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Besucherrekord bei Döbelner Ausbildungsmesse

Wie weiter nach der Schule? Besucherrekord bei Döbelner Ausbildungsmesse

Die Ausbildungsmesse unter dem Motto Schule macht Betrieb endete in Döbeln mit einem Erfolg. 2160 Besucher waren am Sonnabend von 10 bis 15 Uhr im Sport- und Freizeitzentrum WelWel um sich mit ihrer beruflichen Zukunft zu beschäftigen. ‎Im vergangenen Jahr waren es 1665. Die Aussteller zeigten aus nahezu jeder Branche, wie sich die Karrierewege in der Region gestalten lassen.

Rundgang aufd er Ausbildungsmesse: Vize-Landrat Dr. Lothar Beyer (2. v.l.), Matthias Pleschke (M., Maschinenbau Beyer Roßwein), Karin Illgert (2.v.r.), rechts Christa Müller Vorsitzende Arbeitskreis Schule Wirtschaft.

Quelle: Gerhard Dörner

Döbeln. Die Suche nach einem Parkplatz rund um das Döbelner Sport- und Freizeitzentrum WelWel war am vergangenen Sonnabend eine Geduldsprobe. Mehr als 2100 Besucher strömten in die Sporthalle, die sich am Wochenende in eine Ausbildungsmesse verwandelte. Rund 70 Aussteller präsentierten sich auf dem Innen- und Außengelände des WelWel zur 2. Ausbildungsmesse „Schule macht Betrieb“. Diese wurde organisiert vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft für die Region Döbeln. Im Arbeitskreis engagieren sich unter anderem die IHK Regionalkammer Mittelsachsen, die Handwerkskammer und die Agentur für Arbeit Freiberg. Auch viele Unternehmen sind natürlich Teil des Arbeitskreises, der vom Landkreis Mittelsachsen unterstützt wird.

Stefanie Ebert, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Freiberg erklärt: „Das Messeformat hat sich im vergangenen Jahr bewährt und das WelWel ist hier in Döbeln optimal ausgelastet.“ Bereits in den Vorwochen fanden Ausbildungsmessen in Freiberg und Mittweida statt, die ihre Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppeln konnten. Ähnliches sollte auch in Döbeln erreicht werden. Damit ist die Messe ein Erfolgskonzept, welches darauf abzielt, junge Menschen in der Region zu halten. Dies sei auch bitternötig: „500 unbesetzte Ausbildungsplätze sind im Landkreis Mittelsachsen zu erwarten – und nur rund 160 Schüler suchen derzeit nach einer Ausbildung“, erklärt Stefanie Ebert. Die große Differenz ließe sich durch verschiedene Faktoren begründen. Einerseits sei der demographische Wandel nach wie vor spürbar, andererseits gäbe es eine hohe Studierneigung bei Jugendlichen und die jungen Menschen ziehe es in die großen Städte Sachsens.

Das regionale Problem geht viele an und so fanden sich zur zweiten Ausbildungsmesse in Döbeln zahlreiche Unternehmen und Bildungsträger vor. Die Firma Partzsch etwa lockte mit dem Geruch von frischem Popcorn an den Stand und informierte interessierte Schüler und ihre Eltern über die Ausbildungsmöglichkeiten in den Bereichen Elektroniker/-in, Mechaniker/-in und Industriekaufmann/-frau. „Wir bieten 16 Ausbildungsplätze in den verschiedenen Bereichen“, erklärt Mitarbeiter Jens Krause. „Selbst die Hälfte dieser Ausbildungsstellen zu besetzen wäre schon ein Erfolg.“ Allerdings sei die Resonanz nach der letzten Messe nicht spürbar höher, das Interesse nicht nachhaltig gewesen. Natürlich sei es wichtig, sich als Unternehmen zu präsentieren, bisher sei aber keine Trendwende hin zu mehr Ausbilungswilligen zu beobachten.

Allerdings muss sich eine solche Ausbildungsmesse auch etablieren. Die Schüler, die mit ihren Eltern auf Zukunftsschau gehen, sind zum Teil noch sehr jung und werden erst in ein paar Jahren eine Entscheidung treffen müssen. Das lässt hoffen, dass das Konzept des Arbeitskreises in der Zukunft aufgehen wird.

Luise Riehmer etwa ist erst 14 Jahre alt und besucht die neunte Klasse des Martin-Luther-Gymnasiums in Hartha. Die Schule habe ihr vorgeschlagen, die Messe in Döbeln zu besuchen. „Deswegen bin ich heute hier, eine Richtung in die es mal gehen soll, weiß ich allerdings noch nicht.“ Luise ist froh über die vielen verschiedenen Angebote der Messe aus den Bereichen Handwerk/Industrie, Grüne Berufe, Kommunikation, Soziales, Zahlen/Daten/Fakten und Kreative Berufe. So kann die Ausbildungsmesse schon zeitig eine Orientierung bieten und in ein paar Jahren dazu beitragen, dass wieder mehr Ausbildungen in der Region angetreten werden.

Von Judith Sophie Schilling

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