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Döbeln Beweise reichen nicht
Region Döbeln Beweise reichen nicht
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23:02 07.11.2012

Autodiebstahl ist nicht zu beweisen: Mit Freisprüchen endete gestern der Prozess wegen schweren Diebstahls am Landgericht Chemnitz. Dabei ging es um fünf Autos, welche Diebe im Juli 2010 vom Hof eines Zschäschützer Autohandels fuhren. Schaden: 30 000 Euro. "Alle Taten, welche die Anklageschrift aufführt, sind passiert. Aber ob die Angeklagten die Täter sind, ist fraglich", sagte Richterin Rutgart Ströher, Vorsitzende der Großen Strafkammer, als sie Marc S. (22), Sven K. (28) und Enrico U. (40) wegen der Autodiebstähle freisprach. Für Enrico U. war dies ein Teilfreispruch. Wegen Diebstahls, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung verurteilte ihn die Kammer zu drei Jahren und sechs Monaten Haft und bezog dabei ein früheres Urteil des Landgerichtes Leipzig ein. Für die Kammer stand fest, dass sich U. nach einem Einbruch in Glaubitz bei Riesa gegen die Festnahme wehrte und einen Polizisten dabei leicht verletzte. Mit dem Zschäschützer Autoklau hatte der Mann aber nichts zu tun, genauso wenig wie die anderen beiden Angeklagten. Die Verteidiger kritisierten in ihren Plädoyers unisono die dürftige Beweislage und die Schlüsse, welche Staatsanwalt Metzger daraus zog. So nahm das Gericht die Filme der Videoüberwachung des Autohofes Döbeln-Nord in Augenschein. Das zeigte die Angeklagten und diente dem Anklagevertreter als Beleg für den Diebstahl in Zschäschütz. "Wir haben relativ harmlose Tankstellenbilder. Da waren drei zusammen in der Raststätte essen", sagte Enrico U.'s Anwalt Rainer Wittner. Denn eines zeigten diese Aufnahmen nicht: Die Angeklagten beim Ein- oder Aussteigen aus einem gestohlenen Fahrzeug. Die anderen beiden Verteidiger sahen das ähnlich. "Die Bilder sagen gar nichts aus", sagte Rechtsanwalt Tim Bräuer, der Sven K. verteidigte. Er fragte sich, wie es sein Mandant schaffen konnte, um 5 Uhr morgens der Überwachungskamera am Autohof Döbeln-Nord vor die Linse zu laufen und eine Viertelstunde später mit einem Transporter in Mutzschen zu sein, wo Zeugen dieses gestohlene Auto beobachteten. Außerdem passte keine der DNS-Spuren und Fingerabdrücke zu den Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft hatte wieder aufgefundene Teile des mobilen Diebesgutes auf solche Indizien untersuchen lassen. Trotz dieser kargen Beweislage beantragte Staatsanwalt Metzger Haftstrafen für alle drei Angeklagten. Sven K., der seit Jahren bei einem Autohersteller arbeitet, sollte nach dem Antrag des Anklagevertreters sogar acht Monate ins Gefängnis, weil er bei der Tat unter Bewährung gestanden habe.

Dirk Wurzel

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