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Aus Roßwein in die Werkhallen der Region

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Roßwein. An Nachwuchskräften mangelt es im Maschinen- und Werkzeugbau - daher hat das Mitteldeutsche Fachzentrum Metall und Technik (MFM) als Aus- und Weiterbildung alle Hände voll zu tun.

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Denis Ginter aus Roßwein hat sich in den letzten Tagen schon mit der Steuerung der neuen CNC-Fräse im Metallfachzentrum vertraut gemacht. Die Kraft und Geschwindigkeit, mit der das Gerät arbeitet, bringt ihn manchmal noch ins Schwitzen. Das soll nach einem Jahr Ausbildungszeit aber vorbei sein.

Quelle: Sven Bartsch

Um den Anforderungen der Betriebe gerecht zu werden, hat der Leiter der Ausbildungsstätte, Diether Hils, eine nagelneue CNC-Fräse in die Maschinenhalle gestellt, an der "jeder, der es wirklich will", innerhalb eines Jahres den Umgang mit der modernen Technik lernen kann. In den nächsten zehn Jahren soll die Maschine, mit der Bauteile im Maschinen- und Werkzeugbau geschnitten, geschliffen und gelocht werden, Lehrgangsteilnehmer auf den neuesten Stand der Entwicklung bringen. Wer den Kurs schafft, kann sich eines Arbeitsplatzes sicher sein, sagt Hils.

 

Denis Ginter ist der erste, der seine Erfahrungen an der CNC-Fräse machen darf. Der 34-jährige Roßweiner ist seit April in dem Umschulungslehrgang am MFM und steht der neuen Technik fast schon ehrfürchtig gegenüber. "Ich habe schon an den alten Maschinen mitgearbeitet. Aber an das neue Gerät geht man schon etwas mit Angst heran, weil die Maschine mit so einer Geschwindigkeit fährt... puh", sagt Ginter und fährt sich lächelnd mit der Hand über die Stirn.

 

Die Angst werde der frühere Bauarbeiter bis kommenden April verloren haben und dann "fräsen wie ein junger Gott", ist Diether Hils überzeugt. Schon 2010 hatte Denis Ginter eine Feinmechaniker-Umschulung am MFM begonnen, die er aber wegen eines Bandscheibenvorfalls nicht beenden konnte. Darum ist er froh, jetzt die zweite Chance zu haben. In acht Monaten darf er sich - nach bestandener Prüfung an der Handwerkskammer Chemnitz - CNC-Fachmann nennen.

 

Einen Job in der näheren Umgebung hat er damit fast sicher. Denn die Ausbildung gilt als Qualitätssiegel für Bewerber. "Sie lernen hier die Programmierung der elektronischen Steuerung von der Pike auf und wenn sie in die Betriebe gehen, können sie das. Hier wird auch das Arbeiten auf Geschwindigkeit trainiert. Ein Teil muss in einer gewissen Zeit fertig sein, sonst ist man für die Produktion zu langsam", weiß Hils. "Im Altkreis Döbeln und in der ganzen Region Mittelsachsen gibt es viele Firmen, die Leute mit so einer Ausbildung suchen. Wir haben sehr viele Anfragen. Die, die hier fertig werden, haben alle eine Stelle". Erst kürzlich sei einer der Lehrgangsteilnehmer von seinem Praktikumsbetrieb vom Fleck weg engagiert worden.

 

Auf einen ähnlichen Erfolg hofft auch Denis Ginter. In zwei Roßweiner Betrieben wird er im Winter sein vierwöchiges Praktikum absolvieren. Doch nicht nur Umschüler wie er können von der Neuanschaffung im MFM profitieren. "Es gibt auch Teilnehmer von Firmen, die bloß an der neuen Steuerung fit gemacht werden sollen. Dafür haben wir verschiedene Module, die jeweils ein Vierteljahr dauern", erklärt Hils.

 

Die Aus- und Weiterbildung solle den Teilnehmern auch vermitteln, dass die metallverarbeitenden Berufe längst kein Knochenjob mehr sind, sondern vor allem Verstand erfordern. "Wir lassen die Leute sehr schnell an die Maschinen, da lernen sie Präzision. Erzieherische Werkstücke wie zu meiner Zeit, als wir aus einem dicken Metallklotz über Wochen einen Hammer feilen mussten, gibt es bei uns nicht", sagt Hils. Interessenten können sich beim MFM melden. Alle Informationen zur Fortbildung gibt es im Internet.

 

www.mfm-rosswein.de

Sebastian Fink

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