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Döbeln Bahnverkehr Döbeln-Meißen: Grüne fordern Zug bis Roßwein
Region Döbeln Bahnverkehr Döbeln-Meißen: Grüne fordern Zug bis Roßwein
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10:10 01.12.2015
Ab 13. Dezember fahren von Döbeln keine Züge mehr nach Meißen. Quelle: Wolfgang Sens
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Döbeln

In zwei Wochen ist Schluss. Die Personenzüge von Leipzig fahren ab 13. Dezember nicht mehr bis Nossen und Meißen. Endstation ist stattdessen der Hauptbahnhof in Döbeln. Entsprechende Abbestellungen des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zwischen Döbeln und Meißen sind im Vorfeld durch die Verkehrsverbünde Mittelsachsen und Oberelbe erfolgt. Ein neues Busnetz soll die auf der Schiene wegfallenden Verbindungen kompensieren.

Die sächsischen Bündnisgrünen bringen nun aber eine Variante ins Spiel, die ab Mitte des nächsten Jahres zumindest die Anbindung von Roßwein ans Schienennetz wieder vorsieht. Hintergrund dafür ist eine Ausschreibung der Zweckverbände für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und Mittelsachsen (ZVMS) im Amtsblatt der Europäischen Union. Im Juni dieses Jahres war dort der Schienenpersonennahverkehr auf der Strecke Leipzig-Grimma-Döbeln Hauptbahnhof für die Zeit vom Juni 2016 bis zum Dezember 2025 mit insgesamt circa einer Million Zugkilometern pro Jahr ausgeschrieben worden. Mitte September gab es dann eine Änderung dieser Ausschreibung – und zwar wurde die Strecke über den Hauptbahnhof Döbeln hinaus bis Döbeln-Zentrum verlängert.

Die Grünen nehmen das zum Anlass, zumindest die Einstellung des Zugverkehrs bis Roßwein noch einmal in Frage zu stellen. „Die für die Döbelner Bürgerinnen und Bürger sinnvolle Verlängerung der Anbindung von Leipzig über den Döbelner Hauptbahnhof hinaus bis zum Haltepunkt Döbeln-Zentrum eröffnet neue Perspektiven für das ab 13. Dezember vom Eisenbahnverkehr abgeschnittene Roßwein“, erklärt Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag. Der konkrete Vorschlag: Statt der ab Juni 2016 am Haltepunkt Döbeln-Zentrum vorgesehenen langen Wendepause sollten die Züge bis Roßwein weiterfahren. Auch die Rückfahrt nach Leipzig könne dann direkt in Roßwein beginnen. Meier: „Das ist zeitlich und technisch möglich, führt zu keinen Zeitverzögerungen bei den geplanten Umläufen und ist politisch absolut wünschenswert.“ Die grüne Landespolitikerin appelliert vor allem an den Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS), die mehr als 7000 Einwohnerinnen und Einwohner von Roßwein ab Juni nächsten Jahres wieder an das Eisenbahnnetz anzubinden. Die geplante Verlängerung der Fahrten bis Döbeln-Zentrum gelte es als Chance zu verstehen.

Beim VMS war der Vorstoß der Grünen bis Montag noch nicht bekannt. „Eine Verlängerung der Fahrten bis Roßwein ist nicht vorgesehen“, sagte Silke Dinger, Sprecherin des Verbandes. Was die Details betrifft, verweist Dinger an den ZVNL, der federführend für die genannte Ausschreibung sei. Von den Leipziger Verkehrsplanern gab es aber bis zum Redaktionsschluss noch keine Reaktion auf eine entsprechende Anfrage.

Silke Dinger erklärt zumindest, dass für eine Umsetzung solcher Pläne der Freistaat die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen müsste. Danach sieht es nach den jüngsten Meldungen jedoch ganz und gar nicht aus. Gerade Sachsen und Thüringen sollen nach aktuellem Stand nur noch für 2016 und 2017 etwas mehr Geld aus dem Regionaliserungsfonds erhalten, mit dem der Öffentliche Personennahverkehr zu bestreiten ist. Danach soll der Umfang der Mittel aber kontinuierlich abschmelzen. Die Fahrgastzahlen sind laut Dinger ein weiterer Punkt. Diese seien ausschlaggebend dafür, ob sich der Einsatz von Personenzügen rechnet oder nicht. Die Landtagsabgeordnete Katja Meier dazu: „Der Teilabschnitt Döbeln–Roßwein war der nachfragestärkste Abschnitt zwischen Döbeln und Meißen.“

Von Olaf Büchel

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