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Döbeln Aufkleberschwemme verunstaltet Roßwein
Region Döbeln Aufkleberschwemme verunstaltet Roßwein
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18:00 11.03.2016
Aufkleber auf Verkehrsschild. Quelle: Olaf Büchel
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Rosswein

Die Stadt wird gerade besonders schlimm zugepflastert – mit Aufklebern. Überall prangen sie, die kleinen politischen Botschaften, Logos oder Slogans. Die Täter – es handelt sich in diesen Fällen oft um Sachbeschädigung – machen vor Briefkästen der Post ebenso wenig Halt wie vor Verkehrszeichen. Die Stadt ist so gut wie machtlos gegen diese Verschandelung. Die Kleber müssten auf frischer Tat erwischt werden.

Die Anwohner der Karl-Marx-Straße sind extrem sauer, berichtete Stadtrat Christian Senftleben (CDU) in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses. Aufkleber wohin das Auge reicht: auf Papierkörben, an Laternenmasten, Zäunen, Dachrinnen, Schildern... Das Problem: die Klebstoffe mit denen die Papierschnipsel auf den glatten Flächen haften, sind meistens so hartnäckig, dass man sie gar nicht oder nur mit großem Aufwand wieder abbekommt. „Ich bin jetzt erst wieder von den Bürgern darauf angesprochen worden, ob die Stadt nichts dagegen unternehmen kann“, berichtete Senftleben. Er habe festgestellt, dass es sich in der Karl-Marx-Straße um Aufkleber von „links gegen rechts“ handelt. Der Stadtrat: „Wir müssen das Kind ja mal beim Namen nennen.“

Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) kennt das Problem zur Genüge. Die andere, rechtsextreme Seite sei auf diesem Gebiet ebenfalls nicht untätig: „Es wird gesprüht und geklebt was das Zeug hält. Diese Leute haben überhaupt keinen Respekt mehr vor materiellen Werten. Auf die neue blaue Brücke haben sie vor kurzem eine 38 geschmiert.“ Die „38“ ist eine Symbolzahl und steht für die Unterstützerszene der rechtsradikalen Hammerskins.

„Wir haben zwei Mitarbeiter auf dem Bauhof, die sich unter anderem mit dem Entfernen solcher Aufkleber befassen. Das geschieht regelmäßig im Stadtgebiet. Es gibt sogar ein extra Spray, damit das einfacher geht. Doch die Klebstoffe sind immer schlimmer. Und mittlerweile gibt es auch große Aufkleber im A4-Format“, schildert Lindner das Dilemma.

Die, die für die Kleberei verantwortlich sind, müssten das Ganze auch wieder wegmachen, meint Christian Senftleben. Dass das nicht so einfach ist, weiß der Niederstriegiser Ortsvorsteher Heinz Martin: „Wir hatten das bei uns auch. Es bringt aber nichts, wenn Du weißt, wer zum Beispiel der Absender oder Hersteller solcher politischen Botschaften ist. Diejenigen kann man nicht belangen. Du musst denjenigen, der die Dinger drauf klebt, auf frischer Tat erwischen. Wir sind dem also praktisch ohnmächtig ausgeliefert.“

Von Olaf Büchel

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