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Baumkletterer bringen Gersdorfer Schlosspark auf Vordermann

Baumpflege Baumkletterer bringen Gersdorfer Schlosspark auf Vordermann

Im Schlosspark von Gersdorf bei Roßwein kreischen zurzeit die Motorsägen. An den Bäumen des etwa einen Hektar großen Geländes sind gerade umfangreiche Baumpflegearbeiten im Gange. Der Gersdorfer Verein Initiative für Ökologie und Lebenskultur möchte die Versäumnisse einiger Jahrzehnte wieder gut machen.

Auch große Bäume in Parks und an öffentlichen Plätzen, wie diese Buche, brauchen Pflege.

Quelle: Dirk Hunger

Gersdorf. Im Schlosspark von Gersdorf bei Roßwein kreischen zurzeit die Motorsägen. An den Bäumen des etwa einen Hektar großen Geländes sind gerade umfangreiche Pflegearbeiten im Gange. Der Gersdorfer Verein Initiative für Ökologie und Lebenskultur, der den Park gepachtet hat, möchte die Versäumnisse etlicher Jahrzehnte wieder gut machen.

Vier Baumkletterer in Bergsteiger ähnlicher Montur begeben sich mutig ins grüne Blätterdach des Parks. Ausgerüstet sind sie mit Hand- und mit Motorsägen. „Sie beschneiden die Bäume soweit, dass die Verkehrssicherheit im Park wieder hergestellt ist“, sagt Maik Herrmann vom Vereinsvorstand. Der Park ist nach dem Willen von Verein und Schloss-Kooperative öffentlich begehbar. Es befindet sich auch eine große Freiluftküche unter riesigen Buchenbäumen. Deshalb soll nun die Gefahr herabfallender, großer dürrer oder kranker Äste so gut wie möglich eingedämmt werden.

Arne Ingwersen (47) ist einer von den waghalsigen Baumkletterern. Der gelernte Garten- und Landschaftsbauer und Baumpflegespezialist lebt schon seit sieben Jahren im Schloss Gersdorf. Ein Grund dafür, dass er von Hamburg in den kleinen Ort gezogen ist, war auch der tolle Park mit seinem vielfältigen Baumbestand. Aber: „In den letzten 50 Jahren sind die Bäume nicht angefasst worden. Sie stehen sehr eng. Und in dem sie um Licht konkurrieren, bilden sie lange, überlastige Äste aus. Zum Beispiel durch Sturm kommt es dann zu zahlreichen Ausbrüche. Diese Ausbrüche sind wiederum die Ursache für Pilzkrankheiten an den Bäumen“, erklärt Ingwersen. „In Hamburg ist man in Sachen Baumpflege ganz weit vorn. Das möchte ich auch ein wenig auf Sachsen übertragen“, berichtet der 47-Jährige von seiner alten Heimat.

Die Baumpflege, zu denen auch Konrad Beneke aus Leipzig gehört, gehen dabei behutsam vor. Bis auf Baumarten wie Weiden oder Linden, die zu den Kopfbäumen zählen, erfolgen keine extremen Rückschnitte, sondern es werden nur bestimmte Äste entfernt. Im Park gibt es sehr viele verschiedene Bäume, zum Beispiel Eichen, Eschen, Buchen, Weiden, und Erlen, aber auch Wildkirschen und Vogelbeeren oder Weymouthskiefern. Ein Problem stelle der Spitzahorn dar, der sehr widerstandsfähig ist und sich teilweise extrem ausbreitet, wenn durch Pflegemaßnahmen kein Einhalt geboten wird. Sorge bereitet Ingwersen zudem das Eschentriebsterben: „Ursache ist ein Pilz, der unter anderem mit Möbeln aus China eingeschleppt wurde. Der Pilz befällt Triebe, Blätter welken, fallen vorzeitig ab, die Kronenstruktur ändert sich“, nennt der Fachmann einige Merkmale. Pflegemaßnahmen wie jetzt im Park von Gersdorf sollen dazu beitragen, die Ausbreitung des Pilzes zu stoppen.

Natürlich ist das, was über lange Zeit versäumt wurde, nicht in einem Jahr aufzuholen. Die Baumpfleger haben sich zunächst die über 100 Jahre alten Eichen entlang der Straße am Schloss vorgenommen und auch die große Mutterbuche als zentralen Parkbaum. Im Herbst soll es noch einige Fällungen geben – Notfällungen oder um mehr Licht in den Park zu lassen. Ingwersen: „Wir wollen die Parkpflege sukzessive fortführen. Das bedeutet, auch in den nächsten Jahren weiter dranzubleiben.“

Von Olaf Büchel

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