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Autos in Döbeln demoliert – im Amtsgericht Geldstrafe kassiert

Sachbeschädigung Autos in Döbeln demoliert – im Amtsgericht Geldstrafe kassiert

Ein junger Mann hat im April vergangenen Jahres Autos auf der Roßweiner Straße beschädigt. Nun übernahm er vor Gericht die Verantwortung dafür, indem er dies einräumte. Seinen Mitangeklagten hielt er raus.

250 Euro Geldstrafe sind die Quittung für Vandalismus an Autos, die in Döbeln auf der Roßweiner Straße parkten.

Quelle: dpa

Döbeln. Abgetretene Autospiegel, geknickte Antennen und abgerissene Scheibenwischer beschäftigten jüngst Jugendrichterin Marion Zöllner im Amtsgericht Döbeln. Zwei jungen Männern, beide 21 Jahre alt und deutsche Staatsbürger, lag Sachbeschädigung zur Last. Einer der beiden machte vor Gericht reinen Tisch. Der andere wies den Tatvorwurf von sich. Er sei nur dabei gewesen, habe aber keine Autos demoliert. Staatsanwalt Metzger konnte ihm nicht das Gegenteil beweisen.

Mitangeklagter hört Freispruch

„Es ist richtig. Ich war an diesem Abend ziemlich betrunken gewesen. Aus Langeweile habe ich die Sachbeschädigungen an den Fahrzeugen begangen“, sagte der 21-Jährige und gestand, am 23. April gegen 22 Uhr bei einem Golf den rechten Außenspiegel demoliert, den Heckscheibenwischer abgebrochen und dessen Kennzeichen herausgerissen zu haben. Bei einem Citroen-Saxo habe er die Antenne geknickt und ebenfalls den hinteren Scheibenwischer abgebrochen. Durch diesen Vandalismus entstand an beiden auf der Roßweiner Straße geparkten Fahrzeugen insgesamt 420 Euro Schaden. „Ich habe mich bei den Fahrzeughaltern gemeldet, um Entschuldigung gebeten und Wiedergutmachung angeboten“, sagte der junge Mann. Auf die Frage von Richterin Zöllner, weshalb er das alles auf sich nehme, antwortete er. „Der Herr P. war bloß anwesend. Wieso soll ich den belasten, wenn er nichts gemacht hat? Ich habe die Sachen dort beschädigt.“ Die Spuren jedenfalls, in diesem Fall waren es Fingerabdrücke, deuteten nur auf ihn. Eine Zeugin hatte beobachtet, wie sich jemand an den Autos zu schaffen machte, konnte aber nicht sagen, ob der Mitangeklagte ebenfalls die Autos demoliert hatte. Also sprach ihn das Gericht frei.

Richterin urteilt nach Erwachsenenstrafrecht

Den anderen jungen Mann verurteilte Jugendrichterin Zöllner nach Erwachsenenstrafrecht wegen Sachbeschädigung zu 25 Tagessätzen á zehn Euro Geldstrafe, so wie es Staatsanwalt Metzger beantragt hatte. Die Richterin folgte damit nicht der Empfehlung der Jugendgerichtshilfe, das mildere Jugendstrafrecht anzuwenden und das Verfahren gegen eine Auflage einzustellen. Das lag wohl auch daran, dass ihn das Gericht wegen Diebstahls einer Flasche Cremé-Likör, dem hatte der 21-Jährige ebenfalls am 23. April 2015 begangen, nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Guter Umgang sieht anders aus

Eine halbe Flasche des süßen Gesöffs hatte der junge Mann intus, als er an jenem Apriltag auf die Autos losging. Er berichtete, wie sein Leben nach der Trennung der Eltern aus dem Lot geriet, von Heimaufenthalten und den falschen Leuten in Döbeln, bei denen er Anschluss gesucht hatte. Zu diesen Leuten gehört unter anderem ein vielfach Vorbestrafter, den das Amtsgericht zuletzt zu einem Jahr Haft verurteilt hatte, weil er seine Freundin verprügelt hatte. Guter Umgang sieht anders aus. Das hat der 21-Jährige wohl selbst eingesehen. Mittlerweile absolviert er eine Lehre zu einem recht anspruchsvollen Beruf, will vielleicht noch ein Technikerstudium draufsatteln.

Von Dirk Wurzel

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