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Döbeln Auch Kühe schwitzen an Hundstagen
Region Döbeln Auch Kühe schwitzen an Hundstagen
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23:24 28.07.2013
Kampf um die Wassertränke: Die Kühe bei Grünlichtenberg haben's auch nicht leicht bei dieser Hitze. Quelle: Asita Tamme

Im gesamten Kreis Döbeln schwitzten Mensch und Tier. Und nicht nur für uns Zweibeiner lautet die oberste Regel bei solch tropischen Verhältnissen: trinken, trinken und nochmals trinken. Wasser natürlich. Alkohol soll ja bei diesen heißen Temperaturen angeblich stärker anschlagen. Auch die Kühe auf ihrer Weide bei Grünlichtenberg wissen anscheinend, wie wichtig das viele Wasser in diesen Tagen ist. Bei knapp über 30 Grad im Schatten rangelten die Wiederkäuer an der Tränke um den besten Platz am erfrischenden Nass.

Die Städte und Gemeinden schienen bei der Tropenhitze der vergangenen Tage wie ausgestorben. Kaum eine Menschenseele war auf den Straßen unterwegs. Wahrscheinlich, weil man auf dem Asphalt beinahe hätte ein Spiegelei braten können. In Döbeln hätten Kunden auf dem Freisitz am Obermarkt zur besten Kaffeezeit am Sonnabendnachmittag freie Platzwahl gehabt. Während das Lied "Sexy Girl" leise vor sich hin dudelte, ließ sich nur ein älterer Mann mit Sonnenbrille auf der Nase ein kühles Blondes schmecken.

Auch Hartha glich zeitweise einer Geisterstadt. Obwohl ein Besuch in der Landbäckerei Dietrich durchaus lohnenswert war: In dem kleinen Café gab es leckeres und vor allem kaltes Eis zu kaufen. Allerdings lief das Geschäft mit der Erfrischung in der Eiswaffel am Sonnabend gar nicht, wie so manch einer vielleicht dachte. "Die jüngeren Leute sind alle im Freibad oder am See, die Älteren verlassen bei der Hitze nicht ihre Wohnung", sagte Mitarbeiterin Heidrun Müller und verriet damit auch, warum niemand auf der Straße zu sehen war. "Die Hitze ist einfach zu extrem", meinte Müller.

Zwei, die sich im Biergarten in der Nähe der Burg Kriebstein abkühlten, waren Linda und Olaf Pellert aus Leipzig. Im schattigen Plätzchen auf der Bierbank unterm Schirm ließen sie sich kalte Limo schmecken. "Wir sind auf Durchreise nach Mittweida, Verwandte besuchen", sagte Linda Müller. "Aber im Auto ist es so unerträglich heiß, dass wir eine Pause brauchten", ergänzt ihr Mann Olaf. Der kleine Mischlingsrüde Chico hat die Pause wohl am nötigsten gehabt: Er liegt wild hechelnd im Schatten und kneift die Augen zu. "Dem macht die Hitze ganz schön zu schaffen. Aber wir machen viele Pausen und geben ihm Wasser", sagte Linda Pellert fürsorglich. "Ich mag den Sommer, aber das ist zu heiß", meinte der Leipziger lachend.

Auch wenn sich alle so lange den Sommer herbeigesehnt haben, Temperaturen um 35 Grad sind dann doch für die meisten Menschen und Tiere zu viel des Guten gewesen. Aber sie gehören wohl dazu, zu den Hundstagen. So werden nämlich die heißen Tage vom 23. Juli bis zum 23. August umgangssprachlich genannt. Übrigens sollen heiße Hundstage laut Bauernregel einen kalten Winter prophezeien. Also nicht meckern, sondern den Sommer mit einem Eis am See genießen. Stefanie Dietz

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