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Döbeln Balzender Pfau ruft an der Ruine Kempe nach seiner Liebsten
Region Döbeln Balzender Pfau ruft an der Ruine Kempe nach seiner Liebsten
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13:31 09.05.2018
Ein stolzer Pfau wird seit etwa zwei Wochen an der Ruine Kempe bei Mahlitzsch vor allem in den Abendstunden gesichtet. Quelle: Sven Bartsch
Roßwein

Es ist Frühling. Deshalb erklingt jeden Abend unweit der Ruine Kempe bei Mahlitzsch ein ungewöhnlicher Balzruf. Ein stolzer Pfau marschiert hier seit etwa zwei Wochen regelmäßig entlang. Doch woher kommt das prächtig gefiederte Männchen? Und wo ist seine Angebetete? Oder wem gelten seine abendlichen Balzrufe?

„Ich wohne hier in Mahlitzsch und beobachte das seit etwa 14 Tagen“, sagt Anwohnerin Peggy Ebel. „Der Pfau hält sich bei uns in der Nähe der Ruine Kempe und im umliegenden Wald auf. Er wurde schon in den Wald laufend gesichtet. Besonders abends ruft er laut.“ Peggy Ebel und ihre Nachbarn hören sich nun um. Denn ein Pfau lebt eigentlich nicht wild im Wald. Er ist vielmehr ein Haustier. „Er muss doch irgendwo herkommen. Wir wollen herausfinden, wo sein Zuhause ist und ob er da wieder hin kann“, sagt Peggy Ebel. Auf Nachfrage in der Waldgaststätte Margarethenmühle erfuhren sie, dass der Pfau nicht von dort kommen kann. In der Margarethenmühle werden schon seit Jahren keine Pfaue mehr gehalten. „Vermisst denn irgendjemand seinen Pfau“, fragt Peggy Ebel.

Auch Revierförster Dirk Tenzler ist das markante Rufen des Pfaus schon aufgefallen. Er konnte es nur noch nicht richtig zuordnen. Wohnt er doch ebenfalls in Mahlitzsch, nur am genau anderen Ende des langen Straßendorfes. Wilde Populationen dieser Fasanenart schließt er aus. „Vielleicht wollte ja einer das Tier los werden, weil ihn der laute Pfauenschrei störte und er hat ihn einfach ausgesetzt“, nennt der Förster eine Möglichkeit, wie der Pfau an die Kempe gekommen sein könnte. Was die Zukunft des schönen Vogels anbetrifft, ist Tenzler nicht unbedingt optimistisch – vor allem wenn er nicht bald gefangen und an einen sicheren Platz gebracht werden sollte. Der Revierförster trocken: „Vielleicht holt sich der Fuchs den Pfau.“

Das glaubt Amtstierarzt Andreas Poike vom Veterinäramt beim Landratsamt Mittelsachsen nicht: „Wenn der Pfau schon seit zwei Wochen dort im Wald gesichtet wird, dann findet er auch Futter, ohne die gewohnte Zufütterung durch den Menschen.“ Zudem sind Pfaue in Maßen flugfähig, um dem Fuchs zu entkommen. Allerdings dürfte auch ein Einfangen schwer werden, meint Andreas Poike. Pfaue sind im Gegensatz zu Fasanen nach dem Tiergesundheitsgesetz nicht meldepflichtig. Halter können ihre Pfaue aber freiwillig melden. „Es gibt im Raum Roßwein einen gemeldeten Halter. Weil der Pfau vermutlich ein Fundtier ist, haben wir mit dem Ordnungsamt der Stadt Roßwein Kontakt aufgenommen“, so der Veterinär.

„Wir kümmern uns um die Haltersuche. Zunächst lassen wir den Pfau in den nächsten Stunden einfangen und bringen ihn im Tierheim Ostrau unter“, so Roßweins Hauptamtsleiter Ronny Kienert.

Von Thomas Sparrer und Olaf Büchel

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