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Auf scharfen Kufen unterwegs: Gina Jäschke aus Wendishain ist Eiskunstläuferin

Mit 15 Mädels auf dem Eis Auf scharfen Kufen unterwegs: Gina Jäschke aus Wendishain ist Eiskunstläuferin

Seit ihrem fünften Lebensjahr steht Gina Jäschke aus Wendishain als Synchroneiskunstläuferin bei den „Skating Graces Novice“ in Chemnitz auf dem Eis. Wettkämpfe gehören genauso zum Alltag der Zwölfjährigen wie drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche. Unterstützung bekommt sie dabei von ihrer Familie.

Gina Jäschkes großer Traum ist es, einmal bei einer Weltmeisterschaft zu laufen.

Quelle: Sven Bartsch

Wendishain/Chemnitz.

Disziplin ist das A und O

Schnell musste sie lernen, wie viel Disziplin zu ihrem neuen Hobby dazugehört. In der Woche wird jeweils zweieinhalb Stunden trainiert, am Wochenende bis zu vier Stunden. Mit 15 weiteren Mädchen – zwischen zehn und 15 Jahren – steht sie dabei auf dem Eis. „Der Trainer vom Synchronlaufbereich hatte uns damals angesprochen, weil er auf Gina aufmerksam geworden ist“, weiß Monique Jäschke. Eine Karriere als Sololäuferin kam für die Zwölfjährige nicht in Frage. „Sie ist nicht so forsch, läuft nicht jeden Schritt perfekt. Statt auf Leistung getrimmt zu werden, soll ihr das Eislaufen Spaß machen“, betont ihre Mutter. Dabei ist das Synchroneislaufen eine ganze Ecke anspruchsvoller. 16 Mädchen, die gemeinsam auf der Eisfläche stehen, müssen sich synchron zueinander bewegen. Da muss jeder Schritt sitzen. „Die Mädels werden nach Zählzeiten trainiert, so ist es für sie einfacher“, fährt Monique Jäschke fort.

Körperbalance und Beweglichkeit sind zwei der wichtigsten Eigenschaften, die beim Eiskunstlauf zählen. Und man muss früh genug anfangen. Beim Synchroneiskunstlauf sprach besonders der Mannschaftscharakter die Familie an. „In den letzten Jahren ist im Verein eine große Freundschaft entstanden. Selbst wir Mütter sind involviert“, weiß Monique Jäschke. Und auch die eigenen Personlichkeitsentwicklung ihrer Tochter in der Vergangenheit ist der Mutter aufgefallen. Trotz des enormen zeitlichen und organisatorischen Aufwandes dachte Gina Jäschke nie ans Aufhören. Auch die Schule leidet nicht darunter. „Das hat oberste Priorität“, weiß ihre Mutter. Das Credo an einer Sache zielstrebig dranzubleiben, wenn man einmal begonnen hat, hat Monique Jäschke ihrer Tochter frühzeitig mit auf den Weg gegeben. Jetzt beißt sie sich durch. Auf die Frage, was sie in ihrer sportlichen Karriere noch erreichen will, sagt sie bescheiden: „Ich würde gern irgendwann mal bei der Seniorenmannschaft mitlaufen.“ Die erfolgreichen Meisterläuferinnen des Chemnitzer Vereins nehmen nur die Besten auf, nehmen an Weltmeisterschaften teil.

Neben dem Eiskunstlauf interessiert sich die Zwölfjährige auch für den Reitsport. In der Schule ist sie Teil der Pantomime-Gruppe. „Eiskunstlauf ist aber mein größtes Hobby“, sagt die Wendishainerin selbstbewusst. Auch, wenn sie für den Sport manchmal an ihre Grenzen gehen muss. „Verletzungen gab es schon. Stürze gehören dazu, aber das stecken wir weg.“ Eine größere Verletzung hatte sie auch schon, da stürzte sie so schwer, dass sie eine Gehirnerschütterung davon trug.

Stürze gehören dazu

Zu den Wettkämpfen innerhalb einer Saison wird Gina Jäschke von ihrer Familie begleitet – zur Unterstützung und zum Anfeuern. Seit der Saison 2014/15 starten die „Skating Graces Novice“ in der Kategorie Advanced Novice. Die Jahre zuvor waren sie noch in der Kategorie Basic Novice, wurden dort Deutscher Meister und waren auch international sehr erfolgreich. Die Sportlerinnen werden im Laufschultraining ausgebildet, üben Einzelsprünge, Pirouetten und auch Ballett und Athletik gehören dazu. Der nächste große Wettkampf ist die Deutsche Meisterschaft Anfang Januar. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Pro Saison beschränken sich das Synchroneinskunstlaufteam auf eine Kür. Etwa eine Hand voll Wettkämpfe stehen für die jungen Sportlerinnen pro Saison auf dem Plan.Im Vorfeld auf solche sportlichen Großereignisse wird das Training auch noch mal intensiviert. Wenn es um die präsentierte Kür geht, bekommen die Mädchen auch ein Mitspracherecht – gerade wenn es um Kostüme oder Musik geht. „Dieses Mal haben sich die Mädels ein erwachseneres Lied gewünscht. Darauf sind die Trainer dann eingegangen“, erklärt Mutter Monique Jäschke.

Bevor Gina Jäschke vor zwei Jahren in den Wettkampfbetrieb startete, konzentrierte sie sich über vier Jahre lang darauf, dafür zu trainieren. „Gina ist im Neulingsteam gestartet, trainierte zum Schluss dann schon parallel im Nachwuchsteam“, so die Mutter weiter. Disziplin ist in diesem Sport, wie auch in jedem anderen, das A und O. Das weiß die Zwölfjährige nur zu gut. Sich durchzubeißen und auch mal mehr Kraft zu investieren, ist etwas, was Gina Jäschke gelernt hat. Trotzdem: Der Spaß soll im Vordergrund stehen. Das ist auch der Grund, warum es für die Familie nie in Frage kam, die Tochter auf ein Sportinternat zu schicken, betont Monique Jäschke: „Es sollte immer ein Hobby bleiben. Dann fahren wir lieber mehrmals die Woche nach Chemnitz zum Training, haben aber nach wie vor ein Familienleben. Das war uns und vor allem Gina wichtig.“

Von Stephanie Jankowski

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