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Auterwitz: Tor auf fürs Bühnenfestival

Auterwitz: Tor auf fürs Bühnenfestival

Für Jacqueline Jentzsch beginnt eine Herzensangelegenheit und "ein Liebeslied an das Leben. Wir werden erleben, was passiert, wenn emotionale Unbeschwertheit und sinnliche Kreativität einander küssen.

Tor auf - für das 1. Auterwitzer Bühnenfestival am heutigen Sonnabend: Theaterpädagogin und Kulturdesignerin Jacqueline Jentzsch aus Waldheim hat in der Auterwitzer Theatermanufaktur auf dem Mattheshof eine Bühne für das etwas andere Theater geschaffen. In loser Reihenfolge sollen hier nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch Kinder- und Jugendgruppen sowie freie Laiengruppen ihre Themen vorstellen und auftreten.

Quelle: N. G. Allner

Auterwitz. " Die Theaterpädagogin und Kulturdesignerin aus Waldheim eröffnet heute mit der Auterwitzer Lebensart das 1. Auterwitzer Bühnenfestival für besondere Menschen und mit diesen.

 

Obwohl sich nur zwei Gruppen anmeldeten, entschloss sich Jentzsch, das Festival über die Bühne gehen zu lassen: "Das es nur zwei sind, ist okay. Ich denke, dass besondere Menschen eine andere Weite für ihre Themen brauchen." Die Theatermacherin träumt von einem "Identitätshaus", in dem die Darsteller ihre Sprache und ihr Spiel entwickeln und der Zuschauer hineinschauen darf. "Theater wird in eine Form gegossen, die ein Stück weg ist vom klassischen Theater und die besondere Menschen zum Klingen bringt", so Jentzsch.

Die Vorbereitungen dafür laufen seit fast einem Jahr, in den letzten Tagen wurde noch in der Waldheimer Arche geprobt. Für die Theaterpädagogin ist es wichtig, dass ihre Spieler einmal mehr "in ihrer unperfekten, liebenswerten Perfektion im Mittelpunkt" stehen und ihr spezielles Können zeigen dürfen.

Während ihrer Arbeit mit dem Mittelsächsischen Theater Döbeln habe Jentzsch Vorstöße zur Zusammenarbeit mit Spielgruppen behinderter Menschen gewagt. Aber ihre Angebote seien überhört worden. Jentzsch glaubt, dass es an der nicht vorhandenen Perfektion der Schauspieler gelegen haben könnte. "Vielleicht gibt es auch einfach andere Ansätze oder verschiedene Profilverständnisse. Unsere Stücke sind teilweise richtig wild", vermutet die Waldheimerin. Auf alle Fälle, habe sie sich ein wenig geärgert: "Aber ich bin nicht verbittert, nur klarer." Mit der extra umgebauten Bühne der Theatermanufaktur in Auterwitz habe man daher einen Raum für gesellschaftskritische Auseinandersetzung und unbequeme Themen von Menschen, die anders sind, geschaffen.

Projekt am Döbelner Theater?

"Wir müssen deutlich zwischen Profi- und Laienarbeit unterscheiden. Beides ist künstlerisch nicht vergleichbar. Laiengruppen haben oftmals eine starke soziale Komponente, die uns wichtig ist", erklärt Christoph Nieder: "Künstlerische Qualität ist in diesem Fall nicht der Maßstab, sondern die Freude am gemeinsamen Spiel. Es gab sogar schon unfertige, also Work-in-Process-Aufführungen". Der Dramaturg für Presse und Musiktheater sagt, dass das Theater im Sinne eines Stadttheaters für alle Zielgruppen versucht, "ein ganz breites Spektrum zu erfassen".Das setze sich aus den Aufführungen des eigenen Ensembles, professionellen Gastspielen, zum Beispiel der Dresdner Herkuleskeule, und der Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen der Stadt zusammen.

Vor gut fünf Jahren habe man sich umgehört, wer das neue "Theater im Bürgerhaus" mit nutzen möge. Schätzungsweise kommen im Jahr durchschnittlich 30 Gastauftritte zusammen. So seien auch Projekte mit eher sozialpädagogisch ausgerichteter Arbeit im Programm: "Wir bieten durchaus ein Dach für beides", betont der Presse-Verantwortliche. Mit Jacqueline Jentzsch als freier Theaterpädagogin habe man da auch schon zusammen gearbeitet, äußert Nieder. Derzeit sei das Theater räumlich gut ausgelastet. Seit einigen Monaten agiere der Theaterjugendclub im eigenen Haus, traditionell finden Aufführungen des Lessinggymnasiums und einmal im Jahr die Kinder- und Jugendtheatertage statt. Beispielsweise haben Vertreter der Döbelner Regenbogenschule (Förderschule für geistig Behinderte) einen Auftritt mit großem Erfolg verbuchen können. Anfragen von Spielgruppen prüfen der Intendant und das künstlerische Betriebsbüro. Dabei geht es um Abstimmungen hinsichtlich des eigenen Spielplanes und Raumkapazitäten.

In der vergangenen Spielzeit, als die Hauptbühne wegen Umbaus nicht nutzbar war, zählte das Theater etwa 130 Veranstaltungen, davon 20 Aufführungen und Kooperationen mit Laien, etwa die Hälfte vom Lessing-Gymnasium, zwei Mal von der Regenbogenschule. Es habe Workshops für alle innerhalb der Kinder- und Jugendtheatertage und Aufführungen vom Landesgymnasium St. Afra bis zur Freien Werkschule Naundorf gegeben.

 

 

10 Uhr Eröffnung in der Auterwitzer Theatermanufaktur auf dem Mattheshof.

11 Uhr öffentliche Generalprobenphase mit zwei gemeldeten Gruppen.

12 Uhr gemeinsames Mittagessen mit Überraschungssuppe und frischem Baguette.

13 Uhr Aufführung der Wohnstätten Arche Waldheim.

14.30 Uhr Aufführung der Lebenshilfe Naunhof; danach Kaffeepause mit leckerem Blechkuchen.

15.30 Uhr Erzähltheater "Punchinello" mit Jacqueline Jentzsch; danach Lagerfeuer und gemeinsame Abschlussaktion.

Natasha G. Allner

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