“ Die Frau hatte gesehen, wie J. mit dem Wasserkocher auf den Kosovaren losgegangen war. Die Polizei musste an diesem Abend (mal wieder) ins Döbelner Asylheim anrücken. Gurminder J. nahmen die Beamten mit, ließen ihn pusten. Über zwei Promille Alkohol hatte er im Blut. Er habe eine dreiviertel Flasche Wodka getrunken. Der Inder sagte auch, dass ihn die Kinder des Geschädigten geärgert hätten. „Geklopft, abgehauen, geklopft, abgehauen“, so der Mann. Er sei dann mit deren Vater in Streit geraten. Aber an viel mehr könne er sich nicht erinnern, weil er ja betrunken war.

Besoffene Birne mindert Schuldfähigkeit nicht

Zu einer milderen Strafe führte das nicht. „Sie waren zwar stark alkoholisiert, allerdings gehe ich davon aus, dass sie gewohnt sind, zu trinken. Darum sehe ich keine Möglichkeit, eine verminderte Schuldfähigkeit anzunehmen und eine milder Strafe auszusprechen“, sagte Richterin Richter. Ihr Urteil ist rechtskräftig.

Gurminder J. will nicht in Deutschland bleiben, sondern nach Indien zurückkehren.

Von Dirk Wurzel

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