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Auf der Waldheimer Eisenbahn: Zugiges Vereinsfest in Unterrauschenthal

Rauschenthalbahn Auf der Waldheimer Eisenbahn: Zugiges Vereinsfest in Unterrauschenthal

So muss sich Eisenbahnfahren zu der Zeit angefühlt haben, als die ersten Dampfrösser Personenwagen über die Gleise gezogen haben. Die Fahrt ist nicht besonders schnell, dafür rumpelt es ein wenig. Toll war es allemal, was die Waldheimer Eisenbahnfreunde gemeinsam mit dem Verein Sächsisches Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf da am Wochenende auf die Beine und besonders auf die Schienen gestellt haben.

Einweihung des neuen Unterrauschenthaler Hauptbahnhofes.
 

Quelle: Dirk Wurzel

Unterrauschenthal, .  So muss sich Eisenbahnfahren zu der Zeit angefühlt haben, als die ersten Dampfrösser Personenwagen über die Gleise gezogen haben. Die Fahrt ist nicht besonders schnell, dafür rumpelt es ein wenig. Toll war es allemal, was die Waldheimer Eisenbahnfreunde gemeinsam mit dem Verein Sächsisches Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf da am Wochenende auf die Beine und besonders auf die Schienen gestellt haben. Feldbahnverkehr zwischen der Lindenhofbrücke in Waldheim bis nach Kriebethal auf 2,6 Kilometer Strecke.

Hannes Wolgemuth ist einer von mehren Lokführern, die am Wochenende im Führerstand der Ns 2f stehen, einer schmalspurigen Diesel-Lokomotive aus den Aufbaujahren nach dem Krieg. Die der SEM-Feldbahner war früher in einer Ziegelei eingesetzt. Nun dient sie der Beförderung der Gäste des Vereinsfestes der Waldheimer Eisenbahnfreunde. Während Hannes Wohlgemuth die kleine Lokomotive im Schubbetrieb in Richtung Lindenhofbrücke schnaufen lässt, erläutert Dr. Hans- Rainer Fischer die Besonderheiten der Strecke. Der Zahnarzt hat den weißen Kittel zum Vereinsfest der Waldheimer Eisenbahnfreunde gegen die Uniform eines Oberamtmannes der Deutschen Reichsbahn getauscht. „Wir bewältigen hier gerade eine relativ starke Steigung von 2,5 Prozent“, sagt er. Was Autofahrer wahrscheinlich nicht mal merken würden, ist für Eisenbahnen recht steil. Die Ns 2f jedenfalls hat ordentlich zu tun. „Wenn die Steigung noch stärker wäre, hätten wir eine Zahradbahn bauen müssen“, sagt Hans-Rainer Fischer. Schließlich kommt der kleine Zug an der Lindenhofbrücke an. Drüberfahren darf er nicht, die Brücke ist gesperrt. 171 Meter lang ist sie und überspannt das Tal in einer Höhe von 31 Metern, erfährt man von Hans-Rainer Fischer. „Es ist eine sogenannte Gerüstpfeilerbrücke, die von ihrer Art ziemlich einzigartig in Deutschland ist“, sagt der kundige Zugbegleiter. Auch die Brücke steigt an, dazu ist sie noch gekrümmt – ein besonderes technisches Denkmal. Die Stadt lässt gerade ein Gutachten anfertigen, denn langfristiges Ziel ist es, die Lindenhofbrücke zu sanieren. Damit die Züge danach ein wenig weiter fahren können.

Nach kurzem Halt legt Lokführer Hannes Wohlgemuth den Vorwärtsgang ein. Nun tuckert das Bähnle gen Unterrauschenthal. Stopp vorm Bahnübergang, Hans-Rainer Fischer steigt ab und sperrt die Straße. Eine Sicherheitsauflage. Bei der Einfahrt auf das Vereinsgelände sehen die Reisenden dann einen richtigen Bahnhof mit Stationshaus und Bahnsteig. Das hölzerne Gebäude haben die Eisenbahnfreunde als marode und zum Ziegenstall umgenutzte Ruine in Kleinmockritz vorgefunden, dort abgebaut, saniert und in Unterrauschenthal wieder aufgebaut. Eine Heidenarbeit war das und Zimmermann Frank Schuhmann erzählte den zahlreichen Besuchern des Vereinsfestes davon.

Währenddessen fährt der Zug weiter in Richtung Kriebethal, passiert noch einen Bahnübergang, wo sich wieder die gleichen Sicherheitsvorkehrungen notwendig machen. Und schließlich rückt ein bemoostes Ortseinsgangsschild näher: „Kriebethal – Landkreis Mittweida“ ist darauf zu entziffern. Hannes Wohlgemuth schmeißt den Rückwärtsgang rein und die Ns 2f schiebt den voll beladenen Wagen zurück zum Bahnhof Unterrauschenthal. Hier feiert eine große Schar Leute Vereinsfest und etliche nutzen die Gelegenheit, um endlich mal wieder Zug zu fahren zwischen Waldheim und Kriebethal.

Von Dirk Wurzel

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