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Aussichten auf eine Superernte im Weingarten Preusche

Aussichten auf eine Superernte im Weingarten Preusche

"Wer täglich seinen Wein getrunken und damit niemals ausgesetzt, der muss zu letzt dem Tod noch bitten, dass er für ihn die Sense wetzt." Diesen und zahlreiche andere Wein- und Trinksprüche hat Joachim Preusche auf Lager.

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Hobbywinzer Joachim Preusche aus Dreißig freut sich auf die diesjährige Weinlese: Wenn jetzt kein Hagel dazwischenfunkt, kann die Ernte Ende August starten.

Quelle: N. G. Allner

Und nicht nur das. "Ich halte mich auch daran, jeden Abend gibt es einen kleinen Schoppen", betont der rüstige Winzermeister. Der in diesem Jahr sein 25-jähriges Unternehmensjubiläum feiert, denn Preusche machte sich 1990 selbstständig.

 

Wein war sein Leben und ist es immer noch. Spricht der Senior von seinem Weingarten, der Weinstube und seinen Lieblingssorten (vorrangig dem uralten Traminer) bekommen seine Augen diesen Glanz und seine Hände geben dem Ganzen den nötigen Nachdruck. Bereits 1964 kommt er mit dem Rebensaft in Kontakt. Damals beginnt der gelernte Konfektmacher aus Pirna am Staatsgut Wackerbarth mit einer Erwachsenenqualifizierung. Zehn Jahre später hat er den Titel eines Winzermeisters in der Tasche. Auch seine Frau Ingrid kennt sich in Sachen Wein aus - sie ist ausgebildete Kellerfacharbeiterin. Nach der Wende traut sich Preusche mit Wein- und Sektsondereditionen für Firmenkunden auf den Markt. Mitte der Neunziger wird seine Idee, der Glühwein für Diabetiker, zum Erfolg.

 

Etwas mehr Erfolg würde sich der Wahl-Dreißiger mit seiner Weinstube wünschen, welche im vergangenen Jahr eröffnete. Natürlich sitzen Gäste in dem schicken Stübl oder auf der tollen Außenterrasse, aber es ginge eben immer noch ein wenig mehr. Auch kommen Besucher auf den Weinhof, um sich Tipps und Tricks in Sachen Weinanbau und -pflege abzuholen: Seitdem sich der "Weinbauverein Döbeln und Umgegend 1947" gegründet und "sich das herumgesprochen" hat sogar mit steigender Tendenz. Auch übernimmt Weinprofi Preusche Verkostungen und Workshops.

 

Langweilig wird dem passionierten Weinbauer bestimmt nicht: In diesem Jahr hat er aufgrund der hohen Temperaturen und langen Trockenheit vor allem seine Jungreben gießen müssen. Die Rebsorten Regent, Phönix, Grauburgunder (früher Ruhrländer) und Mitschurinski wachsen auf dem Areal neben dem Haus, dazu kommen weitere Tafeltraubensorten. "Die Erträge sind in jedem Jahr unterschiedlich und abhängig von der Witterung", betont Joachim Preusche. Für dieses Jahr erwartet er eine "Bombenernte, wenn's so bleibt" und nicht etwa Hagelschauer die Früchte seiner Arbeit zu nichte machen. Darüber hinaus geht der Hobby-Winzer davon aus, dass der wein süßer als sonst werden könnte: Den Oechsle-Grad bestimmt Preusche mit einem Refraktometzer selbst. Der dadurch ermittelte Zuckergehalt entscheidet über den Beginn der Ernte. In Dreißig wird sie vermutlich Ende des Monats oder Anfang September beginnen.

 

Die Lese übernehmen Preusches selbst, manchmal helfen Sohn und Schwiegertochter. Die Anbaufläche ist überschaulich, geschnitten wird mit einer Ernteschere, transportiert in Eimern, immer schön sortenweise. Vielleicht dauert das ein paar Tage oder länger. Joachim Preusche teilt sich das Areal in Parzellen und so die Arbeit ein. "Immerhin ist es nur noch ein Hobby", so der Gemütsmensch. Und nicht zu vergessen: Die Lese ist "nur" das Ergebnis von fachgerechtem Schnitt und sogenanntem Ausbrechen ("Das ganze Jahr über."), sowie Schädlingsbekämpfung und dem Gießen mit viel Liebe.

Natasha Allner

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