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Döbeln Bahnhöfe im Kreis Döbeln in der Versteigerung
Region Döbeln Bahnhöfe im Kreis Döbeln in der Versteigerung
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22:54 30.11.2011

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Trotzdem ist Matthias Knake, Prokurist und Auktionator bei Karhausen, zuversichtlich, dass die Objekte tatsächlich unter den Hammer kommen. "Wir haben in diesem Jahr bundesweit rund 200 Bahnhofgebäude bei Auktionen angeboten und alle konnten versteigert werden." Nicht für die Bahn AG, sondern für einen großen ausländischen Investor, würden die Gebäude veräußert. Dieser habe von der Bahn vor einiger Zeit etwa 1000 Bahnhöfe in Deutschland gekauft und wolle mit den jetzigen Versteigerungen sein Portfolio in Ordnung bringen. Die Interessenten oder neuen Besitzer hätten sehr unterschiedliche Nutzungskonzepte für die Objekte. "Da sollen normale Wohnungen, Ateliers von Künstlern oder Handwerksbetriebe entstehen. Auch Immobiliengesellschaften erwerben Bahnhöfe", so Knake.

Die Städte und Gemeinden, in denen sich die Gebäude befinden, haben allerdings keine Ambitionen, heute selbst als Käufer aufzutreten. "Wir als Stadt geben kein Gebot bei der Versteigerung ab. Wir können nicht jedes leerstehende Haus in der Stadt kaufen", sagt Waldheims Bürgermeister Steffen Blech (CDU) unmissverständlich. Da aber die Einwohner mit Argusaugen auf das verwilderte Gebäude schauen, habe die Verwaltung immer wieder Kontakt zum jetzigen Eigentümer gehabt. Nicht zuletzt weil dieser für Ordnung im und am Gebäude sorgen sollte. Auch Helga Busch, Bürgermeisterin von Ziegra-Knobelsdorf, winkt nur ab: "Wir hatten mal damit geliebäugelt und geprüft, ob das Feuerwehrgerätehaus dort hineingepasst hätte. Das ist aber schon Jahre her und weil es nicht funktioniert hat, sind wir dann auf den Gasthof umgeschwenkt", so Busch. Die Gemeinde Großweitzschen möchte sich ebenfalls keinen neuen Klotz ans Bein binden. "Es gab vom Auktionshaus sogar eine Kaufanfrage an uns, aber wir haben abgelehnt. Das Gebäude hat zu viele Baumängel und die Gemeinde ist nicht in der Lage, eine Sanierung zu stemmen", so Bürgermeister Ulrich Fleischer (parteilos). Hinzu kommt, dass die Kommune bereits von der Bahn ein Bahnwärterhäuschen erworben hat. Fleischer: "Da müssen wir uns erst einmal um eine vernünftige Nutzung kümmern."

Was aus den ebenfalls längst geschlossenen, aber nicht auf der Auktionsliste stehenden größeren Bahnhofsgebäuden im Altkreis Döbeln wird, steht indes in den Sternen. "Eigentümer des Harthaer Bahnhofes ist nach wie vor die Deutsche Bahn", so Bauamtsleiter Ronald Fischer. Harthas Stadträte haben allerdings bei ihrer jüngsten Sitzung einen Grundsatzbeschluss gefasst, die Trasse mit Blick auf den geplanten Radweg von Waldheim über Hartha nach Rochlitz zu kaufen - wenn die Strecke gleisfrei ist. Was künftig mit dem Bahnhofsgebäude in Hartha passieren soll, ist noch unklar. Laut Fischer sei es zu früh, darüber zu spekulieren.

Dem Leisniger Bau- und Ordnungamtsleiter Thomas Schröder ist nichts bekannt, dass der Bahnhof der Bergstadt versteigert werden soll. Die Stadt würde sich auch nicht an einer Versteigerung beteiligen. Vor Jahren gab es eine Nutzungskonzeption seitens der Kommune für das Bahnhofsgebäude und sein Umfeld. Doch diese Pläne scheiterten, weil die Deutsche Bahn AG einen Verkaufspreis angesetzt hatte, den die Stadt nicht zahlen konnte.

Auch in Roßwein bleibt wohl vorerst alles beim Alten. "Seit 2007 gehört unser Bahnhofsgebäude einem Unternehmen aus Luxemburg. Von einer baldigen Auktion wissen wir nichts", sagt Karin Keul vom Liegenschaftsamt der Stadt Roßwein. Die Firma Patron Elke S.a.r.L. aus Luxemburg hat den Bahnhof damals von der Bahn in einem Paket mit mehreren anderen gekauft. Sollte das Gebäude wieder angeboten werden, will die Stadt sich jedoch zurückhalten. "Ein solcher Kauf liegt außerhalb jeder Fördermöglichkeiten und die Investoren für so ein Gebäude stehen nicht gerade Schlange", sagt Keul.

393

Gesamt

4326

Vorjahresmonat

4670

462

606

67

48

127

135

244

63

118

245

1618

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