Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Begegnung im Biogarten: Flüchtlinge schnuppern Landluft in Schönberg
Region Döbeln Begegnung im Biogarten: Flüchtlinge schnuppern Landluft in Schönberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Viele junge Leute aus Afghanistan besuchten jüngst mit ihren Betreuerinnen Biogärtner Isak Gumpert (3.v.l.) in Schönberg und packten mit an. Quelle: Foto: Dirk Wurzel
Anzeige
Schönberg

Mexikanische Zwerggurken wachsen unter anderem in den Foliezelten von Isak Gumpert im Vorwerk Massanei.Und auch die Minivariante der Salatgurke. Dazu unterschiedliche Sorten Tomaten. Neuseeland-Spinat und Obst gedeihen im Freiland. Drei unterschiedlich farbige Sorten Himbeeren wachsen hier zum Beispiel. Alles angebaut ohne Chemie – Biogärtner Isak Gumpert setzt weder Pflanzenschutzmittel noch Kunstdünger ein.

In ihrer Ferienwoche lernten jüngst junge Asylbewerber diese besondere Gärtnerei vor den Toren Waldheims kennen, gingen Isak Gumpert kurz zur Hand. „Es geht darum, zu zeigen, wie ist das Landleben, wie ist das Leben in der Gärtnerei. Die Leute sollen eine Idee bekommen, wie die Arbeit auf dem Lande ist“, sagt Isak Gumpert. Der gelernte Gärtner ist seit 25 Jahren im Bio-Landbau aktiv. Vor einem Jahr hat er den Hof in Schönberg gekauft.

Die Angehörigen der Gruppe jugendlicher Asylbewerber, die neulich zum Landluft schnuppern Isak Gumperts Hof besuchten, stammen aus Afghanistan. Jetzt leben sie in unterschiedlichen Städten in Mittelsachsen, Frankenberg und Döbeln zum Beispiel. Sardar Akbar zum Beispiel wohnt in Döbeln und verrichtete in Schönberg erstmals gärtnerische Handgriffe, hat gejätet und geerntet. „Fremde werden Freunde – Leben im Landkreis Mittelsachsen“ heißt das Projekt, dass die jungen Flüchtlinge auf die Beete und in die Gewächshäuser der Bio-Gärtnerei brachte. Das Projekt ist beim Klosterbucher Verein „Be-Greifen“ angesiedelt. „Es geht darum, den jungen Leuten die Perspektiven aufzuzeigen, die unser ländlicher Raum bietet“, sagt Elsbeth Pohl-Roux, die Vorsitzende des Vereins „Be-Greifen“. Die jungen Leute sehen so, wie vielseitig das Leben auf dem Lande ist. Gerade in den sogenannten grünen Berufen werden Lehrlinge gesucht. Wenn die Schnuppertage bei dem einen oder anderen das Interesse für die Berufe weckt, ist schon viel geholfen.

Die Perspektiven auf Isak Gumperts Hof klingen hart. In der Vegetationsperiode sind die Arbeitstage lang, manchmal bis zu zwölf Stunden. Er hat sich auf Nischenprodukte spezialisiert. Seine Flächen bestellt er überwiegend in Handarbeit. „Ich habe einen vielseitigen Kleinbetrieb, von jeder Kultur etwas.“ Da er keine Pflanzenschutzmittel einsetzt und das Gedeihen der Obst- und Kulturgemüsekulturen ebenfalls vom Wetter abhängt, lebt der Biogärtner mit einem gewissen Ausfallrisiko. „Wenn eine Kultur mal nicht gedeiht, gedeiht dafür eine andere“, beschreibt er, wie die Kleinteiligkeit und die Vielseitigkeit seiner Landwirtschaft dieses Ausfallrisiko auffängt.

Der Biogärtner hat noch viel vor im Vorwerk Schönberg, plant unter anderem einen Hofladen. „Ich möchte, das hier eine regionale Vermarktung entsteht.“ Derzeit beliefert er Bioläden in Dresden und Berlin mit seinem Obst und Gemüse. Nicht alle Flächen sind derzeit bestellt. Das liegt daran, dass es für Biogärtner strenge Vorgaben gibt. So muss ein Schlag, der früher konventionell bestellt wurde, drei Jahre ruhen, bis darauf Bio-Kulturen wachsen können. Die Pestizide und Düngemittel müssen da erst abgebaut werden.

Von Dirk Wurzel

Wenn die rund 2000 Grundstückseigentümer um Leisnig demnächst Post bekommen wegen der Niederschlagswassergebühr, können sie danach eine Telefonnummer wählen. Wie das funktioniert und warum das zusätzlich so geregelt ist, erklärt der Verbandsgeschäftsführer.

04.08.2017
Döbeln Das Asylbewerberheim Döbeln wurde nach 20 Jahren grundlegend renoviert - Neue Fassade ohne Satellitenschüsseln und neu renovierte Zimmer

Das Asylbewerberheim Döbeln wurde nach 20 Jahren grundlegend renoviert. Aktuell sind 131 von 205 Plätzen sind belegt. Luxus sucht man hier aber vergeblich.

06.08.2017

Schon 7000 Null-Euro-Geldscheine hat die Burg Kriebstein in einem Monat verkauft. verkauft. Das Andenkengeld wird langsam knapp und die Burg denkt über eine zweite Auflage nach

Anzeige