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Döbeln Auf Generation 60 Plus folgt Vorstand 40 Plus
Region Döbeln Auf Generation 60 Plus folgt Vorstand 40 Plus
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18:06 28.09.2018
Das neue Vorstandsduo der WGF bilden Sven Viehrig (l.) und Finanzvorstand Tino Hütter (r.). In der Mitte Aufsichtsratschef Heiner Hellfritzsch. Quelle: Thomas Sparrer
Döbeln

Auf die Generation 60 Plus folgt jetzt die Generation 40 Plus. Die Leitungsetage der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt verjüngt sich um 20 Jahre. Aufsichtsratschef Heiner Hellfritzsch präsentierte am Freitag die Personalentscheidung seiner Aufsichtsräte für die Nachfolge des leitenden Vorstandes Stefan Viehrig. Der 66-Jährige wechselt ab Januar in den Ruhestand. An seiner Stelle wird Sven Viehrig (41) als Vorstand berufen und gleichberechtigt mit dem im Januar berufenen kaufmännischen Vorstand Tino Hütter (39) die Genossenschaft leiten.

Eine zweistellige Zahl an Bewerbungen hatte der sechsköpfige Aufsichtsrat des zweitgrößten Wohnungsvermietungsunternehmens der Region zu sichten. Ein extra gebildeter Personalausschuss übernahm diese Aufgabe. Der Aufsichtsrat führte mit allen Bewerbern Interviews. Danach fiel die Entscheidung für Sven Viehrig.

Sven Viehrig (41) kommt ab Januar 2019 als Nachfolger für seinen Vater Stefan Viehrig (66) in den Vorstand. Quelle: Thomas Sparrer

„Der Name und die Tatsache, dass er der Sohn unseres scheidenden Vorstandes Stefan Viehrig ist, war für den Aufsichtsrat bei seiner Entscheidung nicht von Bedeutung. Sven Viehrig hat uns mit seiner Vision für die WG Fortschritt überzeugt“, sagt Aufsichtsratschef Heiner Hellfritzsch.

Der 41-Jähriige hatte eine klare Vorstellung davon vorgelegt, wie die Wohnungsgenossenschaft das Thema digitale Wohnungsverwaltung Schritt für Schritt umsetzen kann. „Die WGF ist ein hochmodernes Unternehmen, hat mit der neuen Verwaltung gerade die dazugehörige Hardware geschaffen. Jetzt geht es um die Umsetzung der Digitalisierung im Haus und extern. Denn Fortschritt steht in unserem Namen. Da sollten wir auch eine Vorreiterrolle einnehmen“, so der künftige wohnungswirtschaftliche Vorstand. Den Gemeinschaftsgedanken und das Ehrenamt in der Genossenschaft möchte er zudem gern weiter pflegen und hegen.

Sven Viehrig lebt mit seiner Lebensgefährtin und dem zweieinhalbjährigen Sohn in Döbeln-Nord. Nach einer kaufmännischen Ausbildung war er unter anderem bei der Firma EST in Döbeln mit der Planung im Bereich alternativer Energien beschäftigt. Es folgte eine Ausbildung zum Immobilienfachwirt. Zuletzt war Sven Viehrig bei der Sieglungsgemeinschaft Chemnitz eG tätig, einer über 100 Jahre bestehenden Wohnungsgenossenschaft mit 4900 Wohnungen.. Dort hatte er in den Abteilungen Wohnservice und Technik mit den Sorgen und Nöten der Mieter zu tun und betreute die Sanierung von Wohnungen. Privat ist Sven Viehrig in närrischer Mission unterwegs. Er ist aktives Mitglied im Limmritzer Faschingsclub. Ab Montag beginnt für ihn eine dreinmonatige Einarbeitungszeit. Ab Januar wird er zum Vorstand berufen. Die Berufungszeit beträgt fünf Jahre mit Verlängerungsoption.

Tino Hütter (39) ist seit Jahresbeginn Finanzvorstand der Genossenschaft. Quelle: Thomas Sparrer

Die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt besitzt in Döbeln, Ostrau und Hartha 1884 Wohnungen. Rund 4000 Menschen leben in der Genossenschaft. 20 Mitarbeiter und zwei Azubis gehören zur Verwaltung. Mit zehn Millionen Euro Investitionen bei einem Jahresumsatz von neun Millionen Euro stemmt die WGF 2018 das anspruchsvollste Investprogramm ihrer über 60-jährigen Geschichte. Neubauprojekte wie die in kürze bezugsfertigen Stadtvillen in Döbeln-Nord und das neue Verwaltungsgebäude sind dabei die Leuchttürme. Sanierungen im Bestand und ein verstärkter Fokus auf das Wohngebiet Döbeln-Ost II stehen ab 2019 an.

Kommentar: Vertrauensvorschuss für einen von hier

Es sind große Schuhe, die Stefan Viehrig nach einem Jahrzehnt an der Spitze der Döbelner Wohnungsgenossenschaft Fortschritt hinterlässt. Auf dem wirtschaftlichen Zenit geht der 66-Jährige jetzt in den Ruhestand.

Dass nun sein Sohn in die wohnungswirtschaftlichen und genossenschaftlichen Fußstapfen des Vaters tritt, klingt zunächst ein wenig befremdlich. Doch der 41-Jährige hat nicht eine Erbfolge angetreten, sondern hat sich einer langfristigen Gremien-Entscheidung stellen müssen, durch die eine zweistellige Zahl an Bewerbern bis hinunter aus Bayern gegangen ist.

Prämisse war dabei, dass ein Vorstand des größten genossenschaftlichen Wohnungsunternehmens jemand sein muss, der mit den Genossenschaftsmitglieder in einer Region lebt. Denn regionale Verantwortung hört in einem solchen genossenschaftlich organisierten und ehrenamtlich gut aufgestellten wohnungswirtschaftlichen Unternehmen nicht an der Tür des Verwaltungsgebäudes auf. Dass der junge Mann von hier mit seiner Vision für die Zukunft der Genossenschaft die im Durchschnitt 20 bis 30 Jahre älteren Aufsichtsratsmitglieder für sich gewinnen konnte, spricht für Sven Viehrig. Den Vertrauensvorschuss, auch durch seinen Namen, kann er nun in den nächsten Jahren beweisen.

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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