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Döbeln Biedermann und die Brandstifter im Döbelner Theater
Region Döbeln Biedermann und die Brandstifter im Döbelner Theater
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23:00 09.12.2012
Stephan Conrad und Kati Voigt (l.) vom Treibhausverein diskutierten gestern mit den Theaterleuten über die Aktualität von Max Frischs Text. Quelle: Bartsch

Am kommenden Sonnabend, um 19.30 Uhr, hat das ewig aktuelle Theaterstück in Döbeln Premiere. "Biedermann und die Brandstifter" ist ein Drama des Schweizer Schriftstellers Max Frisch. Es handelt von einem Bürger namens Biedermann (gespielt von Michael Berger), der zwei Brandstifter (Ralph Sählbrandt und Andreas Pannach) in sein Haus aufnimmt, obwohl sie von Anfang an erkennen lassen, dass sie es anzünden werden. "Mit Satire entlarvt Max Frisch in seinem 1958 entstandenen 'Lehrstück ohne Lehre' die fatale Haltung der furchtsamen Anpassungswilligkeit des Kleinbürgers. Die Verdrängung und Banalisierung von Verbrechen, die Widerstandslosigkeit gegenüber Bewegungen, die von Beginn an ihr verbrecherisches Wesen unverhüllt zeigen. Er legalisiert ihr brandgefährliches Tun und macht sie groß", umschreibt Dramaturg Matthias Wolf.

Julia Klawonn, Christian Weber und Benjamin Hirt gaben gestern bereits als Chor der Feuerwehrleute, die immer erst dann gerufen werden, wenn es schon brennt, einige Kostproben aus dem Stück. Das Mittelsächsische Theater nahm das Stück vor dem Hintergrund des sich ausweitenden Skandals um die rechtsextremen NSU-Morde in den Spielplan auf. "Auch das gerade wieder diskutierte Verbot der NPD macht den Stoff aktuell. Denn die Frage ist immer, wie reagiert der Bürger, duckt er sich gegenüber totalitären Ansichten weg - wie Biedermann - oder tut er etwas dagegen", so der Dramaturg.

Genau die Frage nach der Döbelner Zivilgesellschaft stellte Matthias Wolf anschließend Kati Voigt und Stephan Conrad vom Treibhausverein Döbeln. Die berichteten von ihrem Engagement gegen Ausländerfeindlichkeit und rechtsradikale Ideologien, von Erfolgen, etwa, wenn die Zivilgesellschaft gemeinsam im November ein Lichterfest in Döbeln initiiert und damit potenzielle Kundgebungstermine für Nazis mit friedlichen Mitteln und aus breiter Mitte blockiert. Sie berichten aber auch von der Vorsicht der Zivilgesellschaft, die Rechtsextremismus manchmal auch aus Angst, um den Ruf der Stadt lieber nicht so hoch anbindet und davon, dass die Reaktion der Justiz gegenüber gewalttätigen Neonazis oft zu lange auf sich warten lassen und zu lasch ausfallen. Döbeln sei aber insgesamt keine schlafende Stadt, sondern es bewege sich auch etwas in der Bürgergesellschaft. Aktuell suchen die Treibhaus-Leute breite Unterstützung, um öffentlichkeitswirksam im Umfeld des Döbelner Asylbewerberheimes gesprühte ausländerfeindliche Parolen zu entfernen. Mit dem Technischen Hilfswerk, an dessen Wände auch geschmiert wurde, sei man im Kontakt. Ziel ist es, dass beim Entfernen der Parolen ein breiter Querschnitt der Bevölkerung diesen Ideologien die Stirn zeigt.

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