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Autoliv fährt wieder dreischichtig

Autoliv fährt wieder dreischichtig

Wegen der Urlaubszeit wird auch bei Döbelns drittgrößtem Arbeitgeber Autoliv aktuell nur in zwei Schichten produziert. Das ändert sich aber übernächste Woche wieder.

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Birgit Krumbiegel, stellvertretende Teamleiterin bei Autoliv (l.). ließ sich gestern Vormittag mal vom Geschäftsführer der FDP im sächsischen Landtag, Stefan Herbst, beim Verpacken der Gurtstrammer helfen. Der war in seiner Eigenschaft als wirtschaftspolitischer Sprecher beim Döbelner Unternehmen, um von Werkleiterin Silvia Tagge zu erfahren, wo sächsischen Unternehmen der Schuh drückt.

Quelle: Wolfgang Sens

Dann rollt die nach dem Toyota-Produktionsmanagement (TPM) straff konzipierte Fertigung des Gurtherstellers wieder im Dreischichtsystem an.

 

Die etwas ruhigere Sommerzeit nutzte gestern der liberale Landtagsabgeordnete und parlamentarische Geschäftsführer der FDP im Sächsischen Landtag, Stefan Herbst, für einen Besuch des Döbelner Betriebes. "Ich halte das seit einigen Jahren im Sommer so, um einfach mal bei solchen Betriebsbesuchen zu ergründen, wo in der Sächsischen Wirtschaft vielleicht der Schuh drückt", so Herbst. Der Produktionsdruck rollt in zwei Wochen wieder bei Autoliv in Döbeln an. Der Schuh drückt vor allem beim Kostendruck, den die Automobilhersteller ausüben. Höchste Qualität zum niedrigsten Preis müssen die Zulieferer organisieren, um an die Bänder der Autowerke liefern zu dürfen. "Leben retten ist unsere Berufung", heißt dabei ein Leitmotiv der Döbelner Autoliv-Mitarbeiter.

 

Im Moment ist es ruhiger und zwei Schichten reichen aus. Denn 50 Prozent des Umsatzes im Döbelner Werk werden mit BMW gemacht und die Produktion des Autoherstellers ist in den Sommerferien etwas gedrosselt. Ein weiteres Fünftel der Döbelner Produktion geht an andere Autoliv-Standorte, vor allem in Italien, von wo aus die Bänder von Fiat mit den Döbelner Produkten beliefert werden. Bei Fiat sind gerade Werksferien. Wenn die Produktion ab 26. August wieder dreischichtig in den Werkhallen an der Eichbergstraße läuft, dann werden hier täglich 3 000 Sicherheitsgurte, 15 000 Höhenversteller, 4 800 Gurtschlösser und 11 500 pyrotechnische Gurtstrammer montiert. Was Autoliv als unmittelbarer Zulieferer von Sicherheitssystemen an die Automobilindustrie beschäftigt, ist der hohe Kostendruck auf die zugelieferten Produkte. "Die Autohersteller haben ganz klare Preisvorgaben. Wer die nicht erfüllen kann ist raus", sagt Werkleiterin Silvia Tagge.

 

So wie die Automobilindustrie als Taktgeber der europäischen Wirtschaft funktioniert, so läuft auch das Geschäft im Döbelner Autoliv-Werk.

 

1992 wurde das Döbelner Werk mit 27 ehemaligen DBM-Mitarbeitern gegründet. Die hatten hier schon zu DDR-Zeiten in Lizenz für Autoliv-Gurte gefertigt, die bei VW eingesetzt wurden. Das Werk entwickelte sich rasant und produzierte schon 1993 rund 385 000 Gurtsysteme im Jahr mit damals 89 Mitarbeitern. 2002 wurde die 400. Mitarbeiterin eingestellt und 28 Millionen Gurte verließen das Werk. 2004 zählte Autoliv in Döbeln sogar 514 Beschäftigte. Trotz höherer Stückzahlen entwickelte sich der Umsatz aufgrund des Preisdrucks aber nach unten. Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 fertigte Autoliv ab 2011 mit 289 Mitarbeitern 14 Millionen Gurte im Jahr. Aktuell sind es nach einem letzten Stellenabbau im Vergangenen Jahr rund 40 Millionen Euro Jahresumsatz mit 246 fest angestellten Mitarbeitern.

 

Neben Döbeln produziert der Autoliv-Konzern auch in Werken in Polen, der Türkei, in Rumänien, Holland, Spanien und Südafrika Sicherheitsgurte. Lediglich die Schlossstrammer werden exklusiv nur in Döbeln gefertigt.

Thomas Sparrer

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