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Döbeln Bekenntnis zur Maylust
Region Döbeln Bekenntnis zur Maylust
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23:17 02.07.2013
Straße statt Schienen - nach 2016, so befürchten es die Skeptiker, werden ab Döbeln in Richtung Roßwein keine Personenzüge mehr fahren. Der Nahverkehr könnte verstärkt durch Busse aufgenommen werden.

Die gute Nachricht: Wanderer und Spaziergänger gelangen weiterhin auf sicheren Pfaden zu den beiden Maylust-Aussichtspunkten, die einen umfassenden Blick ins wunderschöne Muldental bei Klosterbuch bieten. Die schlechte Nachricht: Die Querverbindung zwischen den beiden Guck-ins-Land-Stellen ist voraussichtlich noch einige Monate gesperrt, weil an einem Porphyrfelsen ein großes Loch im Steig klafft. "Wir sind aber dran. Ich habe bereits Fotos in der Verwaltung des Forstbezirks eingereicht", sagt Revierförster Ronald Köllner. Jetzt sei Geduld gefragt. Ein Fachmann muss sich die Zerstörung anschauen und beurteilen, wie das zu reparieren ist. Im August wisse er mehr, sagt Revierförster Köllner.

Eines steht aber schon jetzt fest: Der Forstbezirk lässt den Weg reparieren. Aber das könne ein Weilchen dauern, denn der Staatsbetrieb Sachsenforst hat in vielen seiner Bezirke, vor allem aber im Gebirge, mit abgeschwemmten Wirtschaftswegen in den Wäldern zu kämpfen. Diese wieder herzurichten habe Vorrang, sagt Revierförster Köllner. Schließlich bringt der Holzverkauf Geld. In den mittleren Lagen des Erzgebirge verschwinden dabei sukzessive die Fichten-Monokulturen und machen so einem ökologisch wertvollerem Laubmischwald Platz. Waldumbau nennen die Förster diesen Prozess.

Einen solchen Umbau braucht der Wald um Klosterbuch nicht. Den dominieren Laubbäume wie Eichen, Buchen und Linden. Der abgerutschte Steig führte durch diesen naturnahen Baumbestand. "Schön ist es natürlich nicht, dass dieser idyllische Weg nicht mehr benutzt werden kann", sagt Elgine Tur de la Cruz. Die Leisnigerin organisiert für den Kulturbund Wanderungen durch die Region, die Maylust gehört dabei zu fast schon fest gesetzten Wegmarken. "Wir konnten den Weg schon lange nicht nutzen, weil an einigen steilen Stellen die Geländer fehlen", sagt Elgine Tur de la Cruz. Darauf sollte der Sachsenforst achten, wenn er den Steig saniert. Denn um Wandergruppen über den Maylust-Steig zu lotsen, muss die Sicherheit stimmen. "Es darf nicht sein, dass jemand den Hang runter kullert", sagt Elgine Tur de la Cruz. Darum wäre es aus ihrer Sicht wünschenswert, den Weg in der Breite eines empfehlenswerten Wanderpfades wieder herzurichten.

Die Wander-Fachfrau des Kulturbundes führt ein weiteres Argument ins Feld, weshalb es sinnvoll ist, den Klosterbucher Wald für den sanften Tourismus zu erschließen. "Wir diskutieren in Leisnig über die Sanierung des Freibades. Dabei bietet uns die Natur kostenlose Erholung."

Um 1800 vermaß der Grimmaer Mathematiker Töpfer die gegen um Klosterbuch und fand einen Felsvorsprung gegenüber dem Kloster

Dort legte der Geodät ein kleines Plateau mit einem Blumenbeet an und stellte eine Bank auf, um die schöne Aussicht genießen zu können.

Ihren endgültigen Namen verdankt die Höhe dem Minkwitzer Oberförster May, dem um 1850 die Wälder unterstanden.

Er baute Töpfers Anlage großzügig aus und 1856 empfahl das Leisniger Wochenblatt deren Besuch

In der Folge besuchten mehrere sächsische Könige die Maylust. 1861 kam König Johann gleich zweimal, zeichnete Oberförster May aus und ließ eine Gedenktafel anbringen. Auch König Albert besuchte die Maylust im Jahr 1875 zweimal.

Nicht nur Könige bestiegen die Aussichtspunkte sondern auch Studenten, Juristen und Chorsänger.

Studenten des Technikums Mittweida reisten 1878 mit einem Sonderzug an, um im Klosterbucher Wald ihr Sommerfest zu feiern.

Zu einem Musik-Frühstück reisten 1880 rund 400 Leute aus Leipzig an, wo der Juristentag stattfand.

Erst Ende des 19 Jahrhunderts ebbten die Besucherströme ab.

Oberförster May starb 1882

Dirk Wurzel

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