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Autoliv: Klarheit bis Mitte Dezember

Autoliv: Klarheit bis Mitte Dezember

Voraussichtlich in zwei Wochen könnte der Sozialtarifvertrag unterschriftsreif sein, den die IG Metall für die 250 Döbelner Autoliv-Mitarbeiter mit der Geschäftsführung aushandelt.

Döbeln. Am Mittwochabend haben Gewerkschafter und Unternehmensleitung zuletzt zusammen gesessen und verhandelt. "Wir sind zwischenzeitlich weit vorangekommen und denken, dass wir in der 50. Kalenderwoche handfeste und unterschriftsreife Ergebnisse vorlegen können", sagt Willi Eisele. Der erste Bevollmächtigte der IG Metall im Bereich Riesa und Dresden wurde von den mehrheitlich in der Gewerkschaft organisierten Döbelner Autoliv-Mitarbeitern zu ihrem Verhandlungsführer bestimmt. Er soll ein Maximum an Abfederung für den Verlust jedes einzelnen Arbeitsplatzes herausholen. Die ersten Verhandlungsergebnisse stellte der Gewerkschafter bereits der Belegschaft auf einer Mitgliederversammlung vor. "Die Mitglieder waren mit dem erreichten Zwischenstand zufrieden und haben uns grünes Licht gegeben, auf dieser Basis weiter zu verhandeln", sagte Willi Eisele gestern im Gespräch mit der DAZ. Die Betriebswirtschaftler der gewerkschaftlichen Task Force haben unterdessen von der Autoliv-Führung Einblick in alle Zahlen und Unterlagen erhalten, mit denen der schwedisch-amerikanische Automobilzulieferkonzern die für Herbst 2014 beabsichtigte Schließung des Döbelner Werkes begründet. Die Ergebnisse dieser unabhängigen Prüfung sollen ebenfalls in zwei Wochen vorgestellt werden. Was dabei bis jetzt nur sehr vorsichtig durchsickert, ahnen die Autoliv-Werker wahrscheinlich schon länger: Eine Rücknahme der Konzernentscheidung zur Schließung des Döbelner Werkes scheint nach dem derzeitigen Zwischenstand der Task-Force-Prüfung ziemlich unrealistisch. "Da kommen wir wahrscheinlich drei bis vier Jahre zu spät. Denn erste Zeichen und Weichenstellungen für die Aufgabe des Standortes Döbeln liegen möglicherweise schon mehrere Jahre zurück", so der Verhandlungsführer der Gewerkschaft.

Kern der Verhandlungen wird demnach die Höhe und die Berechnung der finanziellen Abfindungen für den Verlust des Arbeitsplatzes sein. Zweitens geht es um die finanzielle Ausstattung und die Laufzeit einer Transfergesellschaft. Sie soll nach der Werksschließung die entlassenen Autoliv-Werker für einige Zeit auffangen, für neue Jobs qualifizieren und für ein zeitliches Puffer zwischen der Entlassung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit sorgen.

Am 4. Dezember, am 6. Dezember und am 9. Dezember sind die nächsten Verhandlungstermine zwischen Gewerkschaft und Autoliv-Geschäftsführung. Wenn alles gut geht, soll der Sozialtarifvertrag den 250 Beschäftigten am 9. Dezember zur Entscheidung vorgelegt werden.

Am 21. August hatte die Geschäftsführung der Autoliv Sicherheitstechnik GmbH auf einer Belegschaftsversammlung die Entscheidung aus der Konzernzentrale in Stockholm verkündet: Bei Döbelns drittgrößtem Arbeitgeber gehen im Herbst 2014 die Lichter aus. Der Autoliv-Konzern, ein weltweit operierender Hersteller von Sicherheitssystemen für Fahrzeuge, schließt das Döbelner Werk seiner Tochtergesellschaft Autoliv Sicherheitstechnik GmbH. 250 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Bei Autoliv in Döbeln wurden pro Tag durchschnittlich 3000 Sicherheitsgurte, 15 000 Höhenversteller, 4800 Gurtschlösser und 11 500 pyrotechnische Gurtstrammer montiert. Die Hälfte des Umsatzes im Döbelner Werk wurden mit BMW gemacht. Ein Fünftel der Döbelner Gurtsysteme geht an die Bänder von Fiat. Der Rest der Produktion teilte sich auf alle namhaften Automobilhersteller auf.

Thomas Sparrer

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