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Döbeln Betrug in Waldheim: Wachmann ergaunert Handys – Gericht verhängt 5500 Euro Geldstrafe
Region Döbeln Betrug in Waldheim: Wachmann ergaunert Handys – Gericht verhängt 5500 Euro Geldstrafe
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16:42 15.09.2016
Mit einiger krimineller Energie hat ein 25-Jähriger in Waldheim drei teuere Handys abgezockt, befand das Amtsgericht Döbeln und verurteilte den Mann zu 5500 Euro Geldstrafe. Quelle: Archiv
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Waldheim/Döbeln

Es gehört schon ein gehöriges Maß an krimineller Energie dazu, auf falschen Namen und falscher Kontonummer Mobilfunkverträge abzuschließen und sich Mobiltelefone zuschicken zu lassen. Damit das Ganze glaubhaft erscheint, den falschen Namen auf das Klingelschild zu schreiben. Dann einen Ausweis vorzuzeigen, der einem nicht gehört, aber auf den Namen ausgestellt ist, der auf dem Klingelschild und in den Verträgen steht. Klingt nach einer fast perfekten Betrugsmasche.

Aber eben nur fast perfekt. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz kam einem 25-jährigen Ex-Waldheimer auf die Spur und legte ihm jetzt Betrug zur Last, begangen mit eben jener fast perfekten Masche: Er habe auf den Namen eines Herrn M. die Telefonverträge abgeschlossen, sich vor einem Jahr einmal ein Samsung-Mobiltelefon für 672 Euro in seine Waldheimer Wohnung kommen lassen haben. Bei einer zweiten Tat habe er sich zwei Samsung-Handys für jeweils 588 Euro zuschicken lassen. Ausgewiesen habe er sich mit dem Personalausweis des Herrn M. und einer Meldebescheinigung. Von Konto des Herrn M. hatte der Mobilfunkonzern zudem die Telefongebühren abgebucht. Am Klingelschild am Haus in Waldheim habe der Name M. gestanden, heißt es im Anklagesatz.

Zeugin erkennt Angeklagten wieder

„Ich kenne Herrn M. nicht, habe ihn nie persönlich gesehen. Ich habe damit nichts zu tun“, stritt der 25-Jährige die Tatvorwürfe am Donnerstag im Amtsgericht Döbeln ab. Er wohnt mittlerweile nicht mehr in Waldheim, sondern in Dresden, wo er bei einer Sicherheitsfirma arbeitet. „Er hat die Pakete in Empfang genommen und mit M. unterschrieben. Ausgewiesen hat er sich mit einem Personalausweis, der abgelaufen war. Außerdem hatte er eine Meldebescheinigung der Stadt Waldheim“, sagte die Paketbotin als Zeugin aus. Sie erkannte den Angeklagten im Gerichtssaal wieder, hatte ihn zuvor bei der Polizei auf Lichtbildvorlagen identifiziert. „Weil man Meldebescheinigungen leicht fälschen kann, dürfen wir sie nicht mehr anerkennen“, sagte die 33-jährige Zustellerin.

Wie der Angeklagte an den Ausweis gekommen war, klärte sich im Prozess im Amtsgericht Döbeln nicht auf. Herr M., ein 36-jähriger Leipziger, gab an, dass er seinen Personalausweis vor einigen Jahren verloren hatte. Er hatte tüchtige Lauferei, wegen der Beträge, die der Mobilfunkkonzern fälschlicherweise von seinem Konto abgebucht hatte, musste ständig diese Lastschriften rückgängig machen. Herr M. erstattete zudem Anzeige wegen Betruges und die Ermittlungen kamen ins Rollen. Der Leipziger sieht dem Angeklagten zumindest im Gesicht nicht unähnlich. Wie es der Zufall will, haben beide auch im selben Monat Geburtstag. Was mit den ergaunerten Handys passierte, blieb im Prozess ebenfalls offen.

25-Jähriger ist einschlägig vorbestraft

„Die Einlassung des Angeklagten ist eine Schutzbehauptung. Das hat die Beweisaufnahme ergeben. Die Zeugin hat glaubhaft ausgesagt und den Angeklagten wiedererkannt“, sagte Richterin Magdalena Richter, die den 25-Jährigen des Betruges schuldig sprach und zu einer Gesamtgeldstrafe von 220 Tagessätzen zu 25 Euro verurteilte. Weil die Tat vor einer früheren Verurteilung des Angeklagten lag, bildete die Richterin eine Gesamtstrafe, in der sie die Entscheidung des Amtsgerichtes vom Frühjahr einbezog. Der 25-Jährige hatte das Jobcenter betrogen und dafür ebenfalls eine Geldstrafe kassiert.

„Das war ein ausgeklügeltes und planvolles Vorgehen. as erfordert einiges an Überlegung“, sagte die Richterin zur Betrugsmasche. Ihr Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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