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Bei Wettbewerb des Regionalbauernverbandes wird ans Milchkuh-Euter noch Hand angelegt

Bei Wettbewerb des Regionalbauernverbandes wird ans Milchkuh-Euter noch Hand angelegt

Ohne sie würde es weder Käse noch Joghurt geben und der Kaffee bliebe schwarz. Die Melkerinnen und Melker sind es, die tagtäglich bei den Milchkühen eines der wichtigsten Lebensmittel abzapfen.

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Karola Nixdorf von der Ebersbach-Otzdorfer Milchproduktion gibt sich alle Mühe beim Handmelken. Die etwas unruhige Kuh macht es ihr nicht gerade leicht. Diplom-Landwirt im Ruhestand, Siegfried Hempel, gehört zu den drei Juroren und achtet darauf, dass die 45-Jährige sauber nach Vorschrift arbeitet.

Quelle: Wolfgang Sens

Leuben/Region Döbeln. Ausgetragen wird der Wettkampf in diesem Jahr in Leuben nahe Mügeln in der Milchviehanlage der Agrargenossenschaft Naundorf-Niedergoseln. Ausrichter ist der Regionalbauernverband Döbeln-Oschatz. Fünf Zweierteams und einige Einzelkämpfer sind am Start, unter anderem von der Agrargenossenschaft Ostrau, von der Erzeuger- und Absatzgenossenschaft Borna (bei Oschatz) sowie vom gastgebenden Betrieb. "Wir veranstalten den Wettstreit aller zwei Jahre. Die Besten können sich für sachsen- oder sogar bundesweite Wettbewerbe qualifizieren", erklärt Iris Claassen, Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes. Bestandteil des Wettbewerbes ist nicht nur das Hand- sondern auch das maschinelle Melken im Karussell oder in der Reihe. "Im laufenden Betrieb in den Milchviehanlagen wird natürlich nicht mehr mit der Hand gemolken. Wir haben es in den Wettbewerb mit aufgenommen, um diese alte traditionelle Weise zu pflegen", so Claassen. Die Melkexperten der dreiköpfigen Jury beobachten die Teilnehmer aufmerksam. Denn es geht nicht nur um Menge und Zeit, sondern auch um das korrekte Vormelken, das Saubermachen des Euters, die Umsicht beim Melkvorgang, die abschließende Kontrolle und Pflege des Euters. "Bevor die Melkbecher der Maschine angebracht werden können, müssen pro Strich (Fachbezeichnung für Zitze/Anm. d. Red.) zwei volle Strahlen abgemolken werden. Diese erste Milch wird nicht verwertet, weil sie sehr zell- und keimreich ist", erklärt Rene Kaniuth von der Agrargenossenschaft Ostrau. "Beim Melken ist Ruhe sehr wichtig. Die Kühe dürfen keinen Stress haben. Deshalb reden wir mit den Tieren oder streichen auch mal mit der Hand über das Fell", so der 26-Jährige.

Bis zu 60 Liter Milch kann eine Hochleistungskuh am Tag geben. In der Regel wird zweimal pro Tag, aller zwölf Stunden, gemolken. Ein guter Jahresdurchschnitt, so Claassen, sind 10 000 Kilogramm. Rund 60 Tage im Jahr sollte eine Kuh "trocken stehen", also keine Milch geben. Das sind die Wochen vor dem Abkalbtermin.

Die Jugend reißt sich heutzutage nicht um den Beruf des Tierwirts, wie Kaniuth und sein Kollege Sebastian Dwilat bestätigen. "Wir arbeiten in Schichten. Die Tiere wollen schließlich immer versorgt sein", so Dwilat. Claassen pflichtet bei: "Man kann nur den Hut vor den Leuten ziehen, die diesen Beruf ausüben."

Karola Nixdorf hat es inzwischen geschafft und ist geschafft. "Das geht ganz schön auf die Unterarme", sagt sie nach dem Handmelken. Ihr Ergebnis ist nicht das Beste des Tages, doch sie ist zufrieden. "Es geht doch gar nicht so sehr ums Gewinnen, sondern darum, sich auszutauschen, voneinander zu lernen." Trotzdem werden bei der Auswertung morgen Abend im Welwel in Döbeln Preise verliehen. Claassen: "Auf jeden Fall gibt's Pokale für die Besten. Mehr will ich noch nicht verraten." Olaf Büchel

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