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Döbeln Bewährung für Bruch in Roßwein – 21-Jähriger gesteht Diebstahl
Region Döbeln Bewährung für Bruch in Roßwein – 21-Jähriger gesteht Diebstahl
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In Wohnungen einzubrechen, um dort zu klauen, ist kein Kavaliersdelikt. Der Strafrahmen beginnt bei sechs Monaten Haft. Das bekam jetzt ein 21-Jähriger im Amtsgericht Döbeln zu spüren. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Döbeln/Roßwein

Sechs Monate Haft mit Bewährung für den Einbruch in ein Wohnhaus in Niederstriegis – mit diesem relativ harten Urteil überraschte Jugendrichterin Marion Zöllner neulich im Amtsgericht Döbeln. Überraschend deshalb, weil sie das Erwachsenenstrafrecht anwendete. Jugendgerichtshilfe und Staatsanwalt Detlef Zehrfeld sahen den Angeklagten dagegen als Jugendlichen an und befürworteten einen Richterspruch nach dem milderen Jugendstrafrecht.

Fernseher verscheuert

Dem 21-Jährigen lag zur Last, mit einem jugendlichen Mittäter in ein Haus in Niederstriegis eingestiegen zu sein und dort einen Fernseher und eine Spielekonsole gestohlen zu haben. Den Fernseher sollen sie für 320 Euro verkauft haben. Das Haus im Roßweiner Ortsteil gehört dem Stiefvater des mutmaßlichen Mittäters. Dieser wiederum ist angeklagt, im Januar einen Mann in Roßwein beraubt zu haben. Dieser Prozess tritt aber auf der Stelle, weil der Geschädigte bisher noch nicht zur Aussage bei Gericht erschienen ist. „Ich habe mich entschuldigt und den Schaden abgearbeitet“, sagte der junge Mann. Er räumte den Tatvorwurf ein. Er habe sich von seinem jüngeren Komplizen überreden lassen. Den Fernseher habe man übers Internet verscheuert, bei der Spielekonsole habe das nicht funktioniert, der Bruch flog auf. Zudem hat der Einbrecher nicht nur seinen Anteil aus dem Erlös der Beute zurückgezahlt, sondern auch den des Komplizen. In seinem Schlussvortrag wog Staatsanwalt Zehrfeld ab, ob der junge Mann in die Segnungen des Jugendstrafrechtes kommen soll. Er ging dabei auf die vielen abgebrochenen Lehren des 21-Jährigen ein, der aktuell eine Ausbildung in einem sozialen Beruf absolviert. „Im Zweifel für den Angeklagten – wir sollten das Jugendrecht anwenden“, sagte Detlef Zehrfeld schließlich.

Angeklagter ist erwachsen

Richterin Zöllner sah das anders. „Weil die Privatsphäre besonders geschützt sein muss, da ein Einbruch für viele ein ganz erheblicher Einschnitt ist, hat der Gesetzgeber den qualifizierten Tatbestand des Wohnungseinbruchsdiebstahls geschaffen“, sagte sie. Deswegen konnte sie dem nicht vorbestraften jungen Mann mit dem Strafmaß auch nicht weiter entgegen kommen. Der Strafrahmen bei diesem Vergehen beginnt bei sechs Monaten Haft. „Dass beim Angeklagten Reifeverzögerungen vorlagen, habe ich nicht gesehen“, begründete die Richterin, weshalb sie nach dem Strafrecht für Erwachsene urteilte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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