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Döbeln Beweise reichen nicht aus: Einbruch in Kelterei in Döbeln bleibt unaufgeklärt
Region Döbeln Beweise reichen nicht aus: Einbruch in Kelterei in Döbeln bleibt unaufgeklärt
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17:57 17.08.2016
Ein 27-jähriger Döbelner war angeklagt, weil er in die Kelterei in Neugreußnig eingestiegen sein soll. Das konnte man ihm nicht sicher nachweisen. Weil er grundlos einen Berufsschüler in Döbeln verprügelt hatte und ohne Fahrerlaubnis im Auto unterwegs war, verurteilte ihn das Gericht zu Haftstrafen, noch geradeso mit Bewährung. Quelle: Wolfgang Sens
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Döbeln

Der Einbruch in die Sachsenobst-Kelterei in Neugreußnig bleibt vorerst unaufgeklärt. Strafrichterin Christa Weik hat jetzt einen 27-jährigen Döbelner vom Tatvorwurf des Diebstahls im besonders schweren Fall freigesprochen. Ganz ungeschoren kam der Drogensüchtige im Amtsgericht Döbeln jedoch nicht davon. Für eine Körperverletzung verhängte die Richterin acht Monate Haft mit Bewährung. Dazu kommen drei Monate bedingte Haft, weil der 27-jährige Deutsche mit dem Auto einer Freundin gefahren ist, ohne eine Fahrerlaubnis zu haben.

„Der gefundene Handabdruck ist zwar ein starkes Indiz, reicht aber nicht aus, um den Angeklagten zu überführen“, begründete die Richterin den Freispruch. Ihr fehlten weitere Spuren, um den recht spektakulären Einbruch in die Sachsenobst-Kelterei vom 25. Juli 2015 dem Angeklagten sicher zuordnen zu können. Die Einbrecher deckten das Dach teilweise ab, rissen die Dachverkleidung auf, traten schließlich Türen ein, um so an ihre Beute zu gelangen. Die Diebe stahlen 2100 Euro Bargeld, einen Fernseher und einen Laptop. Der Stehlschaden beträgt insgesamt rund 3200 Euro. Wesentlich teuerer kommt mit etwa 3600 Euro der angerichtete Sachschaden. Rechtsanwalt Sven Kuhne, der Verteidiger des Angeklagten, hatte bereits am ersten Verhandlungstag den Beweiswert des Abdrucks in Zweifel gezogen. Zumal sein Mandant schon oft in der Kelterei war, da ein Familiengehöriger dort arbeitete.

Crystal, Koks und Heroin

Einen richterlichen Rüffel kassierte denn Staatsanwältin Angelika Rickert, als Christa Weik das Urteil für das Fahren ohne Fahrerlaubnis begründete: „ Da fährt der ohne Fahrerlaubnis unter laufender Bewährung mit einem Auto, das ihm nicht gehört, 130 Kilometer nach Tschechien, um Drogen zu kaufen und die Staatsanwältin stellt das Ganze als nicht so gravierend dar und beantragt eine Geldstrafe.“

Die Polizei hatte den 27-Jährigen am 4. Mai auf der Erzengler-Straße in Johanngeorgenstadt kontrolliert und dabei festegestellt, dass er keine Fahrerlaubnis, dafür aber Alkohol und Crystal intus hatte. Für Richterin Weik war klar: Das war eine Fahrt zum Drogeneinkauf. Damals habe sich der junge Mann laut eigenen Angaben Crystal, Heroin und Kokain reingepfiffen, jetzt rauche er „nur“ noch Marihuana. Auch wolle demnächst mit seiner Freundin zusammenziehen, die schwanger ist. Die Richterin zweifelte daran, dass dies funktionieren wird, dass sich ein Süchtiger um ordentlich um ein Kind kümmern kann. „Eines ist klar, Bewährung gibt es nur, wenn sie eine Langzeitsuchttherapie machen“, stellte Richterin Weik klar. Dem stimmte der Angeklagte zu. Die Therapie ist jetzt Bewährungsauflage. Hält er sich nicht dran, fährt er ein.

Diebstahl, Drogen, Körperverletzung

Den größten Batzen Strafe (acht Monate) gab´s dann für die Faustschläge, die der 27-Jährige einem Döbelner Berufschüler am Mittag des 11. Januar auf offener Straße ohne erkennbaren Grund versetzt hatte. „Das will man als Mensch nicht erleben. Die körperliche Unversehrtheit ist ein sehr hohes Rechtsgut“, sagte Richterin Weik. In den acht Monaten geht die Strafe einer früheren Verurteilung des Angeklagten mit auf. Er hatte gemeinsam mit einem Bekannten auf der Theaterstraße in Döbeln einen jungen Mann verprügelt, dafür einen Schuldspruch wegen gefährlicher Körperverletzung und sechs Monate Haft mit Bewährung kassiert. Vorbestraft ist der Döbelner auch wegen Drogenvergehen, gemeinschädlicher Sachbeschädigung, Körperverletzung, einem Waffenvergehen und wegen Diebstahls. Dafür gab es Geldstrafen. Richterin Weiks neuerliches Urteil ist rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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