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Döbeln Bauernverband schlägt moderate Töne an
Region Döbeln Bauernverband schlägt moderate Töne an
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16:34 18.02.2014

Darum geht es beim gentechnologisch veränderten Mais: Die Sorte 1507 steht kurz vor der Zulassung in der Europäischen Union, entscheiden muss das die EU-Kommission. Mais 1507 gilt als resistent gegen den schädlichen Maiszünsler und ein bestimmtes Pflanzenschutzmittel. Wer solchen Mais anbaut, kann also das Unkraut tot spritzen ohne die angebaute Ertragskultur zu gefährden.

"Wir werden uns mit Blick auf die Globalisierung nicht davor verschließen können, genetisch veränderte Pflanzen anzubauen", sagt Iris Claaßen, Geschäftsführerin des Regionalen Bauernverbandes Döbeln-Oschatz. Sie sieht in der für Zündstoff sorgenden genetisch veränderten Maissorte eine Züchtung der schnellen Art. "Man würde solche Eigenschaften sicher auch mit der klassischen Zucht erzielen können, nur das dies deutlich länger dauern würde." Iris Claaßen spricht sich auch dafür aus, gentechnisch veränderte Kulturpflanzen wie Mais zu Versuchszwecken anzubauen.

Das ist derzeit in Sachsen nicht der Fall. "Wir haben derzeit keine einzige Versuchsfläche mit genetisch verändertem Mais", sagt Karin Bernhardt, Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), das in Nossen einen Standort mit Versuchsflächen und Laboren betreibt. Bis 2010 forschten die Wissenschaftler des LfULG zur Genmaissorte Mon 810. "Mon" steht für Monsanto, einem großen Saatgut- und Agrarchemie-Hersteller. Weil die Bundesregierung die Zulassung für Mon 810 widerrief, stoppte das LfULG die Untersuchung.

Einen Gegner haben potenzielle Gen-tech-Landwirte in den Grünen. "Seitens der Grünen sind wir regional gegen den Anbau gentechnisch veränderten Maises", sagt Sebastian Walther, Pressesprecher des mittelsächsischen Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen. Die Grünen befürchten, dass gentechnisch veränderte Pflanzen "normale" Kulturen beeinflussen könnten, quasi dass die Bienen dafür sorgen könnten, dass erbgutmanipulierte Pflanzen dann auch dort gedeihen, wo sie es eigentlich nicht sollen. Ein Ergebnis der LfULG-Studie zu Mon 810 war übrigens, Empfehlungen zu Abstandsregeln zu geben, um diese Gefahr zu minimieren.

Dirk Wurzel

Dirk Wurzel

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