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Auf Burg Mildenstein: Zwischen Maultrommelschnitzern und Puppenspielern

Ritterspektakulum in Leisnig Auf Burg Mildenstein: Zwischen Maultrommelschnitzern und Puppenspielern

Zum Ritterspektakulum auf Burg Mildenstein in Leisnig fand man jene Gestalten, die sonst nur das Mittelalter unsicher machen. Zahlreiche Besucher ließen sich auf das Geschehen ein und von Gauklern bezirzen, Rittern erschrecken oder Hexen einen Bären aufbinden. Mittelalterliche Klänge sorgten zusätzlich für die richtige Atmosphäre.

Gleich dreimal stand die Kultband „Fabula“ auf der Bühne, um den Besuchern ihre sogenannte Sackpfeifenmusik um die Ohren zu hauen.

Quelle: Gerhard Dörner

Leisnig. Mittelalterfans zog es am vergangenen Wochenende nach Leisnig – keine Frage. Das dort stattfindende Ritterspektakulum auf der Burg Mildenstein machte seinem Namen alle Ehre: Ein Spektakel war es zweifelsfrei. Schon als sich am Sonnabend um 11 Uhr die schweren Burgtore öffneten, strömten die ersten Besucher auf den Burghof. Der Regen gönnte sich auch mal ein Päuschen, nur der Wind sorgte für wehendes Haar. Die Ritter aber, die waren hart im Nehmen. Und die schweren Gewänder, in die sich die Mittelalterfans hüllten, sorgten zumindest für etwas Wärme. Karlo Hitzer ist schon lange Fan derartiger Mittelalterfeste. „Ich mag die Atmosphäre hier, den Duft der deftigen Mahlzeiten zwischendurch und die Musik natürlich.“ Zusammen mit Lebensgefährtin Sabine klappert er Veranstaltungen solcher Art ab. Leisnig gehört zu seinen Favoriten.

Kultband „Fabula“ auf der Bühne

Apropos Musik: Höhepunkt des Wochenendes waren die Auftritte von „Fabula“. Vier Männer, die Sackpfeifenmusik vom allerfeinsten auf die Bühne bringen. Die Kultband blickt auf 22 erfolgreiche Jahre und weit über 800 bespielte Mittelalter-Spektakel sowie Konzerte und Folkfestivals in ganz Europa zurück. Auch Leisnig gehörte schon oft zu ihrem Ziel. Am Sonnabend stand die Kultband dreimal auf der Bühne – vormittags, nachmittags und abends.

Auf gar keinen Fall fehlen durften Gaukler, die ihre akrobatischen Künste zeigten und die kleinen, aber auch großen Besucher zum Lachen brachten. Die vierjährige Mathilda versteckte sich erst noch hinter Mutter Cathleen, traute sich dann aber doch ein Stück näher an die verrückten Männer heran. „Bei Kindern ist es doch genauso wie bei uns Erwachsenen auch. Erst ist man etwas zurückhaltender, aber wenn man sich darauf einlassen kann, wird es lustig“, sagt Cathleen Martin. Die junge Familie aus Nossen ist auch großer Fan vom Altstadtfest, das in den Sommermonaten in Leisnig stattfindet. Beim Ritterspektakulum sind sie das erste Mal dabei. „Es ist kleiner und gemütlicher. Und man entdeckt an jeder Ecke etwas anderes.“ Schmuck wie hübsch verzierte Ringe oder auch opulente Anhänger an Lederhalsbändern zogen die Besucher an die Stände der Händler. „Ich mag kupferfarbene Schmuckstücke. Die findet man in den gewöhnlichen Läden sonst eher selten. Hier wurde ich schon fündig“, freut sich Tanja Herzog. Die Dresdnerin ist das erste Mal in Leisnig. „Aber bestimmt nicht das letzte Mal“, sagt sie.

Maultrommeln zum Selberschnitzen

Doch zwischen all den Händler-Buden gab es noch viel mehr zu entdecken: Kerzenzieher, Schleifer und Lederer führen ihr Handwerk vor. Wer wollte, konnte selbst aktiv werden. So gab es einen kleinen Bastelstand oder auch die Möglichkeit, seine eigene Maultrommel zu schnitzen. Eine Maultrommel ist ein kleines Musikinstrument mit durchschlagender Zunge. Diese elastische Zunge schwingt durch die geöffneten Zahnreihen in den Mundhohlraum des Spielers. Deren Ton klingt durch die Änderung der Größe der Mundhöhle und durch die Atmung individuell anders. Franz Harrecker aus Freital zeigte den neugierigen Besuchern, wie es funktioniert.

Und weil Märchen und Sagen unmittelbar mit dem Mittelalter verstrickt waren, gab es auch solche zu hören. Die Hexe „Chibraxa“ entführte die jüngsten Ritterspektakulum-Besucher ins Reich der Fantasie.

Von Stephanie Helm

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