Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Aus alter Kasernenfläche wird Schulhof und Parkplatz
Region Döbeln Aus alter Kasernenfläche wird Schulhof und Parkplatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 07.09.2018
Auf der Fläche der abgerissenen Kaserne (vorn) entsteht ein neuer Parkplatz und der größere Schulhof der Kunzemann-Grundschule. Der jetzige Parkplatz gehört später zum Gelände des Rechnungshofes (gelbes Gebäude). Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Einen Blick auf die künftige Gestaltung des Döbelner Kasernengelände nach der Ansiedlung des Landesrechnungshofes in Döbeln konnten die Döbelner Stadträte am Donnerstag werfen. Baudezernent Thomas Hanns hatte eine Entwurfszeichnung der vom Freistaat beauftragten Architekten mitgebracht. Die Planungen sind noch nicht endgültig. Doch Thomas Hanns wollte den Stadträten damit den Flächentausch verdeutlichen, über den die Stadträte abstimmen sollten.

Die Stadt Döbeln will nämlich auf dem ehemaligen Kasernengelände eines ihrer Flurstücke gegen zwei Flurstücke aus dem besitz des Freistaates Sachsen eintauschen. Fast 6000 Quadratmeter im EWert von über 100 000 Euro gingen an die Stadt Döbeln. Die gibt im Gegenzug 2300 Quadratmeter im Gegenwert von etwa 70 000 Euro ab.

Notwendig ist das Prozedere für die künftige Gesamtgestaltung des ehemaligen Kasernengeländes. Die Stadt übernimmt bei diesem Grundstücksdeal die ehemalige Grundfläche der gerade erst abgerissen Kasernenruine. Die eine Hälfte des Gelände soll nach den Plänen der Kunzemann-Grundschule als Schulhoferweiterung zugeschlagen werden. Dafür möchte die Stadt im nächsten Jahr Schulbaufördermittel einsetzen. Die anderer Hälfte der Abrissfläche soll als Parkplatz gestaltet werden. Von den 100 dort geplanten Pkw-Stellflächen sollen 49 für Besucher des neuen Sächsischen Landesrechnungshofes vorgesehen werden. Das wird als Dingbarkeit im Grundbuch eingetragen. Der Freistaat Sachsen verzichtet im Gegenzug bei diesem Grundstückstausch auf einen finanziellen Ausgleich in Höhe von rund 30 000 Euro. Die Parkplätze auf diesem neuen öffentlichen, städtischen Parkplatz sollen nach Feierabend und an den Wochenenden komplett der Allgemeinheit zur Verfügung stehen, etwa auch für Sportveranstaltungen im nahen Bürgergartenstadion.

Kommentar: Döbeln profitiert vom Rechnungshof

Der Umzug des Landesrechnungshofes nach Döbeln bringt der großen Kreisstadt viele Punkte. Erwartet werden 190 gut bezahlte Mitarbeiter, die mit ihrem Einkommen in der Stadt Umsatz machen, die vielleicht perspektivisch sogar nach Döbeln umziehen oder aus Döbeln kommen. Gut bezahlte, anspruchsvolle Jobs sind wichtig für die Region, um gut ausgebildete junge Leute zu halten oder nach ihrem Studium zurück zu locken. Die 190 Leute der Landesbehörde sind auch ein Pfund, wenn es darum geht, auf die Verkehrsverbünde Druck zu machen, dass Döbeln endlich vernünftige, der S-Bahn vergleichbare Bahnverbindungen nach Dresden, Chemnitz und Leipzig braucht. Nicht zuletzt trägt der Sitz der obersten Finanzhüter im Freistaat auch zu einer größeren Bekanntheit Döbelns bei.

Doch all das ist noch Zukunftsmusik. Aber die Stadt profitiert schon jetzt von den Umzugsplänen: Die hässliche Kasernenruine auf dem Gelände ist auf Kosten des Freistaates schon mal abgerissen worden. Und mit dem jetzt beschlossenen Grundstückstausch bekommt die Kunzemann-Grundschule einen größeren, grüneren Schulhof und die Bürger einen neuen auch für die Allgemeinheit nutzbaren Großparkplatz.

th.sparrer@lvz.de

Hinter dem neuen Parkplatz und dem erweiterten Schulhof gehört zum Grundstücksdeal noch eine Ruderalfläche. Ruderal kommt aus dem lateinischen und steht für Klumpen, Brocken oder im übertragenen Sinne auch Kies oder Schotter. Es handelt sich hierbei um eine Art Biotop oder Grünfläche, die auf etwa 1800 Quadratmetern zwischen dem neuen Parkplatz und der Heimerer-Schule hergerichtet wird. Die Ruderalfläche ist eine Forderung des Naturschutzes. Für diesen Flächenteil werden deshalb auch nur ein Eu Kaufpreis je Quadratmeter angesetzt. Das Grundstück mit dem jetzt bestehenden Parkplatz auf dem Kasernengelände wird dem Freistaat übergeben und gehört zukünftig zum Freigelände des Landesrechnungshofes. Auf diesen Flächen entstehen nach den ersten Planentwürfen abgegrenzte Stellflächen für die etwa 190 Mitarbeiter der neuen Behörde. Es werden Bäume gepflanzt und das eingezäunte Gelände parkähnlich angelegt.

Noch in diesem Jahr starten im Gebäude des früheren Straßenbauamtes Abbrucharbeiten. „Diese Entkernungsarbeiten sind vorbereitende Leistungen, um im ersten Quartal 2019 zügig mit den eigentlichen Umbauarbeiten für den Rechnungshof beginnen zu können. Nach aktuellem Planungsstand ist von einer Bauzeit von etwa 24 Monaten auszugehen. Die Baufertigstellung wird also im Frühjahr 2021 erwartet“, sagt Stephan Gößl, Pressesprecher des Sächsischen Finanzministeriums.

Von Thomas Sparrer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Weil die Zahl der Hunde in der Gemeinde Zschaitz-Ottewig steigt und die Hundesteuer seit 2001 unverändert blieb, erhöht die Kommune nun den Satz ab Januar 2019. Zugleich will man den rund 30 Prozent nicht angemeldeten Hunden auf die Spur kommen.

07.09.2018

Mittagspause an der Zschopau hieß es am Freitag für die Teilnehmer der 9. Historic Rallye Erzgebirge. Auf dem Waldheimer Obermarkt aufgestellt konnten die edlen Karossen unter die Lupe genommen werden. Auch seltene Schmuckstücke wie etwa ein Melkus RS 1000 zogen die interessierten Blicke auf sich.

07.09.2018

Dank verschiedener Benefizaktionen ist die Domantherapie für die siebenjährige Josefine Stuber jetzt für ein Jahr abgesichert. Die Krankenkassen zahlen nicht. Gesucht werden jetzt Leute, die bei der Umsetzung der Übungen helfen können.

07.09.2018