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Baustein für die Pflege Sterbender

Hospiz-Bau Leisnig Baustein für die Pflege Sterbender

Am 1. März 2017 würde Frank Lohse, Bauherr und Investor für die geplante Hospiz-Einrichtung am Leisniger Hasenberg, gern mit dem Bau beginnen. Unter diesen Umständen könnte das Haus mit den geplanten zwölf Betten im September 2017 bezugsfertig sein. Das Haus komplettiert ein regionales Netz für die Versorgung und Pflege Sterbender.

Mathias Kretzschmer (links), künftiger Geschäftsführer, und Bauherr Frank Lohse.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. Der 1. März 2017 ist der Wunschtermin für den ersten Spatenstich für die Hospizeinrichtung am Leisniger Hasenberg. Bauherr und Investor Frank Lohse, Inhaber des Leisniger Dachdeckerunternehmens Seidel, würde sich darüber auch deshalb freuen, weil es sein Unternehmen dann genau zehn Jahre lang gibt. Die Hospiz-Finanzierung sei geklärt, so der 44-Jährige. Den Antrag auf die Baugenehmigung will er im Dezember stellen, so dass nach dem positivem Bescheid im Frühjahr gebaut werden könne.

Zudem laufen derzeit die Gespräche mit den Krankenkassen, wie Mathias Kretzschmer aus dem Vorstand des Vereins Lebenszeit erläutert. Die Verträge mit den Kassen schließt die derzeit in Gründung befindliche Lebenszeit gGmbH als Hospiz-Betreiber und Mieter ab. „Alles ist im Fluss“, sagt der 48-jährgie Kretzschmer, und Lohse ergänzt: „Es ist ein knapper Bauzeitplan, aber nicht unrealistisch. Können wir im März beginnen, wäre im September alles bezugsfertig.“ http://lebenszeit-ev.de/

Im Netzwerk rund um Pflege und Versorgung Sterbender bildet eine Hospiz-Einrichtung wie die am Leisniger Hasenberg eine von mehreren Säulen. Dazu gehört zum einen die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) mit Fachschwester und Facharzt, die auch ins Haus kommen. Der für die gesamte Region zuständige Palliativarzt, Dietrich Fischer, praktiziert in Leisnig. Die Versorgung übernimmt Home Care Sachsen, ein gemeinnütziger Verein, der insbesondere die Versorgung von onkologischen Patienten fördert. Den Hospitzdienst in Form ambulanter und ehrenamtlicher Sterbebegleitung übernehmen in der Region Diakonisches Werk und Caritas.

Das Hospiz als Einrichtung sorgt für die Pflege bis zum Lebensende nach Hospiz- und nicht nach Krankenhauskriterien. Kretzschmer: „In der Regel kommen die Menschen von den Palliativstationen umliegender Krankenhäuer in ein Hospiz.“ Palliativ-Abteilungen existieren bereits in den Kliniken in Borna, Oschatz und Wurzen. Auch die Helios-Klinik habe perspektivisch Interesse an der Zusammenarbeit mit der künftigen Einrichtung am Hasenberg signalisiert.

Auf die Frage, weshalb er sich dafür entschied, als Investor und Bauherr das Hospiz-Projekt zu begleiten, und es damit zu ermöglichen, antwortet Lohse: „Ein Hospiz hier in unserer ländlichen Region halte ich für sinnvoll und notwendig. Zudem schätze ich die soziale Facette des Projektes und weiß, wie lange sich die Leute vom Verein Lebenszeit bereits darum bemühen.“

Tatsächlich gingen rund fünf Jahre ins Land, knüpfte Kretzschmer wegen drei verschiedener ins Auge gefasster Gebäude Kontakt zu Eigentümern. Das alte Pflegeheim in Fischendorf stand als erstes zur Debatte, dann das so genannte Brandhaus in Leisnig, zuletzt das frühere Henwi-Kaufhaus. „Dass wir jetzt neu bauen können, ist ein Glücksumstand“, so Kretzschmer, der in der gemeinnützigen GmbH künftig die Geschäfte führen wird. „Beim Umbau eines bestehenden Objektes auch alle gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten, ist ungleich schwerer, als wenn bei der Planung eines Neubaus alles von Beginn Berücksichtigung findet.“ Wie es zum Kontakt zwischen Kretzschmer und Lohse beziehungsweise zwischen Verein und Dachdeckerunternehmer kam, ist schnell erzählt: Lohse lief bereits mehrfach bei den Leisniger Spendenläufen für das Hospiz mit, brachte die Runden für das Spendengeld selbst auf dem Sportplatz hinter sich. „Bei diesen Veranstaltungen lernte ich das Anliegen des Vereins kennen und schätzen. Als dann doch ein Neubau zur Debatte stand, war das für mich die Chance, jemanden bei einem für mich sinnvollen sozialen Projekt zu unterstützen.“

Die Versorgung kranker, auch sterbender Menschen, ist beiden Männern nicht fremd: Kretzschmer arbeitet als Krankenpfleger, Lohses Frau Alexandra ist Krankenschwester. Als ausführendes Unternehmen konnte Lohse das Baugeschäft Janasek aus Waldheim gewinnen. Darüber hinaus findet das Projekt auch in anderer Form Unterstützung von Unternehmen aus der Region: Mario Winkler vom Bosch-Dienst Leisnig signalisierte, das Hospiz mit einem Fahrzeug zu unterstützen.

Von Steffi Robak

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