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Döbeln Beim Zwischenstopp Kraft sammeln im Kampf gegen die Drogensucht
Region Döbeln Beim Zwischenstopp Kraft sammeln im Kampf gegen die Drogensucht
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09:00 07.06.2016
Bei den Hoffesten von Bockelwitz können sich Gäste auf dem Hof und in den Gebäuden umsehen, was sich dort getan hat. Quelle: Wolfgang Sens
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Bockelwitz

Menschen, die nach einer Episode des Drogenmissbrauchs die Entgiftung bereits hinter sich gebracht haben und auf einen Drogentherapieplatz warten, verbringen etwa drei bis neun Monate bis dort hin auf dem Bockelwitzer Hof. Das bedeutet, sie haben dann dort ihren festen Wohnsitz. Für den Freistaat Sachsen handelt es sich um ein Pilotprojekt, welches entsprechend finanziell unterstützt wird vom Sächsischen Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz. Es läuft zunächst für ein Jahr.

Der Verein Bockelwitz Nummer 3 stellt das Gebäude auf dem Hof zur Verfügung. Annett Voigtländer vom geschäftsführenden Vereinsvorstand sagt dazu: „Das passt zu unserem Vereinszweck, uns unserer sozialen Verantwortung und den gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen.“ Auf dem Hof werden ab jetzt vor allem Menschen untererbracht sein, die nach Drogenmissbrauch wieder ins Leben finden sollen und dies auch wollen.

Letzte Chance, die Kurve zu kriegen

Für einige wird das die buchstäblich letzte Chance sein, denn der Anlass ihres persönlichen Zwischenstopps in Bockelwitz ist mit der richterlichen Auflage verbunden, sich ihrer Drogensucht zu stellen und diese in den Griff zu bekommen. Die Projektteilnehmer werden nach dem Entzug von der Klinik in das Projekt vermittelt, um danach eine Therapie anzutreten.

„Sie würden sonst bis zum Beginn der Therapie entweder in die Obdachlosigkeit entlassen oder in ihr bisheriges Umfeld. Das neue Projekt in Bockelwitz ist auch ein Versuch, sie in der Zwischenzeit bei sich selber ankommen zu lassen, sie auf ihre bevorstehende Therapie vorzubreiten, ohne dass sie in ihren alten Trott geraten und rückfällig werden“, sagt Michael Heckel, Schatzmeister des Vereins Bockelwitz Nummer 3. Letzteres solle auf dem Weg der Arbeit und sozialen Integration verhindert werden. Wohnen, soziale Stabilisierung und Beschäftigung sind die Hauptsäulen des Projektes Zwischenstopp. Voigtländer: „Die Projektteilnehmer sollen damit wieder ein Verhältnis zu ihrer eigenen Arbeit bekommen.“

Zunächst werden sie im unmittelbaren Umfeld auf kommunalem Gebiet unterwegs sein, Bäume auf Streuobstwiesen pflegen, von Baumschnitt bis Ernte. Das Obst soll bei der Tafel, in Kindergärten und der Schulküche Sitten Verwendung finden. Bezüglich der persönlichen Beschäftigungssituation jedes einzelnen Projektteilnehmers sind Landratsamt beziehungsweise Jobcenter eingebunden.

Stiftung Bildung und Handwerk verlässt den Standort

Für den Hof Bockelwitz Nummer 3 ist das Projekt Zwischenstopp ein Start in eine neue Ära. Zuletzt hatte die Stiftung Bildung und Handwerk (SBH) dort Menschen, die aus verschiedenen Gründen dem Arbeitsmarkt eher fern standen, die Wege auf den Arbeitsmarkt wieder zu ebnen versucht. Die Stiftung will voraussichtlich im Sommer den Standort verlassen.

Initiator des Projektes „Zwischenstopp“ ist die Klinik für Suchtmedizin des Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Psychotherapie Bethanien Hochweitzschen. Einer der Kooperationspartner ist das Landratsamt Mittelsachsen als Anbieter der kommunalen Leistung der Suchtberatung für die Bewohner des Landkreises. Die Fachkräfte vor Ort, welche die Projekteilnehmer während ihres Aufenthaltes betreuen, kommen vom Diakonischen Werk Döbeln. Mit der Stadt Leisnig existiert eine Zweckvereinbarung zur Nutzung des Hofes Bockelwitz Nummer 3, denn das Grundstück befindet sich in kommunalem Eigentum. Der Verein Bockelwitz Nummer 3 stellt das in eigener Regie sanierte Gesindehaus dem Projekt „Zwischenstopp“ gemäß Vereinssatzung zur Verfügung.

Von Steffi Robak

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