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Berlin-Marathon wird für Läufer der Region zum einmaligen Erlebnis

Berlin-Marathon wird für Läufer der Region zum einmaligen Erlebnis

"Was hast du dir nur dabei gedacht?", fragte sich Antje Krieger, als sie am Morgen des 39.Berlin-Marathon aus den Federn kroch.

Berlin/Döbeln.

 

 

 

 

Dass sich beide Berlin als ihr Premierenpflaster auserkoren hatten, hatte wohl ähnliche Gründe: Super flach, super Feeling. Einmal durchs Brandeburger Tor rennen, angefeuert von tausenden Zuschauern - ein berauschender Gedanke. Und letztlich tatsächlich ein berauschendes Gefühl.

Genau 1100 Trainingskilometer hat Peter Eberhardt in sechs Monaten Vorbereitung auf den Marathon absolviert. Der sei einfach fällig gewesen - nach 14 Halbmarathons. "Und ich wollte das einmal im Leben schaffen", sagt er. Eine Woche vor dem Start muckert das Knie - "das kann doch nicht wahr sein", denkt sich der Otzdorfer und hofft einfach auf Besserung. Getapt geht der 56-Jährige schließlich an den Start, noch immer im Zweifel, ob er überhaupt rennen soll. Doch diese Gedanken verfliegen auf den ersten Metern. Er läuft einfach, es läuft einfach. "Ich habe das richtig genossen", erzählt Peter Eberhardt später. Der Höhepunkt ist schließlich tatsächlich das Brandenburger Tor, der Zieleinlauf, den der Marathon-Erstling nach fantastischen 3:55 Stunden feiern kann. Eine Minute vor ihm passiert der Döbelner Jens Engelmann das legendäre Tor; später gesteht er: "In diesem Moment musste ich mir schon ein paar Tränen verdrücken."

"Nur noch einer, nur noch einer..."

Antje Krieger ist zu diesem Zeitpunkt noch unterwegs. Der enorme Respekt, der ihr noch am Morgen im Magen grummelte, ist verflogen, weggerannt quasi. "Am Start ist man dann letztlich wie ein Rennpferd, will endlich loslaufen." Aus dem letzten Startblock heraus darf die 31-Jährige auf die Strecke. Ab Kilometer zwölf macht sich am linken Fuß eine Blase bemerkbar, fünf Kilometer weiter auch am rechten Fuß. "Das war alles erträglich, und die mussten dann einfach mitlaufen..." Die Aufregung, das Hochgefühl machen vieles wett. "Die vielen Leute, die fremden Leute, die dich abklatschen, dich anfeuern." Unglaublich sei das. Nichtsdestotrotz: "Zwischen Kilometer 35 und 40 hab ich an den Oberschenkeln gemerkt, dass ich schon ganz schön viel gemacht hab." Eine kleine Gehpause darf sein und dann kommt der 41. Kilometer. "Da rief mir eine Läuferin auf englisch zu: 'Just one, just one..." Nur noch einer, nur noch einer: "Dieser Moment ist unglaublich, zu wissen, du bist gleich da, läufst gleich durchs Brandenburger Tor..." Wie im Rausch erlebt die Leisnigerin das, nach 4:10 Stunden ist sie im Ziel. "Und dann fällt alles von dir ab und du denkst so bei dir: Geht doch eigentlich." Das Training sei viel schlimmer gewesen als letztlich der Marathon, "das hat mich eher an meine Grenzen geführt."

Noch einmal will sie in Berlin laufen, das alles bewusster erleben. Doch ein Jahr warten auf ihren nächsten Marathon will Antje Krieger nicht. "Ich bin schon heiß, bald wieder 42 Kilometer zu laufen." Noch vor vier Jahren wäre daran nicht im Traum zu denken gewesen. "Peter Klöden ist es gewesen, der mich damals gelehrt hat, das Laufen zu lieben", sagt die Leisnigerin, die damals im Laufseminar des erfahrenen Läufers und Triathleten die ersten Schritte gemacht hat.

Seine ersten Laufkilometer liegen schon ein paar Jahre weiter zurück, doch auch für Andreas Bunk aus Döbeln wird der diesjährige Berlin-Marathon zum einmaligen Erlebnis. Der 37-Jährige schafft es zum ersten Mal, die Drei-Stunden-Marke zu unterbieten. Nach 2:56 Stunden läuft er ins Ziel, wo sein "Pacemaker" Toni Boitz auf ihn wartet. Bis zum Kilometer 32 hat ihn der 27-jährige Läufer begleitet, das Tempo kontrolliert, gedrosselt oder gesteigert. "Es lief diesmal einfach super", sagt Bunk, der bereits im vergangenen Jahr die drei Stunden angepeilt hatte, damals aber verletzungsbedingt an der Marke gescheitert war.

"Feuerhufe" aus der Teichstraße: Siebenmal Jahresbestzeit

Während die Läufer der Region in Berlin bereits das Hochgefühl nach dem Zieleinlauf genießen, sind sie noch unterwegs: Die "Feuerhufe" aus der Döbelner Teichstraße. Parallel zum Berlin-Marathon startete die lockere Laufgruppe ihren ganz persönlichen "Staffel-Marathon", bei dem sieben Männer und Frauen jeweils sechs Kilometer absolvierten (DAZ berichtete). Stets mit dem Blick nach Berlin, versteht sich. "Ursprünglich hieß es ja, dass wir die ganze Sache ruhig angehen", erzählt Initiator Michael Naumann, "doch dann hat unsere Startläuferin Annett Hachenberger schon eine relativ gute Zeit vorgelegt und unser aller Ehrgeiz war geweckt." Letztlich liefen alle Feuerhufe ihre Jahresbestzeit auf der sechs Kilometer langen Strecke, so dass am Ende 4:23 Stunden zu Buche standen. "Dass wir Andreas selbst zu siebent nicht einholen, war uns ja vorher klar", lacht Michael Naumann. Jede Menge Spaß gemacht hat die ganze Aktion dennoch. Und, wird es eine Wiederholung geben? "Das ist nicht ausgeschlossen.

Manuela Engelmann

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