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Döbeln Auf Mattheshof wird für behinderte Kinder rollstuhlgerecht umgebaut
Region Döbeln Auf Mattheshof wird für behinderte Kinder rollstuhlgerecht umgebaut
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13:58 09.09.2016
Gärtnerin Kerstin Heinze und Jacqueline Ziegeler-Jentzsch von der Auterwitzer Lebensart gestalten den Bauerngarten um. Quelle: Sven Bartsch
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Auterwitz

Für Verwirrung im Ort sorgte in der vergangenen Woche Carlo Ziegeler von der Auterwitzer Lebensart, als er den Bauerngarten am Mattheshof mit einem Radlader bearbeitete. Anke Vogel, Anwohnerin und bis vor vier Jahren selbst auf dem Hof aktiv, meldete sich besorgt bei der DAZ. „Da wurde ein alter Bauerngarten rausgeschoben, alle Rosensorten, Kulturpflanzen, das ist einfach schade“, sagte sie.

Tatsächlich sind aktuell fast alle Pflanzen aus dem Garten verschwunden. Die Erde ist umgewühlt, nur die zwei Backsteinwege, die durch die Beete führen sind zu sehen. Doch hinter den Arbeiten verbirgt sich alles andere als die Zerstörung des alten Gartens. „Der Garten bleibt in Form und Nutzungsweise erhalten, von der Struktur her wird gar nichts verändert“, sagt Gärtnerin Kerstin Heinze, die von Familie Ziegeler mit dem Umbau des Gartens beauftragt ist. Sie kennt sich mit Bauerngärten aus. „1913 wurde der erste von einem Landschulgärtner bei Hamburg angelegt. Er wollte den Kindern darin etwas beibringen“, erklärt sie.

Diesem Ansatz folgend, bauen die Hofbetreiber für die Auterwitzer Lebensart den Garten für die zunehmende Zahl an behinderten Kindern, die zu Seminaren kommen, rollstuhlgerecht aus. „Der originale Weg wird mit drei Reihen Ziegeln verbreitert, damit er von Rollstuhlfahrern genutzt werden kann. Außerdem wird ein 60 Zentimeter hohes Hochbeet angelegt und der Rand erhöht und mit einer kleinen Bruchsteinmauer eingefasst“, erläutert Heinze.

Die Arbeiten waren auch deshalb notwendig, weil der Boden nicht mehr fruchtbar war. „Das haben wir auch an dem gemerkt, was wir zuletzt geerntet haben. 40 Kubikmeter Erde kommen deshalb dazu und das Gefälle des Gartens wird etwas ausgeglichen, damit Rollstuhlfahrer auch den Weg zurück schaffen“, sagt Jacqueline Ziegeler-Jentzsch.

Die zum Teil sehr alten Pflanzen werden ebenfalls erhalten. Der alte Flieder steht noch, nur verjüngt, die Buchsbäume wurde ausgegraben und umgesetzt. Ableger davon werden an den Rändern wieder eingesetzt. In Kisten stehen die alten Duftrosen, Erdbeerpflanzen und Kräuter, die wieder in die Beete kommen. Jacqueline Ziegeler-Jentzsch verstehe, dass die Anwohner im ersten Moment einen Schreck bekommen haben. „Es ist nur schade, dass nicht aufeinander zugegangen und nachgefragt wird“, sagt sie.

Von Sebastian Fink

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