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Bedarf an ausländichen Fachkräften begrenzt

Bedarf an ausländichen Fachkräften begrenzt

Die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte effizient und sensibel zu steuern, das soll ein Weg sein, um mögliche Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen.

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Steffen Kräher

Mittelsachsen. Der Landkreis Mittelsachsen beteiligt sich deshalb gemeinsam mit der Landeshauptstadt Dresden an einem Modellprojekt. Die DAZ sprach mit Steffen Kräher, Abteilungsleiter Ordnung und Sicherheit und Johannes Homann, Leiter der Ausländerbehörde, über erste Erkenntnisse.

Frage: Seit wann läuft das Projekt und wie vielen Fachkräften aus dem Ausland konnte seit dem bei der Zuwanderung geholfen werden?

Steffen Kräher: Das Projekt ist im September des Vorjahres gestartet. Vom Landratsamt Mittelsachsen wurden bis heute lediglich zehn Fälle bearbeitet, was an der geringen Inanspruchnahme liegt. Zum Vergleich: In Dresden wurden im gleichen Zeitraum über 400 Fälle bearbeitet.

Wie erklären Sie sich die geringe Nachfrage in Mittelsachsen?

Die Zahlen sind Spiegelbild des Bedarfs. Der Bedarf an ausländischen Fachkräften in der mittelsächsischen Wirtschaft scheint zurzeit sehr begrenzt zu sein. Der deutliche Unterschied zu Dresden liegt sicher am Unterschied der industriellen Strukturen beider Regionen.

Was konkret kann der Landkreis leisten, um interessierten ausländischen Fachleuten den Start hier zu erleichtern?

Johannes Homann: Es geht vor allem darum, das Visumverfahren und das Arbeitsgenehmigungsverfahren extrem zu verkürzen. Normalerweise kann ein Visumverfahren bis zu einem viertel Jahr dauern. Unser Ziel ist, wesentlich schneller zu reagieren. Daran ist nicht nur die Ausländerbehörde, sondern auch die Zentrale Ausländer- und Fachkräftevermittlung der Bundesagentur beteiligt. Gemeinsam haben wir erreicht, dass Zustimmungen innerhalb weniger Tage oder sogar nur innerhalb eines Tages erteilt werden konnten.

Wie gelingt das zu Beispiel?

Der erste Kontakt zwischen Behörde und Fachkraft aus dem Ausland wird in der Regel über das Unternehmen hergestellt, das diese Fachkraft gern einstellen möchte. Wir ermöglichen dann eine bevorzugte Bearbeitung in der Ausländerbehörde. Die Person muss nicht, wie sonst üblich eine Karte für den Wartebereich ziehen, sondern es wird ein Termin vereinbart.

Ein spezielles Einwanderungsbüro, von dem noch vor einigen Monaten die Rede war, existiert aber nicht im Landratsamt?

Steffen Kräher: Die Zahlen, wie gesagt bislang zehn Fälle, rechtfertigen ein solches Büro nicht. Es gibt einen separaten Schalter in der Ausländerbehörde, an dem von Englisch sprechenden Mitarbeiterinnen diese Fälle bearbeitet werden. Sollte der Bedarf steigen, könnten wir einen weiteren solche Schalter einrichten.

Was für Fachkräfte aus welchen Ländern zeigten denn bislang Interesse?

Vor allem Ingenieure aus dem Bereich der Mikroelektronik und der Solartechnik, außerdem eine Ärztin. Das Herkunftsland Nummer eins ist die Russische Förderation. Doch auch aus Serbien, Indien, China, Iran und Chile hatten wir Zuwanderer.

Wie sieht es mit ausländischen Absolventen der Uni Freiberg und der Hochschule Mittweida aus?

Auch diese können sich um eine Arbeitsstelle in Deutschland bemühen. Sie haben Zeit, sich innerhalb eines Jahres etwas zu suchen. Doch auch hier gibt es nicht so eine große Nachfrage für Mittelsachsen. Die Absolventen zieht es eher nach Bayern oder Baden-Württemberg.

Wenn Sie die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte vereinfachen, heißt das, dass diese Menschen automatisch deutsche Staatsbürger werden?

Johannes Homann: Nein, das sind zwei unterschiedliche Dinge. Zunächst geht es in der Regel um eine Aufenthaltserlaubnis, die für ein Jahr erteilt wird und verlängert werden kann. Wer fünf Jahre lang eine Aufenthalterlaubnis hatte, kann eine unbefristete Niederlassungserlaubnis bekommen. Das sind aber immer Einzelfallentscheidungen. Natürlich ist das Ziel, dass die Fachkräfte den Unternehmen bei Bedarf dauerhaft zur Verfügung stehen. Deshalb ist eine Verfestigung im Rahmen des Modellprojektes auf jeden Fall möglich. Dazu gehört auch, dass die Familie der Person nachziehen kann. Eine mögliche deutsche Staatsbürgerschaft hängt von etlichen weiteren Voraussetzungen ab. Damit befasst sich die Staatsangehörigkeitsbehörde des Landratsamtes.

Bleibt Mittelsachsen trotz des geringen Bedarfs im Modellprojekt?

Steffen Kräher: Ja, wir werden das fortführen. Für Mitte dieses Jahres ist ein Erfahrungsaustausch geplant. Und es gibt Bestrebungen, das Projekt auf Chemnitz und Leipzig auszuweiten.

Interview: Olaf Büchel

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