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Bauen in Gleisberg - Wo geht das noch?

Dorfentwicklung Bauen in Gleisberg - Wo geht das noch?

Könnte heute noch ein Eigenheimbaugebiet im Roßweiner Ortsteil Gleisberg neu entwickelt werden? Darüber hat der Ortsvorsteher Bernd Handschack jüngst in einer öffentlichen Zusammenkunft laut nachgedacht. Die Reaktionen der Zuhörer waren verschieden.

Neu bauen oder alte Bausubstanz reaktivieren? Darüber wurde in Gleisberg nachgedacht. Der alte Bahnhof steht zum Beispiel leer.

Quelle: Sven Bartsch

Gleisberg. Wie können Bauwillige nach Gleisberg gelockt werden? Ortsvorsteher Bernd Handschack hat darüber nachgedacht und jüngst vorm Ortschaftsrat Vorschläge unterbreitet. „Die Bauzinsen sind grade niedrig. Vielleicht denken junge Familien darüber nach, sich bei uns nach einem Bauplatz zu erkundigen“, sagt er. Er ließ sich durch den Kopf, gehen wo in Gleisberg nach 1990 neu gebaut wurde. Er kommt auf 15 bis 20 Eigenheime und hat Objekte ausfindig gemacht, wo mit europäischen Fördermitteln aus dem Leader-Programm eine anteilige finanzielle Unterstützung aus der öffentlichen Hand möglich wäre, wenn sie reaktiviert beziehungsweise für Wohnzwecke ausgebaut würden.

Plätze mit Ausblick

Der Ortsvorsteher schickt voraus, dass zunächst Lückenbebauung innerhalb des Ortes den Vorrang habe. Doch der 1997 für das Dorf aufgestellte Flächennutzungsplan lässt Raum für Überlegungen, wo das Dorf wachsen könnte. „Manches davon befindet sich in Hanglage, ist dadurch als Wohnstandort reizvoll.“ Oberhalb der vorderen Siedlung würden die Häuser mit Blick Richtung Süden nach Kummersheim liegen, am Harzberg mit Blick Richtung Westen und die Marktkuppe, an der Chorener Straße Richtung Sportplatz und in den Norden, nahe der Sport- und Freizeitanlage im Norden des Dorfes sei ebenfalls Platz.

Verkehrstechnisch gut angebunden

Wer auf dem Land wohnt, will verkehrstechnisch flexibel sein, hat Handschack in seine Überlegungen einbezogen. Ein Plus des Dorfes sieht er deshalb in der verkehrstechnisch günstigen Lage: Bis zur nächsten Autobahnanschlussstelle sind es nur wenige Kilometer. Über drei Kreisstraßen ist Gleisberg gut überregional angebunden. Eine führt in Richtung Bodenbach, eine nach Roßwein, eine dritte nach Wetterwitz beziehungsweise Gertitzsch. Mit Mochau im Norden, Nordöstlich Ketzerbachtal, östlich Nossen, südlich Tiefenbach und westlich Roßwein, streift die Gemarkung Gleisberg mehrere Regierungsbezirke. Das ist nach Handschacks Worten eine Besonderheit, die als Vorteil gesehen werden kann. „Wir haben darüber noch nie im Ortschaftsrat gesprochen. Deshalb finde ich es angebracht, es zumindest einmal zu erwähnen und zum Nachdenken darüber anzuregen“, sagt er.

Für andere Ortsteile wie Wettersdorf und Wetterwitz, möchte Handschack diese Überlegungen ebenfalls anstellen und die Daten und Fakten zusammen stellen. So besteht die Gemarkung Gleisberg aus insgesamt 2533 Flurstücken. Insgesamt nimmt der Ort 6,75 Quadratkilometer ein.

Das meiste in privater Hand

Aus den Reihen der Zuhörer zur Ortschaftsratssitzung erntete Handschack nicht unbedingt einmütige Zustimmung. Zum einen würde ein Großteil der Grundstücke, die er im Auge hat, derzeit landwirtschaftlich genutzt. Auch den Gedanken, mit derartigen Überlegungen an die Öffentlichkeit zu gehen, halten nicht alle Anwesenden zur Ortschaftstratssitzung für sinnvoll: Es könne sich daraus eine Spekulationswelle der Bodenpreise entwickeln, die es Bauwilligen letztlich dann doch wieder erschwert, Fuß zu fassen. Zudem würden ohnehin die meisten Bauwilligen eher einen Bauplatz nahe einer Stadt bevorzugen.

Einen anderen wichtigen Hinweis wirft der ebenfalls anwesende Roßweiner Bürgermeister Veit Lindner in die Diskussion ein: „Ein Großteil der hier angesprochenen Flächen liegen im so genannten Außenbereich des Dorfes. Es ist sehr schwer, dort überhaupt zu bauen. Das lässt die Baubehörde beim Landratsamt schon nicht zu.“ Sogar für den Kindergarten sei es deshalb schwierig gewesen, den Bau genehmigt zu bekommen.

Unterhalb des Kindergartens wird derzeit im übrigen auch ein Eigenheim gebaut. Für zwei weitere wäre eventuell noch Platz. Eins stellt Lindner ebenfalls klar: Soll eine Fläche bebaut werden, gehe das nur mit einem Investor, der das Land kauft, für die Erschließung sorgt und dann die Bauplätze vermarktet. Davon sind alle genannten Flächen in Gleisberg weit entfernt.

Von Steffi Robak

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