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Döbeln Biber baut Damm: Feuerwehr in Goselitz hat kein Löschwasser – was tun wenn’s brennt?
Region Döbeln Biber baut Damm: Feuerwehr in Goselitz hat kein Löschwasser – was tun wenn’s brennt?
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20:20 22.11.2018
Nage, nage, Häusle baue – der Biber hat sich entlang der Jahna in den vergangenen Jahren rasant ausgebreitet. Quelle: dpa (Archiv)
Zschaitz/Goselitz

Die Jahna ist für den Biber offenbar ein absolutes Wohlfühlgebiet geworden: Schon im Januar hatte Bürgermeister Immo Barkawitz (Freie Wähler) konstatiert, dass die Nager mehrere Dämme zwischen Trebanitz und Zschaitz angelegt hätten. Eine Begehung mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises förderte damals keine akute Gefahr zutage. Man hatte sich vor allem um die Einlaufstellen der biologischen Kläranlagen gesorgt.

Inzwischen hat sich ein ganz anderes Problem aufgetan. „An der Löschwasserentnahmestelle in Goselitz läuft kaum noch Wasser in der Jahna“, berichtete Ronny Gribowski beim jüngsten Gemeinderat Anfang des Monats. Das Ratsmitglied ist zugleich in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und berichtete über einen Biberdamm, der das Wasser oberhalb der Entnahmestelle anstaue.

Was tun, wenns brennt?

Für die Feuerwehr ist das im Notfall ein Problem. Zwar hat der Biber durch den Dammbau rund 200 Meter laufaufwärts quasi eine neue Entnahmestelle geschaffen, die von der Feuerwehr auch nutzbar wäre, wie Barkawitz erklärt. Jedoch sind die Tiere streng geschützt und in ihren Lebensraum darf nicht ohne weiteres eingegriffen werden. Was also tun, wenn’s brennt?

Cornelia Kluge, Sprecherin des Landkreises, beruhigt auf DAZ-Anfrage: „Wenn die Bereitstellung von Löschwasser nicht anders möglich ist, dann stellt die Entnahme von Wasser aus dem Fließgewässer zu Löschzwecken im Brandfall naturschutzrechtlich eine Ausnahmesituation dar.“ Das gelte allerdings nicht für Übungszwecke.

Löschwasser darf entnommen werden

„Die Entnahme darf dabei unter Verweis auf die Notstandsituation auch ohne vorherige Einholung der naturschutzrechtlichen Gestattung ausgeführt werden – sie ist aber im Nachgang bei der unteren Naturschutzbehörde anzuzeigen“, schreibt Kluge weiter.

Wie schnell der Biber sein Revier erweitert, zeigt die Tatsache, dass die UNB den Goselitzer Damm nicht kenne und sich nach der Anfrage durch diese Zeitung mit der Zschaitzer Verwaltung in Verbindung setzen wolle. Dies ist laut Immo Barkawitz bisher jedoch nicht geschehen.

Hohlräume unter Wanderweg

Dabei drängt die Zeit auch aus anderem Grund: „Am Wanderweg entlang der Jahna habe ich riesige Hohlräume gesehen, die auch unter dem Garten von Anwohnern entstehen“, berichtet Barkawitz. Auch darauf wolle er die UNB hinweisen.

Käme es zum Brand in Goselitz und Umgebung, würde die Zschaitzer Feuerwehr die vom Biber geschaffene neue Entnahmestelle für Löschwasser nutzen. „Den Damm kriegt man im Brandfall gar nicht so schnell weg. Der Bagger braucht allein eine halbe Stunde, bis er da ist – dann ist das Haus abgebrannt“, sagt der Bürgermeister. Zudem würde der Biber immer wieder einen Damm an dieser Stelle errichten. Diesen wegzunehmen, würde also nichts bringen.

Von Sebastian Fink

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