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Bahn baut Verbindungsweg von Münchhof zur B 169

Ersatzbau nach Schließung Bahnübergang Trebanitz Bahn baut Verbindungsweg von Münchhof zur B 169

Glückliche Fügung für Ostrau und die Landwirte: Weil die Deutsche Bahn den Bahnübergang in Trebanitz, über den ein landwirtschaftlicher Feldweg führt, schließen will, baut sie auf eigene Kosten einen asphaltierten Ersatzweg von Münchhof bis zur B 169 und schenkt ihn der Kommune.

Schranke unten am Bahnübergang in Trebanitz – bald wird es diesen nicht mehr geben.

Quelle: Sven Bartsch

Ostrau. Eine Tür schließt sich, dafür geht woanders ein fenster auf, heißt es. Im Falle der Gemeinde Ostrau muss es bald heißen: Ein Feldweg wird gesperrt, dafür eine asphaltierte Verbindungsstraße gebaut. Hintergrund: Die Gemeinderäte beschlossen gestern Abend in der letzten Sitzung des Jahres im Ostrauer Gasthof Wilder Mann die beabsichtigte Entwidmung des beschrankten Bahnübergangs in Trebanitz, der demnächst von der DB Netz AG – Netzbetreiber der Deutschen Bahn – geschlossen wird. Weil dadurch der bisher von Landwirtschaftsbetrieben genutzte Feldweg quasi abgeschnitten wird, schafft die DB Netz auf eigene Kosten einen asphaltierten Ersatzweg. Der soll laut Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) einerseits von Münchhof aus von hinten am Bahnübergang vorbei über das Feld führen und bis an die Bundesstraße 169 heranreichen.

Dadurch bleibt die Erreichbarkeit der Äcker gewährleistet. Und weil aus dem einfachen Feldweg eine asphaltierte Verbindungsstraße wird, die nach Fertigstellung sogar in Gemeindeigentum übergeht, gewinnen letztlich alle, erklärte Schilling der DAZ. Denn Triebfeder des Projekts ist die DB Netz selbst, die den Trebanitzer Bahnübergang gern schließen möchte. „Dieser wurde früher durch das Stellwerk in Ostrau mit bedient. Das ist inzwischen aber zurückgebaut. Jetzt wird die Schranke per Ruf gesteuert. Es gibt allerdings eine hohe Störanfälligkeit in der Verständigung“, sagte Schilling. Heißt: Wenn der Landwirt auf dem Trecker übers Gleis will, bleibt die Schranke oft noch etwas geschlossen. „Manchmal hat die Bahn einen, der an der Schranke sitzt und öffnet. Manchmal muss man aber auch absteigen und klingeln. Dann kann es eine Weile dauern“, sagt Wolfram Hirsch von der Agrar G Ostrau, die den Übergang regelmäßig nutzt.

Diesen Schrankenwärter nur für den Feldweg will die Bahn nicht länger abstellen. Da investiert man lieber rund eine halbe Million Euro in die Schließung in Trebanitz inklusive Wegeneubau. Der Verlauf ist längst geplant und mit allen Landeigentümern der Teilnehmergemeinschaft abgesprochen. Durch den Beschluss des Ostrauer Gemeinderates kann die Bahn nun schon im neuen Jahr mit dem Ersatzneubau beginnen. Andernfalls hätte erst ein zeitaufwändiges Planfeststellungsverfahren angestrengt werden müssen.

Da weder die Gemeinde noch die Landeigentümer finanziell beteiligt sind, ist es für sie eine gute Sache. Damit die Bahn den neuen Weg auch wirklich baut, hat sich Ostrau abgesichert. „Deswegen heißt der Beschluss nur beabsichtigte Entwidmung. Der Vollzug erfolgt erst, wenn die Bahn den neuen Weg übergeben hat“, erklärte Schilling.

Von Sebastian Fink

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