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Döbeln Bauern zwischen Streichelzoo und knallhartem Rechnen
Region Döbeln Bauern zwischen Streichelzoo und knallhartem Rechnen
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18:48 13.03.2019
Den Kontakt zu Verbraucher, Tier und Ackerland zu behalten, ist unter harten ökonomischen Bedingungen für Bauern eine Herausforderung. Quelle: Silvio Kuhnert
Leisnig

Bloß kein genmanipuliertes Essen auf dem Teller, schon gar keine Pestizide auf dem Feld, immer schön umweltfreundlich ackern und die lieben Tiere sollen vollkommen glücklich und ohne Medikamente leben. Kosten darf das Essen dann im Übrigen auch nichts.

Damit Verbraucher ihre Lebensmittel ohne Gewissensbisse und trotzdem zu Niedrigstpreisen einkaufen können, müssten sich die Bauern eigentlich auf den Kopf stellen. Wie soll das gehen? Diese und weitere Fragen klärt am Freitag die Veranstaltung „Was blüht denn da am Ackerrand?“ im Burger Café Ostbahnhof Döbeln. Die Leisniger Regionalgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) lädt dazu für 18 Uhr ein.

Wirtschaften in extrem engen Grenzen

Nicht selten stehen die Bauern als jene, die die Rohstoffe für die Lebensmittelherstellung liefern, beim Verbraucher für alles Schlimme von vornherein unter Generalverdacht.

Doch in welchen Grenzen bewegen sie sich überhaupt, noch dazu unter den Förderprämissen aktueller und bevorstehender Agrarpolitik? Die Podiumsdiskussion geht dem auf den Grund. „Bauern bewegen sich im Spannungsfeld vieler Forderungen“, sagt Patricia Geyer aus Altenhof.

Sie gehört zu den Organisatoren der Freitags-Veranstaltung. „Da ist einerseits der Naturschutzgedanke. Der Pestizideinsatz ist Thema. Der Schutz des Bodens als Wirtschaftsgrundlage spielt eine Rolle. Und die Nahrungsmittel sollen für den Verbraucher sicher sein, um nur einige Eckpunkte zu nennen.“

EU-Förderpolitik kontra nachhaltiges Wirtschaften

Die Podiumsdiskussion am Freitag solle Menschen ansprechen, denen in diesem Spannungsfeld die Pflege der Kulturlandschaft wichtig ist. Die Veranstaltung in Döbeln richtet sich an Vertreter aller Seiten, um für dieses weite Themenfeld zu sensibilisieren: die Landwirte selbst, zum anderen die Verbraucher. Häufig stünden sich die Seiten unversöhnlich gegenüber.

Es werde im Gegenüber jeweils ein Feindbild gesehen. Auch Verbraucher sollten wissen, unter welchen förderrechtlichen und damit ökonomischen Zwängen Landwirte stehen. Diese seien auch mit der BUND-Prämisse nachhaltiger Landbewirtschaftung nicht kompatibel.

Da die Förderpolitik für Landwirte auf europäischer Ebene läuft, haben die Veranstalter den Europa-Abgeordneten Dr. Peter Jahr, Mitglied des Agrarausschusses der Europäischen Union, nach Döbeln eingeladen.

Dr. Sebastian Lakner von der Universität Göttingen erläutert wiederum seine Sicht, wie eine gezielte Vergabepolitik die ökologische Landwirtschaft sowie den Naturschutz fördern kann. Interessierte Zuhörer sind Am Freitag, 18 Uhr, im Burger Café Ostbahnhof Döbeln willkommen.

Von Steffi Robak

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