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Döbeln Betrüger ziehen Döbelner Senioren am Telefon über den Tisch
Region Döbeln Betrüger ziehen Döbelner Senioren am Telefon über den Tisch
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16:24 22.09.2016
Quelle: dpa
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Döbeln

Vor einer besonders perfiden Form von Betrug an älteren Menschen in der Region hat Döbelns Polizeichef Andree Wagner im Kriminalpräventiven Rat gewarnt. Immer wieder werden ältere Menschen von angeblichen Polizeibeamten, Anwälten oder Staatsanwälten angerufen. Ihnen wird erzählt, dass aus Gewinnspielteilnahmen oder Abonnements hohe Schulden aufgelaufen seien und ihr Konto gesperrt werde. Andere behaupten, dass gegen die Senioren wegen Geldwäsche ermittelt werde. Die alten Menschen werden geschickt unter Druck gesetzt, teilweise sogar massiv bedroht und eingeschüchtert. „In einem Döbelner Fall wurde der Geschädigte über mehrere Jahre um über 100 000 Euro erleichtert. Es wurden schon Senioren in den Ruin getrieben“, schildert Andree Wagner. In einigen Fällen wurden Täter ermittelt. Aber die Hintermänner sitzen im Ausland und operieren aus Call-Centern. Mit Adressen und Daten von Senioren, die in Frage kommen oder die schon einmal in solche Telefongespräche verwickelt werden konnten, gibt es einen regen Handel.

Drei Fälle aus Döbeln stellte der Revierleiter vor. So wurde eine 78-Jährige zwischen 2001 und 2015 auf diese Art um 17 000 Euro erleichtert und genötigt, das Geld in die Türkei zu überweisen. Als 2016 die Anrufe wieder begannen, kam sie zur Polizei. Eine 82-Jährige wurde seit 2010 wegen angebliche Gewinnspielteilnahme immer wieder zu Zahlungen zwischen 78 und 200 Euro genötigt. Jetzt meldeten sich angebliche Polizeiermittler bei ihr. Die Gewinnspielbetrüger seien aufgeflogen und sie könne als Zeugin helfen, müsse aber Gebühren in die Türkei überweisen. Als sie eine Western-Union-Überweisung auf der Döbelner Post aufgeben wollte, schickte sie die Postangestellte zur Polizei. „Die Banken in der Region sind gewarnt und führen solche Überweisungen per Western Union nicht mehr aus. Die Täter handeln anders. Sie holen die Betroffenen per Taxi ab und lassen sie in Leipzig das Geld überweisen. Ich bitte alle Mitbürger, warnen sie Senioren in ihrem Umfeld. Forderungen werden nie per Telefon eingetrieben“, so Wagner. Mit Michael Höhme, dem Schulleiter des Lessing-Gymnasiums, sprach er über ein Schülerprojekt, das helfen soll, die Senioren besser aufzuklären.

Von Thomas Sparrer

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