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Döbeln Aus der Lausitz nach Gersdorf: Neues Leben für alte Schmiede
Region Döbeln Aus der Lausitz nach Gersdorf: Neues Leben für alte Schmiede
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00:18 03.03.2017
Susan Tusche und Mike Hoffmann sind ab Juni gemeinsam mit den Kindern Friedrich und Frieda offiziell Gersdorfer.  Quelle: René Helm
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Gersdorf

 Während in einer Ecke des Hauses die Bauarbeiten vonstatten gehen, schwitzt der siebenjährige Friedrich im Nebenzimmer über den Matheübungen. Es besteht kein Zweifel: In der Gersdorfer Schmiede kehrt gerade wieder Leben ein. Susan Tusche und Mike Hoffmann kauften bereits im September des vergangenen Jahres die Immobilie. „Den Vertrag unterschrieben wir an meinem Geburtstag“, erinnert sich die 38-Jährige. Jetzt, in den Winterferien, nutzt die Familie die Zeit, um im Gebäude weiter voranzukommen.

Liebe auf den zweiten Blick

Knapp zwei Stunden Fahrtzeit und rund 170 Kilometer liegen zwischen ihrem ehemaligen Heimatort und Gersdorf. Susan Tusche und ihr Lebensgefährte Mike Hoffmann sind die neuen Besitzer der Gersdorfer Schmiede. Schon in wenigen Monaten will das Paar gemeinsam mit den Kindern einziehen. Noch leben sie im Landkreis Görlitz in der Lausitz. „Wir wollten weiterhin ländlich wohnen, suchten aber auch nach einer Umgebung, die uns beruflich mehr Möglichkeiten gibt“, erklärt Mike Hoffmann. Der 46-Jährige und seine Lebensgefährtin möchten sich hier in der Region beruflich neu orientieren. In ihrem Heimatort hatte Susan Tusche neun Jahre lang ein Modegeschäft. Beide schätzen sich flexibel ein, wollen sich schon bald auf die Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen begeben. Dass es nun Mittelsachsen und im Speziellen Gersdorf geworden ist, ist einem Zufall zu verdanken. „Als wir uns für eine Region entschieden hatten, haben wir uns nach Immobilien umgesehen“, erklärt Mike Hoffmann. Auf die Schmiede aufmerksam geworden, vereinbarten sie einen Besichtigungstermin. „Als wir mit dem Auto hier ankamen, sagte ich zu meinem Lebensgefährten ’Tritt aufs Gaspedal’“, erzählt Susan Tusche schmunzelnd. Das Paar entschied sich, zumindest einen Blick zu riskieren. Gut so, denn schon als die beiden die kleine Steintreppe zum Hof hinauf stiegen, war es um sie geschehen. „Das hat uns gleich gefallen“, sagt Susan Tusche. Im Gebäudeinneren bestätigte sich das erste Gefühl. Die Entscheidung war gefallen und die Gersdorfer Schmiede bekam neue Besitzer.

Mike Hoffmann möchte im Haus vieles in Eigenregie schaffen. Seine Lebensgefährtin unterstützt ihn dabei. Schon im Juni will die Familie mit Sack und Pack in Gersdorf einziehen. Zuallererst widmen sich die neuen Eigentümer den Kinderzimmern im Obergeschoss. Immer wieder entdeckt die Familie dabei kleine Details, die den Charme des Hauses ausmachen. Stück für Stück verlieben sie sich so immer mehr in ihr baldiges, neues Zuhause. Das Paar hat Visionen und Fantasien ohne dabei in naives Träumen abzurutschen. „Es gibt viel zu tun, aber es kann wirklich schön werden“, sagen sie.

Werkstatt in Schmiederäumen

Die alte Schmiede möchte Mike Hoffmann mal als Werkstatt nutzen. Der 46-Jährige restauriert leidenschaftlich gern alte Motorräder. Der alten Schmiedehammer soll aber auf jeden Fall bleiben. „Erst einmal ist aber das Wohnhaus an der Reihe“, betont er. Friedrich und seine zehnjährige Schwester Frieda haben sich ihre Kinderzimmer schon ausgesucht. Ab dem nächsten Schuljahr wechseln die beiden Geschwister auch an die neuen Schulen. Friedrich wird in die zweite Klasse der Gersdorfer Grundschule gehen. Frieda wiederum beendet schon bald ihre Grundschulzeit, soll dann eine Oberschule besuchen. Ob Hartha oder Leisnig, das weiß die Familie noch nicht. Die älteste Tochter wird ebenfalls ab und an in Gersdorf zu Besuch sein. Der Umzug in den Harthaer Ortsteil soll vor allem für die beiden Kinder Raum zur Entwicklung geben. „Es gibt hier wahnsinnig viele Angebote – sowohl sportlich als auch kulturell.“

Eines ist der Familie sofort aufgefallen: „Wir sind in Gersdorf schon herzlich empfangen worden. Immer mal wieder schaut jemand vorbei, nur um Hallo zu sagen“, schwärmt Susan Tusche von ihrem baldigen Zuhause. „Das ist für uns sehr wichtig und gibt uns ein gutes Gefühl.“

Von Stephanie Helm

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