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B 175 in Döbeln-Ost: Chaos und kein Ende in Sicht

B 175 in Döbeln-Ost: Chaos und kein Ende in Sicht

Schon viel Papier wurde mit Bau-Ankündigungen für den geplanten neuen Autobahnzubringer in Döbeln-Ost beschrieben. Doch Papier ist bekannterweise geduldig.

Döbeln. "Möglicher Baubeginn im zweiten Halbjahr 2010..." "2011 sollen die Bauarbeiten beginnen..." "Im Frühjahr 2012 ist ein Baustart denkbar..." Das sind drei Zitate nur aus den vergangenen drei Jahren. Dabei ist die neue B 175 östlich von Döbeln schon seit den 1990er Jahren im Gespräch. Vor allem geht um eine bessere Anbindung der beiden Gewerbegebiete links und rechts der Bundesstraße und um ein Umgehen der gefährlichen Gakedelle. Jedes Mal fragte die DAZ beim Straßenbauamt Chemnitz an, jedes Mal gab es eine vage Antwort, jedes Mal verschob sich der "mögliche Baustart".

Inzwischen heißt das Straßenbauamt Chemnitz Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Zschopau. Der bisherige Amtsleiter Karsten Mühlmann sitzt jetzt in Dresden, der neue Chef ist Michael Stritzke. Die Antworten - mit dem Verweis aufs nächste Jahr - sind allerdings die alten geblieben. "Wenn der Planfeststellungsbeschluss in diesem Jahr bekannt gemacht, bestandskräftig und vollziehbar wird, könnte 2013 mit der Bauausführung begonnen werden", teilte Referatsleiter Bernhard Wiedmaier gestern Nachmittag nach einer bereits am Montag gestellten Anfrage mit. Wiedmaier verweist auf die Landesdirektion Chemnitz: "Nach unserem Kenntnisstand wird dort derzeit der Planfeststellungsbeschluss erarbeitet." Das wird er allerdings nun schon seit fast zwei Jahren.

Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) verweist auf die beiden großen komplett besiedelten Gewerbegebiete in Döbeln-Ost mit vielen Unternehmen, die bedeutende Arbeitgeber für die Region sind. "Diese Unternehmen haben ihre Ansiedlungsstrategien darauf begründet, dass die neue B 175 kommt", so Egerer. Die engen Kurven an der Chausseehaus-Kreuzung würden den großen Lastkraftwagen immense Probleme bei der Anfahrt der Betriebe bereiten. Der Oberbürgermeister: "Hinzu kommt, dass bei winterlichen Straßenbedingungen regelmäßig ein Chaos an der Kreuzung und an der Gake ausbricht." Im dem Wissen, dass der ganze Bereich sehr unfallträchtig ist und das schnellstens geändert werden müsste, bemühe sich die Stadtverwaltung seit Jahren aktiv um eine Umverlegung der Bundesstraße. Ein Erfolg blieb jedoch bislang aus und so sagt Egerer mit Nachdruck: "Wir brauchen die neue B 175 dringend für die Entwicklung der Betriebe und für die Sicherheit unserer Bürger."

Als "vollkommen unzumutbar" bezeichnet der Unternehmer Olaf Hawlitschek die Infrastruktur-Situation. Er spricht für die Oberflächtechnik und die Metallveredlung Döbeln und damit gleich für zwei Betriebe im Gewerbegebiet Ost 1b. "Wir reden hier nicht von 7,5-, sondern von 20- und 30-Tonnern, die uns anfahren müssen. Allein unsere Betriebe steuern täglich bis zu zehn Sattelzüge an", so Hawlitschek. Hoffnung, dass die Pläne für die neue B 175 umgesetzt werden, hat er nicht mehr. Nach seiner Auffassung ist das ganze Projekt inklusive Verlegung der Bundesstraße und Brückenbau viel zu teuer. Immerhin von etwa zehn Millionen Euro war bislang die Rede. Hawlitschek schlussfolgert: "Ich bin der Meinung, dass das Ganze willentlich verschleppt wird."

Ob tatsächlich fehlendes Geld der Grund für das ständige Hinausgeschiebe des Vorhabens sein könnte, war Freitagnachmittag bei der Landesdirektion in Chemnitz nicht mehr in Erfahrung zu bringen. Es heißt also dran bleiben.

Olaf Büchel

-Standpunkt

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