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Döbeln Autofahrer machen in Leisnig Terror wegen Schadenersatz
Region Döbeln Autofahrer machen in Leisnig Terror wegen Schadenersatz
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20:08 01.06.2018
Schon wieder Rollsplitt, und die Agrargenossenschaft sprüht Wasser: Der Belag der Colditzer Straße in Leisnig fließt bei Hitze weg. Quelle: Steffi Robak
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Leisnig

Erst war es der extreme Staub vom Splitten. Jetzt ist es das wegfließende Bitumen: An der Colditzer Straße von Leisnig im Landkreis Mittelsachsen nimmt der Ärger kein Ende. Jetzt rufen sogar schon Autofahrer im Rathaus an: Das Bitumen, was bei den gegenwärtig hohen Temperaturen regelrecht von der Straße fließt, bleibt an ihren Autos haften. Sie verlangen Schadenersatz. Es ist nicht der erste Ärger wegen dieser Straße.

Sommerhitze über Bitumen-Schmelzpunkt

Zwischenzeitlich musste die Straße in dieser Woche sogar an einem Tag gesperrt werden. Bau- und Ordnungsamtsleiter Thomas Schröder erläutert, wie es dazu kommt: „Der Schmelzpunkt von Bitumen liegt bei 52 Grad Celsius. In den extrem Heißen Tagen der vergangenen Woche muss auf der Fahrbahnoberfläche noch höhere Temperaturen geherrscht haben. Der Splitt vom so genannten Deckkorn der Straße sackte nach und nach in tiefere Schichten im Straßenbelag ab.“

Fahrbahn schwimmt förmlich weg

Das Ergebnis: Die obere Schicht gerät ins Schwimmen, fließt förmlich von der Straße Sie fehlt dann dort zur Stabilisierung. Zu Wochenbeginn war die Straße also kurzzeitig dicht. Die Stadtverwaltung reagierte sofort, schickte den Bauhof. Von der Aldi-Kreuzung bis zum Krankenhaus haben die Stadtmitarbeiter gesplittet. Den größeren Teil der Strecke, bis vor an die Johannistalkreuzung, splittete die Baufirma selbst.

Autofahrer verlangen Schadenersatz

Neben dem Ärger mit der offenbar nicht fachgerecht ausgeführten Oberflächenbehandlung wird es jetzt für Schröder und die anderen Rathausmitarbeiter noch schlimmer. Aufgebrachte Autofahrer rufen bei der Stadtverwaltung an, verlangen Schadenersatz. Das abgelöste flüssige Bitumen verklebt den Lack der Fahrzeuge.

Beschwerden werden an Firma geleitet

„Die Stadt wird keinen Schadenersatz zahlen“, stellt Schröder klar. Die Beschwerden würden an die Baufirma weiter geleitet. Sollten Anzeigen schriftlich eingehen, werde damit ebenso verfahren.

Agrargenossenschaft hilft mit Wasser

Die Stadtverwaltung hat die Agrargenossenschaft Polkenberg darum gebeten, die Colditzer Straße mit einem Wasserwagen anzufahren und mit Wasser zu löschen. Die Fahrbahn soll damit abgekühlt werden. Für Freitag wurde ein erneuter Termin für die Kehrmaschine angesetzt. Das soll wiederum die Staubentwicklung mindern.

Firma laboriert seit vergangenem Jahr an der Straße

Das Straßenbauunternehmen, das nun schon seit dem vergangenen Jahr an der Colditzer Straße herum laboriert, zeige sich kooperativ, sagt der Bauamtsleiter. Doch nun wird es vollends haarig werden, wenn die Autofahrer, die sich schon bei der Verwaltung meldeten, nun ernst machen und die Verschmutzung ihrer Autos als Schaden anzeigen. Für Schröder ist der Fall klar. Die Straßenbaufirma muss zahlen.

Erster Stress mit Anwohnern wegen Staub

Im vergangenen Jahr war das Unternehmen mit der Oberflächensanierung der Colditzer Straße beauftragt worden - keine große Sache auf den ersten Blick. Doch schon kurz nach den Arbeiten gab es von Anwohnern Stress: Es staube wie verrückt, und das sei eine Sauerei. Es stellte sich heraus: Damals war die Körnung für den Split war zu gering gewählt worden.

Von Steffi Robak

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