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Döbeln Beim Tanz in den Mai fliegen die Fäuste: Waldheimer bei Schlägerei verletzt
Region Döbeln Beim Tanz in den Mai fliegen die Fäuste: Waldheimer bei Schlägerei verletzt
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17:08 09.04.2018
Im Amtsgericht Döbeln ging es am Montag um eine Schlägerei in Grünlichtenberg. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Döbeln/Grünlichtenberg

Eine Platte mit sieben Schrauben hält den gebrochenen Unterkieferknochen. Der Mechatroniker-Lehrling verdankt dieses unschöne Andenken an den 1. Mai 2017 dem Angriff eines Betrunkenen. Von hinten hatte dieser den Jugendlichen niedergestreckt, wollte dann noch weiter auf in losgehen. Das konnte der 17-Jährige mit Fußtritten abwehren. Der Tanz in den Mai in Grünlichtenberg brachte den Lehrling ins Krankenhaus auf den Operationstisch.

Alk macht aggro

„Er wird immer so aggressiv, wen er trinkt. Als wir im Auto saßen, rief er: Dreh um, der lebt noch“, sagte ein 22-jähriger Kumpel des Angeklagten, der mit diesem zum „Tanz in den Mai“ auf dem Grünlichtenberger Festplatz war, im Prozess gegen den Schläger im Amtsgericht Döbeln. Der wiederum hatte seinen Kumpel bezichtigt, ihn gewissermaßen angestiftet zu haben. Ein Zwist auf der Tanzfläche zwischen dem Geschädigten und seinem Kumpel sei dem vorausgegangen. „Ich wollte zum Auto, da sagte er, wir hätten dem ja noch aufs Maul hauen können“, sagte der Mittweidaer. Wie ein typischer Schläger wirkte er nicht. Gut sozialisiert, Lehre absolviert, berufstätig – Richter Lutz Kermes fragte sich, warum er den Waldheim geschlagen hatte.

Frau will schlichten und kriegt Faust ins Gesicht

Und nicht nur den. Eine junge Frau wollte dazwischen gehen, bekam auch einen Hieb ab. Zum Glück ohne nennenswerte Folgen. Sie sagte wie viele der sieben anderen Zeugen auch, dass es der Angeklagte war, von dem am 1. Mai 2017 gegen 2.20 Uhr die Aggressionen ausgingen. „Meine Schwester kam und sagte, ich soll den Hans* wegschaffen. Jens* war sehr aggressiv und wollte den Hans schlagen. Er hat aber mich erwischt“, sagte die 18-Jährige. Der Angeklagte bat sie um Verzeihung. Das bat er den Geschädigten. Zweimal. „Er hat mich über Facebook angeschrieben. Er meinte, ich hätte ja gar nicht so lange dort sein dürfen als 17-Jähriger und das man das auch ohne Polizei regeln könnte“, schilderte der Auszubildende. Offenbar nahm es der Jugendclub Grünlichtenberg nicht so genau mit Paragraf 5 Jugendschutzgesetz. Der regelt, dass Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren sich bloß bis Mitternacht auf Tanzveranstaltungen aufhalten dürfen.

Jaja, der Jugendschutz

Der Jugendliche ließ sich aber nicht einschüchtern, erstattete Anzeige und nahm sich einen Anwalt. Rechtsanwalt Karsten Opitz vertrat den 17-Jährigen nun als Nebenkläger vor Gericht. „Er hat meinen Mandanten mit Banalitäten provoziert und ihn schließlich ohne rechtfertigenden Grund verletzt. Eine verminderte oder aufgehobenen Schuldfähigkeit vermag ich nicht zu erkennen“, sagte Rechtsanwalt Opitz. Er schloss sich beim Strafmaß den Antrag von Staatsanwältin Angelika Rickert an, die 120 Tagessätze zu 65 Euro Geldstrafe forderte. „Wegen der schweren Tatfolgen muss das so sein“, sagte sie.

6175 Euro Geldstrafe

Richter Lutz Kermes sprach den 22-Jährigen der zweifachen Körperverletzung schuldig und verhängte 95 Tagessätze zu 65 Euro Geldstrafe als Rechtsfolge. „Auch das Schlagen der Zeugin war vorsätzlich, weil Sie billigend in Kauf genommen haben, jemanden zu treffen“, begründete er das Urteil. Der Richter rechnete es dem jungen Mann hoch an, die Tat gestanden zu haben. „Es ging aber von Ihnen aus“, sagte Richter Kermes. Für ihn nahm kam der Aussage des Kumpels des Angeklagten eine Schlüsselrolle zu. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

*Namen geändert

Von Dirk Wurzel

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