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Auf Luthers Spuren auch durch die Region Mügeln

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Der sächsische Lutherweg nimmt allmählich Gestalt an. 500 Kilometer soll er lang sein, als Rundwanderweg konzipiert. Dabei führt er einmal von Süd nach Nord durchs Muldental - oder umgekehrt.

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Der insgesamt 500 Kilometer lange Lutherweg führt auch durch Mügeln und am Kloster Sornzig entlang.

Quelle: Sven Bartsch

Region. (r/HG). Der sächsische Lutherweg nimmt allmählich Gestalt an. 500 Kilometer soll er lang sein, als Rundwanderweg konzipiert. Dabei führt er einmal von Süd nach Nord durchs Muldental - oder umgekehrt.

 

Von Süden aus kommt er über Döbeln, Leisnig und Mügeln nach Colditz, führt über Grimma und Trebsen nach Wurzen und verlässt dann Richtung Schildau das Kreisgebiet. Einschließlich der touristischen Vermarktung wird bei der Einrichtung des gesamten Lutherweges mit Kosten von etwa 800 000 Euro gerechnet, die überwiegend aus dem Förderprogramm für Integrierte Ländliche Entwicklung fließen. Mit der Umsetzung des Projektes ist der Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland beauftragt. Geplant ist unter anderem, 3070 Pfeilwegweiser, 1953 Wegmarken und 42 Informationstafeln in den Kommunen am Lutherweg aufzustellen. "Der Antrag zur Finanzierung der Beschilderung liegt bereits in Dresden vor", erklärte dazu Dr. Katharina Sparrer, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes. Alle Kreis-, Stadt- und Gemeinderäte der anliegenden Kommunen seien ständig in die Projektumsetzung eingebunden. Auch mit der evangelisch-lutherischen sowie den Kirchgemeinden am Lutherweg bestünden enge Kontakte.

In der Gestaltung der Schilder und Tafeln erfindet der Tourismusverband das Rad nicht neu, sondern setzt auf Bewährtes. "Wir nehmen die Logos des bereits bestehenden Lutherweges in Thüringen. Dann kommen die Wanderer nicht durcheinander, wenn sie die Freistaatsgrenze überschreiten", sagt Tourismusmanagerin Manuela Kolske.

Die Stadt Mügeln hat sich unterdessen bereiterklärt, die Kosten für zwei Hinweistafeln von jeweils rund 800 Euro zu übernehmen. "Wir sind bei der Planung", sagt Bürgermeister Volkmar Winkler. Für das Kloster Marienthal in Sornzig als Teil des Lutherweges habe die Stadt gekämpft. "Für das Kloster in Sornzig haben um 1600 Nachfahren Luthers Ansprüche angemeldet. Der Leibarzt Kurfürst Augusts soll wegen seiner Leistungen eine mündliche Zusage erhalten haben, das Kloster zu bekommen. Aber es gehörte zum Besitz von Kurfürstin Sophia und die Familie hat es trotz angezeigter Ansprüche nicht bekommen", weiß Mügelns Museumschef und Heimat- forscher Andreas Lobe. Und: Mügeln habe auch aufgrund der Kirchenmusik einen Bezug zu Luther. "In Mügeln wurde 1571 die neu gegründete Kantoreigesellschaft ins Leben gerufen. Sie gehört zu den ältesten in Sachsen", erinnert Lobe.

Wanderer - nicht Pilger: Der Lutherweg ist kein Pilgerpfad. Darauf legt Oberkirchenrat Christoph Seele allergrößten Wert. "Ein Pilgerpfad hat ein Ziel. Der Lutherweg ist ein spiritueller Wanderweg, bei dem der Weg das Ziel ist", sagt der Projekt-Beauftragte der Landeskirche Sachsen.

Der Weg verbinde Orte, in denen der Reformator Martin Luther und seine Frau Katharina von Bora gelebt oder gewirkt hätten oder in denen die Reformation besondere Auswirkungen hatte, erklärt Marlen Rabold, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Grimma. Mit der Ruine des Klosters Nimbschen, in dem Luthers Frau Katharina von Bora lebte, und der Klosterkirche, in der Martin Luther mehrfach predigte, verfüge Grimma über zwei markante Punkte des Lutherweges. "Wer sich auf die Spuren des Reformators begibt, dem bietet der Lutherweg durch Grimma ein wunderbares Erlebnis."

"In Trebsen laden Stadtkirche, Schloss und Schlosspark zum Verweilen ein.", sagt Ute Jänicke aus dem Hauptamt der Stadt. Durch Führungen in den historischen Stätten könne man Näheres über die Zeit der Reformation in Trebsen erfahren. Zudem könnten die Besucher in freundlichen Unterkünften übernachten und sich in gastfreundlichen Lokalen bei Speis und Trank stärken.

Auch Wurzen setzt auf die Magnetwirkung des Lutherweges. "Schon deshalb ist seine Bedeutung für uns nicht hoch genug einzuschätzen", sagt Stadtsprecherin Cornelia Hanspach. Immerhin spiele Wurzen und insbesondere das Wurzener Land aus historischer Sicht eine Sonderrolle entlang der Strecke. Zwar sei Martin Luther nie selbst in Wurzen gewesen - vermutlich hielt ihn die im Wurzener Schloss residierende katholische Stiftsregierung davon ab - trotz alledem habe der Reformator auch den damaligen Bischofssitz mit dem Dom St. Marien geprägt. Seit 1542 werden im Dom evangelische Gottesdienste abgehalten, was insofern bemerkenswert sei, da die katholischen Bischöfe noch bis 1581 nebenan im Schloss residierten, so Hanspach. Sie plädiert dafür, dass der Lutherweg mehr als "ein Schilderweg sein sollte". "Er muss mit Inhalten gefüllt werden, wofür wir in Wurzen jede Menge Ideen haben."

Bis jetzt gibt es den Lutherweg auf dem Papier: als Broschüre und als Karte. Sogar einen extra Plan für Motorradfahrer hat der Tourismusverband herausgegeben.

http://www.lutherweg-sachsen.de

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