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Döbeln Aufbruchsstimmung bei Ostrauer und Zschaitzer Firmen
Region Döbeln Aufbruchsstimmung bei Ostrauer und Zschaitzer Firmen
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00:47 30.04.2018
Erfolg für den Vorstand des Gewerbeverbandes Ostrau mit Bernd Sonntag (r.) an der Spitze: der 1. Unternehmerstammtisch. Quelle: Natasha Allner (Archiv)
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Ostrau

Es gibt immer wieder Fälle, in denen steif gestartete Abende, die von vorn aus moderiert werden, eine gewisse Eigendynamik entwickeln. Wenn aus einem Vortragsabend eine kleine Party wird, bei der sich zuvor Fremde am Ende bei einem Bier in lockerer Runde unterhalten. So einen Abend erlebte der Gasthof Wilder Mann am Donnerstag beim ersten Unternehmerstammtisch, den der Gewerbeverband Ostrau unter Federführung von Bernd Sonntag organisiert hatte.

Zwölf Mitglieder hat der Verband eigentlich nur – doch rund 20 Firmen waren mit mehr als 30 Gästen vertreten. Dazu hatten sich die Bürgermeister Dirk Schilling (Ostrau, CDU) mit einigen Verwaltungsmitarbeitern und Immo Barkawitz (Zschaitz-Ottewig, Freie Wähler) eingefunden. Letzterer zeigte sich erstaunt über das große Interesse. „Wir haben so etwas vor vier Jahren am Stausee Baderitz schon mal gemacht, da waren acht Leute da. Ich hätte nicht gedacht, dass heute so viele kommen. Aber es ist der richtige Weg, sich kennenzulernen. Denn für uns als Zschaitzer allein macht es keinen Sinn“, sagte Barkawitz.

Steifer Start

Dennoch wollte der Funke in den ersten 90 Minuten nicht so recht überspringen. Dirk Schilling hatte im offiziellen Programmteil über den aktuellen Stand der B169-Planung gesprochen, der sich allerdings seit 2017 nicht geändert hat. Auch zum Breitbandausbau redete der Bürgermeister. Christa Müller, Prokuristin der Ostrauer Pietsch Haustechnik, warb für ihre Berufsrallye am 24. Mai, bei der mit dem Dachdeckerbetrieb Kunze auch erstmals ein Betrieb aus Zschaitz-Ottewig dabei ist. Und der Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes, Stephan Baillieu, erklärte nochmal kurz das neue Regenwasserentgelt, das ab 2019 auch Firmeninhaber trifft.

Doch die Stimmung blieb verhalten, es wurde mehr getuschelt als offen gesprochen. Bernd Sonntag rief immer wieder zu Beteiligung aus, warb dafür, Visitenkarten im Vorraum abzulegen, um Kontakte zu knüpfen. Er hatte sich beim Döbelner Unternehmernetzwerk BNI inspirieren lassen.

Unternehmensberaterin bricht das Eis

Unternehmensberaterin Peggy Dietrich-Lohse aus Ostrau ging schließlich voran und brach das Eis. „Viele hier kennen sich, aber eben nicht alle“, hob sie an. „Ich arbeite seit über 20 Jahren in Ostrau, habe mein Netzwerk aber zum Großteil in Döbeln. Ich finde, das ist hier eine schöne Plattform, aber was mir bisher gefehlt hat, ist das sich alle mal vorstellen: Wer bist du, was produzierst du? Hier sitzen 30 Leute, die euer Vertrieb sind“, rief sie in die Runde.

Christa Müller sprang ihr bei und Bernd Sonntag bemerkte, dass es in den beiden Kommunen immerhin 200 Gewerbetreibende gibt und somit noch Potenzial vorhanden sei. So fing Katrin Joachim, Geschäftsführerin der Hopfen- und Obstbau GmbH Schrebitz an mit einer Vorstellungsrunde, die Lachen, Staunen und viele „Aha’s“ hervorbrachte. An deren Ende sich Joachim mit dem ihr zuvor unbekannten Silvio Tänzer unterhielt, der als studierter Obstbauer eine große Lücke in ihrem Unternehmen schließen könnte.

Neue Bekanntschaften geschlossen

Und sich viele wunderten, dass es zwei IT- und einen Verpackungsspezialisten in der Region gibt. Und herzlich lachten, als die Gebrüder Wachs ihre Landwirtschaftsbetriebe mit Hühnerzucht, Erdbeeranbau und Feldbetrieb herrlich erfrischend vorstellten oder Landwirt Andreas Paas nach Pachtflächen für seinen betrieb fragte.

Ostraus georgischer Tausendsassa Paata Kvantidze fasste den Abend trefflich zusammen: „Es hat sehr offiziell und ohne Geschmack begonnen. Aber was daraus geworden ist, macht Hoffnung.“ Einmal pro Quartal wollen sich die Unternehmer nun treffen – das nächste Mal schon im Juni. Und andere dazu holen, die den Auftakt noch verpasst haben.

Von Sebastian Fink

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