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Döbeln Auf geht’s: Die Siedler starten in Klosterbuch
Region Döbeln Auf geht’s: Die Siedler starten in Klosterbuch
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19:16 08.07.2018
Mit Kind und Kegel auf historischer Tour: Aline Kästner und Klaus-Peter Schneidenbach laufen mit den Kindern Karl Jonas (9)und Riina (1,5) beim Besiedlungszug mit. Quelle: Sven Bartsch
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Klosterbuch

Die Zeitreise ins Mittelalter beginnt diesmal im Kloster Buch. Jetzt starteten sie zu ihrer ersten und längsten Etappe. Gut, das die Kurzweil mitreist.

Kein Mobiltelefon, kein Radio – dafür aber jede Menge Kaffee im Gepäck. So läuft Aline Kästner aus der Nähe von Frauenstein mit ihrem Begleiter Klaus-Peter Schneidenbach beim diesjährigen Besiedlungszug mit. Mit dabei die drei Kinder, die kleine Riina ist erst anderthalb Jahre alt. „Es ist eine Auszeit vom normalen Alltag“, sagt Klaus Peter Schneidenbach. „Eine Auszeit in einem eigenen Kosmos“, ergänzt Aline Kästner. Mit dem Campieren im Zelt hat sie keine Probleme, das ist sie von Festivals gewohnt. „Die Herausforderung beim Besiedlungszug ist, die Kinder zum Laufen zu bringen“, sagt die junge Frau.

Und zu Laufen gibt es viel. Gleich die erste Etappe von Klosterbuch nach Moosheim, das zur Gemeinde Rossau gehört, ist 25 Kilometer lang. Neben gutem Kaffee hat Aline Kästner auch eine zweite Errungenschaft der Moderne im Gepäck, auf die die Siedler vor 862 Jahren nicht zurückgreifen konnten: Blasenpflaster und Salbe gegen wunde Füße.

„Bauern aus Franken, wir heißen Euch herzlich willkommen, auf dass Ihr mit dazu beitragt, dass das Meißnische Land erblühe“, so begrüßte Markgraf Otto der Reiche, dargestellt von einem Schauspieler, die Siedler in Klosterbuch, darunter auch Aline Kästner und Klaus-Peter Schneidenbach. Für sie wie für die anderen Siedler ist der Besiedlungszug eine Art Urlaub – für die Siedler des 12. Jahrhunderts bedeute der Ruf des Meißner Markgrafen der Beginn einer neuen Existenz. Es war ein mittelalterliches Einwanderungsprogramm. Es versprach jedem Neubauern pachtfreies Land. Allerdings mussten sie es in schwerer Handarbeit urbar machen und den Wald roden.

Markgraf Otto der Reiche eröffnete den Siedlerzug in Klosterbuch. Quelle: Sven Bartsch

Solche Entbehrungen warten auf die Teilnehmer des 25. historischen Besiedlungszuges nicht. Gleichwohl wird es eine „harte Woche“, wie Lokator Michael Ehnert sagte. 50 Pferde ziehen die Wagen der Siedler, die nicht fußläufig nach Sachsenburg bei Frankenberg – dem Ziel der Reise – gelangen. Für die sichere Fahrt sorgt beim Besiedlungszug ein Klosterbucher – Klosterschmied Andreas Vogel ist als „Mechaniker“ dabei und hatte schon die vergangene Woche bei der Vorbereitung geholfen. Und um die Kurzweil nach langem Fußmarsch oder holpriger Fahrt im Planwagen ist es auch gut bestellt. Das Theater „Anfissa“ reist im eigenen Planwagen mit. Ein Dutzend Schauspielerinnen und Schauspieler geben „jeden Abend das selbe Stück. Ich sage aber nicht, worum es geht“, kündigt Thomas „Martin“ Luther vom Anfissa-Theater scherzhaft an. Er hatte die Leute am Sonnabend wort- und gestenreich zum Auftritt des Markgrafen zusammengerufen und dabei eine Kostprobe seines darstellerischen Könnens gegeben. Mehr davon gibt es heute in Gleisberg und morgen in Marbach – den nächsten Stationen des historischen Besiedlungszuges in der Region Döbeln.

Von Dirk Wurzel

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