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Döbeln Betrug mit fremden Ausweis: Döbelner soll Elektronik für über 3500 Euro ergaunert haben
Region Döbeln Betrug mit fremden Ausweis: Döbelner soll Elektronik für über 3500 Euro ergaunert haben
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Sieben mal Betrug und 44 mal Fahren ohne Fahrlaubnis liegt einem 29-jährigen Döbelner in einem Prozess im Amtsgericht Döbeln zur Last. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Die Geldbörse samt Ausweis, Führerschein und EC-Karten zu verlieren, war allein schon schmerzlich und ärgerlich für einen Döbelner. Doch damit nicht genug. Nach dem Verlust flatterten ihm Briefe über einen Ratenkreditvertrag und Mobilfunkverträge ins Haus. Außerdem fehlte Geld auf seinem Konto. Der 30-Jährige soll in Nossen, Waldheim und Mittweida jeweils an den Schaltern von Kreditinstituten 500 Euro abgehoben haben. Und dann noch mehrere Mobiletelefone, einen Fernseher und eine Spielekonsole für insgesamt über 3500 Euro auf Abzahlung gekauft haben beziehungsweise Mobilfunkverträge abgeschlossen zu haben.

„Ich war auf dem Döbelner Weinfest, hatte mich danach an der Post hingesetzt und dann wohl meine Jacke vergessen, wo das Portemonnaie drin war“, schilderte der junge Mann, wie das Verhängnis an jenem Septembertag 2015 seinen Lauf nahm. Erst fehlte auf dem Konto Geld, das der Mann nie abgehoben hatte, dann trudelten die Briefe mit den Ratenkreditverträgen ein, die der Zeuge nie abgeschlossen hatte. Die Raten für die Kredite hat er alle zurückholen lassen und Anzeige wegen Betruges erstattet. Denn es liegt auf der Hand, dass da jemand Schindluder mit seinen Dokumenten getrieben hat. Die Polizei ermittelte schließlich einen Tatverdächtigen und die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat Anklage gegen den vielfach vorbestraften Döbelner erhoben. Seit Donnerstag verhandelt das Schöffengericht, wo die Staatsanwaltschaft die Sache angeklagt hat, weil sie mindestens zwei Jahre Haft als Strafe erwartet. Sieben Betrugshandlungen liegen dem 39-Jährigen zur Last. So habe er nicht nur jeweils dreimal 500 Euro vom Konto des Geschädigten abgehoben sondern zudem in Riesa einen Mobilfunkvertrag abgeschlossen, bei dem es zwei Iphones für jeweils 699 Euro dazu gab. In Mittweida soll er später erneut einen Handyvertrag abgeschlossen haben, wo es ein HTC One für 629 Euro gab. Wiederum in Riesa habe der Angeklagte einen Ratenkreditvertrag für einen Samsung-Fernseher und eine Playstation über insgesamt rund 1400 Euro abgeschlossen und dann nochmal in Mittweida ein Sony-Mobiltelefon für rund 500 Euro ergaunert. Bei all diesen Taten, die sich zwischen dem 16. und dem 29. September 2016 ereigneten, habe der 39-Jährige die persönlichen Daten des Geschädigten verwendet. Da der Angeklagte bei diesen Geschäften immer mit dem Namen des Zeugen unterschrieben habe, sind die Betrugshandlungen tateinheitlich mit Urkundenfälschung angeklagt.

Das ist aber noch nicht alles. Eine zweiten Anklage der Staatsanwaltschaft Chemnitz legt dem Mann 44 Mal das Fahrens ohne Fahrerlaubnis zur Last. Da war er bei Speditionen angestellt und habe Lastzüge gesteuert. Merkwürdig ist: Als ihn die Polizei einmal in Döbeln stoppte und er einen tschechischen Führerschein zeigte, durfte er sogar weiterfahren. Außerdem hat er eine Fahrerkarte für die elektronischen Fahrtenschreiber der Lkw. Die stellt die Fahrerlaubnisbehörde aus – wenn man eine gültige Fahrerlaubnis hat. Die habe der Mann jedoch nicht, sagt die Staatsanwaltschaft. Nachdem sie ihm wegen Drogenkonsum entzogen wurde, hat er keine deutsche Fahrerlaubnis mehr bekommen. Der Führerschein aus dem Lande Schwejks sei lediglich ungültiges Ersatzdokument, sagt der Staatsanwalt.

Der 39-Jährige schweigt zu den Tatvorwürfen. Darum führt das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Karin Fahlberg seit Donnerstag einen aufwendigen Indizienprozess, den es demnächst fortsetzt.

Von Dirk Wurzel

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