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Döbeln Berufsrally für mehr Azubi-Nachwuchs in Ostrau
Region Döbeln Berufsrally für mehr Azubi-Nachwuchs in Ostrau
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00:47 30.04.2018
Philipp Böhm steckt bei Pietsch im ersten Lehrjahr. Auf Wunsch von Christa Müller soll er zur Berufsrally den Schülern seinen Job erklären. Quelle: Sven Bartsch
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Ostrau

Kommen die Auszubildenden nicht zum Unternehmen, muss das Unternehmen sich diese eben zu sich holen. Unter diesem Motto hat Christa Müller, Prokuristin bei Pietsch Haustechnik im Ostrauer Gewerbegebiet, die erste Berufsrally Ostraus organisiert. Am 11. Mai kommen 50 Schüler aus den achten Klassen der Anne-Frank-Oberschule Stauchitz in den Ort, um elf Firmen zu besuchen, die später zu Praktikums- oder gar Ausbildungsstätten für die Jugendlichen werden könnten. „Ostrau hat keine weiterführende Schule mehr und die anderen sind so weit weg. Daher ist die Woche der offenen Unternehmen hier meist nicht so erfolgreich, weil die Kinder gar nicht erst bis hierher kommen“, beschreibt Christa Müller das Dilemma, das sie mit der Berufsrally aufheben will.

Schon vor einem Jahr hat sie bei der Berufsberaterin der Stauchitzer Schule, Susann Bähner, ihre Idee vorgetragen. „Wir sind bei ihr sofort auf offene Ohren gestoßen. Aber die Schule muss so etwas ja auch erst einmal umsetzen können“, sagt Müller.

Inzwischen ist alles vorbereitet. Elf Firmen hat Christa Müller für den tag gewonnen, darunter viele aus dem Gewerbegebiet wie Hammer, Teichert Nutzfahrzeuge oder Meffert Farbwerke aber auch Unternehmen aus Ostrau und der näheren Umgebung wie die Kita Jahnataler Wiesenstrolche, die Sparkassenfiliale oder das Technikcenter Sonntag. Hier können die Schüler verschiedenste Berufsbilder kennenlernen wie Metallbauer, Friseur, Mechatroniker, Raumausstatter, Landwirt und viele mehr – insgesamt 19 Ausbildungsberufe.

Auch der Ostrauer Gewerbeverband und die Gemeindeverwaltung unterstützen Müller und die Schule an diesem Tag. „Die Gemeinde hilft uns, alles zu organisieren, die Kinder in Gruppen auf die Firmen zu verteilen. Ziel ist es, dass jeder Schüler zwei bis drei Firmen besucht“, sagt Christa Müller. Damit sich die Jugendlichen nicht im Gewerbegebiet verlaufen, bauen sie selbst in der Schule Hinweisschilder mit den Firmenlogos.

Per Bus werden sie am 11. Mai nach Ostrau gebracht. Weiter entfernte Firmen wie die Landwirtschaft Paas organisieren die Abholung der Schüler. Ab 8 Uhr sollen sie in eineinhalb bis zwei Stunden pro Besuch herausfinden, ob sie sich zumindest ein Berufspraktikum, welches in der neunten Klasse ansteht, bei einer der Firmen vorstellen können. „Die ersten Wünsche, wohin sie wollen, haben die Schüler schon abgegeben“, sagt Müller. „Jetzt kommt noch ein zweiter Wunsch dazu. Sie sollen sich auch Alternativen ansehen, die sie nicht auf den ersten Blick wählen würden.“

Ein Besuch bei der Berufsrally, das zweiwöchige Schulpraktikum, dann die dreijährige Ausbildung zum Lagerlogistiker oder Groß- und Einzelhandelskaufmann – das wäre für Christa Müller der ideale Werdegang eines künftigen Pietsch-Mitarbeiters. Nahe bringen sollen dies den 16 Schülern, die sich beim Haustechnik-Unternehmen angemeldet haben, die derzeitigen Azubis selbst. „Sie sollen ihnen erklären, wie die Arbeit so ist“, sagt Müller.

Verläuft die erste Berufsrally erfolgreich, soll es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben. Dann könnten auch andere Schulen und weit mehr Unternehmen eingebunden werden. Denn viele Ostrauer besuchen zwar die Stauchitzer Oberschule – einige aber auch die in Mügeln oder Döbeln, andere das Döbelner Gymnasium.

Von Sebastian Fink

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